Sonntag, 4. Dezember 2011

Adventsleuchten

Adventsleuchten

Es kommt eigentlich nicht so sehr darauf an, wie viele Kerzen leuchten, wie grandios der Weihnachtsschmuck ausfällt. Gemeint ist ein anderes Leuchten, das von innen her ausstrahlt, und meistens erst dann sichtbar wird, wenn man sich auf den Menschen einläßt.

Wenn es dann noch gelingt, einen anderen Menschen, - ein anderes Lebewesen,- in das Leuchten einzubeziehen, ist es umso schöner.

Und so geschah es, dass heute geleuchtet wurde - und wir voll Freude zurückblieben. Eigentlich wollten wir einen ruhigen Adventstag, aber es kam ein wenig anders. Wir hatten Besuch, behinderte Menschen, die sich einsam fühlten, ausgegrenzt auf die besondere Art. Nein, diese Menschen sind nicht mit auf dem Bild - sie fürchten sich vor den anderen...

Einer davon kann nur schlecht reden, aber Musik liebt er über alles. Das stellte kein Problem dar, er bekam seine Musik. Und wir anderen versuchten mit einer oft depressiv resignierenden Person den Alltag ein wenig zu vergessen, andere Dinge zu reden als nur über anstehende Pflichten und Ärgernisse. Wir sangen ein wenig miteinander - es war vermutlich nicht schön, aber lustig, schräg, und auch etwas laut.
Und dann kam unsere Katze, die wir vor drei Jahren total verschüchtert und krank aufgenommen hatten, und setzte sich zu der anderen Frau, und rieb ihren Kopf an deren Beinen. Ihre Angst vor fremden Frauen schien verflogen zu sein - wenigstens für diesen Moment.

In die sonst oft leeren, bitteren Gesichter kam Lebhaftigkeit. Die kränkende Welt des Alltags war weit weg gerückt, und dann kam die Frage dieser aufleuchtenden Frau: "Wir sind das doch wert, oder?" Während eine von uns den Arm um sie legte, bestätigte ihr mein Mann: "Ja, und ob wir das wert sind. Das braucht jeder Mensch hin und wieder, das ist lebensnotwendig." Und sie meinte: "Bei Euch bekomme ich wieder eine Ahnung davon, wer ich sein könnte, ausserhalb aller Zwänge."

Nein, wir sind keine Engel, jeder von uns hat auch zu kämpfen, hat seine Macken und Schrullen - und im Alltag auch die Zwänge. Zwei Stunden einer Woche: Einander ein wenig Heimat bieten... Und wie viel war es doch, wie schön diese Stunden.
Darin sich gegenseitig Mut machen, dass solche Tage gelebt werden können, ohne Gedanken des Todes, der Verzweiflung. Dass solche Tage, an denen sonst oft nichts ist, ausser der Leere die zu verschlingen scheint, zu überstehen sind - miteinander - ohne, dass ein Mensch irgendwo herumirren muss, um den anderen um sich herum zu entkommen. Jenen anderen, die nur fordern aber keine Geborgenheit anbieten können. Jenem Umfeld, in dem nur die Rede davon ist, wie "gesegnet" man selber ist, und wie schlecht doch die anderen...

Hier, an diesem Sonntag war keiner schlecht, sondern einfach nur Mensch.

Vielleicht gelingt es, ein wenig von diesem Leuchten in den Wochenbeginn zu retten.


Mittwoch, 10. August 2011

Antwort und Gedanken zu "gut und böse"

Gedanken zu...

...Suses Artikel, und der Antwort eines jungen Mannes in England.

Hier der Link zu Suses Artikel:

http://amkaminfeuer.blogspot.com/2011/08/gut-und-bose.html


Und hier der Link zu der Geschichte mit dem jungen Mann in England:

http://worldblog.msnbc.msn.com/_news/2011/08/07/7292281-the-sad-truth-behind-london-riot


Es stimmt schon, dass die Abstraktionen eine Menge anrichten. Vor allem wird die Realität der Menschen - in den Menschen - alles das, was Menschsein betrifft, nicht mehr wahrgenommen. Viele Menschen kennen die Situation, wenn sich die Ärgernisse und Frustrationen an einem Tag zu einem Gebirge aufzuhäufen scheinen, und ein Punkt erreicht wird, an dem so ein betroffener Mensch sagt: "Jetzt darf nichts und niemand mehr kommen, es reicht einfach. Der Nächste, der mich jetzt auf die Palme bringt, - der Nächste der an der Türe schellt, der kann etwas erleben."

Und, es schellt dann ganz bestimmt an der Türe - es sind garantiert nicht die Zeugen Jehovas, wie sonst meistens. An so einem Tag ist es der Hausbesuch des Jobcenters, der Vermieter, oder sonst eine wichtige Person, und bekommt die volle Ladung ab - womit weiterer Ärger programmiert ist.
Warum kann das passieren? Weil keiner erst einmal fragt, wie es den Menschen geht. Jedenfalls will fast keiner die Wahrheit hören.
Viele Menschen reden - wenn sie nicht gerade über ihre Arbeit, oder ihre Geschäfte eine Einigkeit erzielen müssen - aneinander vorbei. Sie tun das in einer Totalität, in der nichts mehr zueinander passt. Es ist, als würde jeder Einzelne der Beteiligten ein Selbstgespräch führen. Das Einzige "Verbindende" dabei ist, dass sie es zu gleicher Zeit am selben Ort tun.

Intelligente Antworten finden auf die Probleme der modernen Zeit, war einmal eine Forderung. Früher wurde behauptet, dass Frauen nicht abstrakt denken könnten...
Letzteres dürfte inzwischen widerlegt sein, und die intelligenten Antworten gibt es auch, allerdings haben es diese Antworten schwer in einer Welt der abstrakten Entfremdungen. Intelligenz ist ja nicht zwingend zugleich Abstraktion. Diese ist es, die den Menschen - in seinem Denken, Fühlen, Empfinden - in seiner Ursprünglichkeit und Direktheit - daraus wegführt, hin zur Unaufrichtigkeit und Abgespaltenheit von allem Wirklichen.

Es ist genau das, was uns zu Hungernden sagen läßt, sie sollen schweigen - sie sollen nicht dauernd an sich selber denken, denn es gibt noch Schlimmeres: Verhungernde!... - sie sollen kein Mitleid mit sich selber haben, kein Gefühl für sich...
Sie sollen abstrahieren, genau wie jene, die ihnen das sagen.
Sie sollen sich abspalten von sich selber, von ihren Gefühlen, von ihrem Zustand.
Sie sollen quasi beim "Kohldampf schieben" gefälligst gut und kämpferisch drauf sein.
Anmutig womöglich noch, denn Armut hat was, ist schön für die anderen, wenn sie anmutig und würdig einherkommt...

An solchen Beispielen wird ersichtlich, was unsere abstrahierte Realität nicht nur mit dem menschlichen Geist, sondern mit dem Menschsein und dessen Möglichkeiten überhaupt anrichtet. Diese Art des menschlichen Daseins ist längst ausgefiltert, die Gefühle sind zurechtbereinigt. Tatsächliche Vorgänge und Gründe der Menschen werden nicht mehr in Betracht gezogen, sind uninterressant geworden,- der Zugang dazu erscheint verschlossen,- der Tunnelblick bestimmt die Betrachtungsweise, ohne, dass es irgendwie auffällt und bewußt wird.

Das Menschsein wurde also reduziert zu Gunsten von Beherrschbarkeit und Erfolg. Der Rest aber versinkt allmählich in Destruktivität. Der Berg an Frustration und Problemen ist für viele Menschen einfach zu gross geworden, nicht mehr zu übersehen. Dieser Berg lugt über alle Abstraktionen hinweg hinter diesen unerbittlich hervor, und läßt sich nicht mehr verdrängen.

Jene, die in der Abstraktion befangen sind, leugnen auch die Zerstörung, das Reduziertsein. Die "Schutzschicht" der Abstraktionen sorgt dafür, dass diese Leute ihre eigene Beteiligung bei allen diesen Prozessen, die unsere Welt und uns selber fertig machen, nicht erkennen müssen. Ursache und Wirkung sind getrennt worden. Die Menschen handeln für den Fortschritt, für die Sicherheit, für die Stabilität... --- des Landes, der Währung, des Friedens...
Aha, und wo sind die Menschen bei dem allem?

Doch wer so fragt, nach den Menschen, nach dem Direkten, dem Unverklausulierten, der wird als Feind ausgemacht - gegen den Fortschritt, gegen die Sicherheit, gegen die Stabilität, gegen den Frieden, usw. Was den Menschen ganz direkt und unverfälscht damit angetan wird, zählt nirgends mehr.

Der leidende Mensch, der hungernde Mensch, der misshandelte Mensch - er verändert sich, und plötzlich tauchen jene auf, die eine Vorstellung von diesem Menschen haben, wie er war in seinen guten Zeiten - wie er also zu sein habe... Und das wird eingefordert, ohne Rücksicht darauf, was inzwischen tatsächlich mit diesem Menschen passiert ist. "Steh auf und kämpfe weiter!" - wird gefordert, auch wenn der Andere in den letzten Zügen liegt. "Sei anmutig!" wird verlangt, auch wenn der andere Mensch schon sterbenskrank ist.

Im Klartext: "Spiel Theater für mich, sonst bricht meine abstrakte Welt zusammen, und meine Ideologie löst sich auf!"

Es ist keine Liebe, was dafür bei manchen Leuten zu gelten hat. Sie wurde genauso abstrahiert, wie vieles Andere auch. Statt Intimität sucht mancher Mensch nach Anerkennung und Bewunderung. "Wie war ich, Schatz!" ist lediglich der müde Abklatsch des Ganzen aus der untersten Schublade. Die Angst vor Schwäche, Verwundbarkeit und Hilflosigkeit ist eine Folge dieser Abstrahiererei und der Ideologien, die uns umgeben. Deshab muss Armut anmutig sein, der Verhungernde noch kämpferisch und gut drauf bis zum bitteren Ende, damit die Anderen alle nicht daran erinnert werden, wie leicht verderblich sie selber beschaffen sind.

Das Leben in der Abstraktion bewirkt aber auch, dass das alles von den davon Betroffenen nicht mehr bemerkt wird. Sie kämpfen auch für das Gute, wollen, dass es allen besser geht - aber sie wollen das Elend nicht wahrnehmen müssen. Der Einsatz geschieht auf Distanz, mit Mundschutz und steriler Kleidung sozusagen. "Komm mir nicht zu nahe mit Deiner Armut!"

Es gibt dies auch bei Liebes- und Ehepaaren: Sie gehen nur äusserlich miteinander ins Bett, in Wirklichkeit poppen sie ihre eigene Vorstellung. Wehe, der andere Beteiligte entgleist irgendwie, sodass die Abstraktion, das Vorstellungsgebilde, nicht mehr stimmt.

Das trifft auch auf Frauen zu, die einen Helden brauchen, die seine Macht verehren. Auch das ist zerstörerisch, auch dann, wenn solche Beziehungen nach aussen oft lange aufrecht erhalten werden. Es gibt nichts Mythisches bei solchen Männern, auch ihr Kaffee ist nur mit Wasser gekocht. Letztendlich übt eine solche Frau, die dies abfordert, Macht aus - denn, sie zwingt den Mann dazu, Held sein zu müssen - auch das in jeder nur erdenklichen Lage.

In diesen Beziehungen gibt es nichts Persönliches - denn, eine Persönlichkeit an sich mit allen ihren Facetten hat keine Chance. "Geliebt" wird die Abstraktion der Macht, des Heldentums, des Besitzes. Doch genau diese Abstraktionen bestimmen inzwischen viele Leben, zu viele...

Das menschliche direkte Erleben in seiner Gefühlswelt ist weitgehend abgeschafft. Wer noch so drauf ist, hat als Auslaufmodell zu gelten, wenn das Ganze nicht durch irgendeinen merkwürdigen Zufall aufgehalten wird. Das ist auch einer der vielen Gründe, warum wir Menschen anderer Länder - islamischer Länder - nicht verstehen wollen. Sie sind in ihren Gefühlen oft noch unverfälschter als wir.

Das, was uns zu schwer handhabbar anmutet, schaffen wir einfach ab. Genau das ist zum Prinzip der westlichen Welt geworden. Alllerdings lässt sich nicht verhehlen, dass dann sozusagen der Mensch an sich abgeschafft werden müßte - allerdings ist diese Folgerung gefährlich, denn manche arbeiten schon daran. Sie nehmen diese Folgerung als direktes Ansinnen auf, obwohl auch diese Sichtweise nur wiederum eine Folge aus den schon abstrahierten Vorgängen ist.

"Der Weg ist das Ziel", sagen wir, und verfransten uns dabei gehörig. Die Methode wurde mit dem Wissen selber verwechselt, weil etwas Gesamtes viel zu komplex erschien für die beschränkte Konzentration auf den Weg. Sich etwas bewußt machen ist zeitraubend und unbequem, also schalten wir das Bewußtsein immer dann aus, wenn es sich störend bemerkbar macht - und das ist fast immer.

Folglich taumeln wir bewußtlos durch die selbsterschaffenen Abstraktionen mit unseren reduzierten Lebenswelten, die wir mit wild entschlossenem Glauben für echt halten. Genau dafür jedoch muss der heutige Mensch alles Wirkliche, unretouschierte verneinen. Das darf nicht existieren. Und das, was darin für Freiheit und Würde zu gelten hat, ist eigentlich nichts von alledem. Trotzdem sind wir bei der Verirrung auf dem Weg zum Ziel genau dabei angekommen, dass die Methode alles bestätigt.

So wurden Menschen zu Perfektionisten und Pedanten ihres reduzierten Daseins gemacht. Was den Menschen heute als Sinn des Lebens vorgesetzt wird, ist keiner. Manche behaupten, dass das Leben keinen Sinn hat, ausser sich selber. Aber, auch dieser Sinn wurde ja durch die Abstraktionen und Reduktionen zerstört. Das, was wir heute mit "Leben", also mit unserer Geistes- und Arbeitskraft, erfüllen sollen, stimmt mit dem Erleben und der Erfahrung der Menschen nicht mehr überein. Die Selbsterkenntnis, die dann gerne gefordert wird, wenn es mal wieder menschlich klemmt, wird dabei allerdings auch nur noch zur Farce.

Das, was als annehmbar beim menschlichen Sein zu gelten hat, wird vorgegeben, überwacht - auch vom Nachbarn, vom vermeintlichen Freund - ist vorgegeben, und das was wirklich erfahren wird ist etwas ganz Anderes. Genau das aber blockiert die Menschen, verwehrt ihnen den Zugang zu sich selber - zu ihrer Lebendigkeit und Ursprünglichkeit, zu ihrer Direktheit.

Wenn das nicht mehr ausgehalten wird, kann es eben dazu kommen, dass Menschen genug davon haben. Viele werden depressiv, andere ticken aus, und richten damit noch mehr Schaden an. Einige flüchten zu sich selber, behalten nur noch die Freunde, die das wenigstens verstehen, und versuchen die Spannung zwischen allem auszuhalten, ohne das Menschliche allzusehr verfälschen zu müssen.

"Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst", heisst es in der Bibel - und das ist einer der besten Sprüche die dort zu finden sind. Es heisst nicht: Liebe Deinen Nächsten mehr als Dich selber - stelle Dich ins Abseits, mache Dich kleiner als Du bist. Aber, es heisst auch nicht: Mache Dich grösser.
Nein, akkurat genauso wie sich selber soll der Mensch seinen Nächsten, den anderen Menschen lieben. Wenn der Mensch aber von sich selber abstrahiert ist, kann er das nicht.

So einfach ist das, und so schwierig.
Alle die vielen Jahrtausende hat dies der Mensch nicht begriffen.
Und das ist die eigentliche Schande, die den Menschen heute durch seine missratene Moderne begleitet.

Montag, 8. August 2011

Frei-Blog: Hartz IV - Gesetz mit Todesfolgen

Frei-Blog: Hartz IV - Gesetz mit Todesfolgen



Gut und böse?


Manche sagen, dass gut und böse nicht mehr so recht zu unterscheiden sind. Die Regeln wurden umarrangiert, und bei der neuen Konstellation blicken viele Leute nicht mehr so richtig durch. Ausserdem lebt es keiner mehr vor, was der Unterschied sein soll.

"Sie leben nichts mehr vor, es wird nur gesagt, das ist nicht so gut, wenn Du dies oder das machst", sagte mir ein Junge aus meinem Umfeld. Die anderen alle, die direkt betroffen sind von manchen dieser zweifelhaften Arrangements, stecken fest, werden festgehalten in der Hoffnungslosigkeit.

Es ist egal, von welcher Seite aus diese Arrangements betrachtet werden, die Meisten klammern sich nur noch an irgendwelchen äusseren Formen fest, an Regeln die korrekt erscheinen. Die eigene Identität, das bisschen an Rebellion und Aufmüpfigkeit wird möglichst verborgen. Dazu braucht es auch die Regeln, denn diese sollen mithelfen, das brodelnde Innenleben ruhig zu stellen.

Führt dies zu Gemeinschaft mit anderen, werden die Themen abstrakt abgehandelt. Nur ja keine persönliche Regung zu sehr zeigen, nichts äußern das zu identisch ist. Das aber ist eigentlich keine Gemeinschaft, sondern lediglich ein eventueller Austausch über die Abstraktheit dessen, über das befunden werden soll. Im Klartext: Man zeigt sich betroffen, setzt sich für etwas ein, aber alles dies bleibt irgendwie im luftleeren Raum - so hohl, wie die eigene entleerte Identität.

Viele wissen genau, gegen was sie sind und das schon immer mit aller Kraft. Aber, wenn sie gefragt werden, für was sie statt des Abgelehnten sind, kommt keine Antwort - jedenfalls keine, die kongret und brauchbar wäre. Gegen etwas sein, das dient oft dazu, die eigene Wichtigkeit zu betonen, das eigene Interresse herauszustreichen. Bei manchen Leuten ist es dazu verkommen, das eigene Geschäftsinterresse damit zu puschen.

Aufmüpfigkeit wird heute von sehr vielen Gegebenheiten erstickt, und das persönliche Umfeld gibt den meisten Betroffenen den Rest,- noch vor der Gesellschaft der sogenannten Mitmenschen an sich. Also, gibt der Mensch seine Übereinstimmung mit sich selber ab, wirft sie weg als wäre sie eine Last - hinderlich geworden beim Umgang mit anderen,- beim eventuellen Weiterkommen im sogenannten Leben, das irgend eines ist, - wegen der ansgestrebten Karriere, usw.

"Wir sind nicht wirklich böse, aber auch nicht gut, uns ist alles nur ziemlich scheissegal - zum Mindesten das, was persönlich betroffen machen könnte. Nichts darf von der Arbeitskraft abhalten, und darauf ist alles ausgerichtet." Das ist die Meinung eines meiner Nachbarn. Doch, wir reden noch miteinander, ziemlich kritisch sogar, aber ja nicht auffällig werden. Immer schön ausgewogen bleiben, mit allen "Wenn's und Aber's" inclusive.

Unter der Angstknute einer politisch vorwärtsgepeitschten Welt, in der die Menschen wirtschaftlich ausgeblutet werden, damit sie eilfertiger in den Sklavenstrom eintauchen, roboten auch die Besitzenden noch mehr für einige herausgeschundene Milliarden. Hinter der Gier gähnt etwas Undefinierbares, das menschlich identisch hätte sein können, aber nie eine Chance hatte.

Diese Welt, in die heutige Menschen hineingeworfen wurden, ist nicht mehr ursprünglich. Sie wurde längst umgearbeitet, auf-und durchgewühlt, verändert bis zur Unkenntlichkeit. Das, was wir vereinzelt noch als Natur bezeichnen, ist eigentlich keine mehr. Über lange Zeiten hinweg ist es der Menschheit gelungen jene Hölle zu errichten, in der heute alle ohne Ausnahme zurecht kommen sollen.

Für manche ist sie fast komplett, diese Hölle, einschliesslich Folter und Tod. Bei anderen, den sogenannten zivilisierteren, demokratischen Landstrichen, ist sie abgestufter. Die Feuertaufe des brennenden Wassers aus dem Sklavenstrom bekommen aber alle zu spüren, ob sie es wahrhaben wollen, oder nicht. Und die meisten Menschen heissen dies eine gute Sache - schaffen muss der Mensch, so steht es schon fast immer geschrieben...
So sagt es der Staat...
So wird der Mensch zugerichtet...

Und dann stösst dieser Mensch an seine Grenzen. Manche werden hinabgeschleudert in das heutige Elend, ausgesucht hat es sich fast keiner. Das Trauerspiel dabei ist allerdings, dass immer weniger dieser Menschen erkennen, wo ihre innere Unabhängigkeit wenigstens sein könnte. Und so wird die Moral pervertiert zu etwas, das nun mal sein muss, aber die Regeln sind verwaschen und verschwommen zwischen Hetztiraden, Kriegen und Gewalt, die auch in friedlichsten Bereichen durch fast alle Bewegungen hindurch zu glimmen scheint.

Wer sich nicht aufzumucken traut, schweigt und von anderen die gleiche Grabesstille abfordert, der verleugnet seine eigenen Impulse, weil er sie fürchtet. Falls so ein Mensch diesen Impulsen nachgeben würde, brächte ihm das Nachteile ein. Also, ordnet er sich unter. Damit dieses Unterordnen, die Routine und Beruhigung durch dieses geordnete Leben, nicht gestört wird, werden alle zum Verstummen gezwungen, die anders sind. Würde diese Unterordnung gestört werden, bräche sich eventuell eine Sebstverachtung Bahn, die nur schwer erträglich wäre. In diesem Dasein ist nicht mehr viel wirklich echt, darum darf auch nichts mehr an Echtheit erinnern.

Der Mensch trennt sich ab von dem was Menschsein ausmachen würde - vom echten Miteinander. Immer mehr Lebensanteile werden zersplittert, immer mehr von einem intakten Menschsein wird auseinander gerissen. Manche Menschen bestehen aus ihrer Leidenschaft für etwas, mit dem sie eventuell auch ihr Geld verdienen, und ansonsten aus einem System leeren Geschwätzes voller Abstraktionen, das sie über ihre innere Wüste gebreitet haben.

Ist ein Mensch stark, wenn er nicht leidet? Wenn er das Leiden stoisch und schweigend hinter sich bringen muss, weil sich keiner mehr erbarmt, nicht zuhört, nicht zu ihm herbeugt? Oder, ist es nicht so, dass jeder darauf bedacht sein soll, sich in weitestgehendem Masse von seinen Gefühlen abzutrennen? Dann aber ist keiner mehr stark, denn dies beweist, dass diese Menschen nicht die Kraft haben, Leid zu ertragen - zu tolerieren, dass es neben ihnen Menschen gibt, die leiden. Wenigstens das...

Genau das aber ist es, was die Realitäten auf den Kopf stellt. Es ist oft schwer zu durchschauen, weil so allerlei Erklärungen für alles Mögliche, die uns aufgetischt werden von denen, die angeblich das Sagen haben, als gültig ausgegeben werden. Dazuhin werden die vorgegebenen Realitäten institutionalisiert. Genauso funktioniert es, wenn einer los geht um zu töten,- das was er angeblich an anderen hasst, - gegen das, was er als feindlich empfindet, ausserhalb seiner selbst. Doch genau das wäre eventuell das Gute in ihm selber, wenn er es zulassen könnte.

So werden Begriffe zu jenen Herren über das Innenleben der Menschen,- so werden Menschen manipuliert, oder manipulieren sich selber. Sie begeben sich in den Dreck hinab, in dem sie dann zu ersticken drohen - diesem stinkenden Morast der verinnerlichten Abstraktionen. Wenn dann einige Leute noch aufschreien, das Tabu um dies alles brechen wollen, zuckt der grosse Rest genervt zusammen, und ruft zur Tagesordnung - zum Schweigen - um ungestört den Weg in den Absolutismus weiter gehen zu können.

Genau auf diesem Weg sind wir auch - unauffällig und scheinheilig - ohne, dass wir es wahrhaben wollen. Wir geben uns noch gefühlig, während wir schon die Macht über andere gut heissen. Und alle halten sich für so unheilbar geistig gesund, dass sie nicht mehr merken, wie irrsinnig alles geworden ist.

Der Mensch ist sich selber entfremdet, seinem Menschsein, seiner Menschlichkeit und seinem Ureigensein darin. Darum ist alles das möglich, das wir erleben: Dass wir nicht mehr aufschreien, wenn Kriege geführt werden,- dass wir es abtun, wenn neben uns Menschen verhungern,- dass wir nach nichts Gutem mehr streben, denn wir halten es nicht mehr für möglich, dass es verwirklicht werden könnte,- dass wir Menschen, die das Gute dennoch anstreben, beschimpfen,- dass wir Leidende verunglimpfen,- dass wir ihr Leiden lächerlich machen,- dass wir wieder foltern, oder foltern lassen,- dass wir uns nicht mehr wehren...

Sich einfügen, anpassen, dumpf werden,- das reicht, Hauptsache, man hat auch noch Erfolg dabei. Den weniger Erfolgreichen wird dann eben dies auch noch vorgeworfen, während die Einwanderer dazu gezwungen werden, genau die selben tauben Dumpfbacken zu werden, wie es die anderen schon sind. Nein, wir wollen um nichts in der Welt daran erinnert werden, dass wir die Sklaven sind, die sich unter jeden gerade opportun erscheinenden Mist ducken. Hauptsache, es herrscht Ruhe...

Aber, die Ruhe ist trügerisch, denn das Verdrängte im Menschen, das Verratene und Verkaufte, drängt nach aussen. Unter einem Berg von Falschheit läßt es sich zumeist mühsam verbergen. Die Gewalt brodelt darunter, denn Solschenizyn hatte schon erkannt, dass alles Gewaltsame immer auch mit Falschheit verflochten ist. Darin wird Lebendigkeit zur Gefahr, Freiheit zur Bedrohung.

Wer sich niemals auflehnen darf, hat keine Chance auf die ureigene Persönlichkeit. Es gibt keine allgemeine Methode dafür, jeder Mensch ist einzigartig, auch wenn uns die Politik das vergessen machen will. Wir aber unterwerfen uns, weil es bequemer ist,- weil es davor bewahrt, zu entdecken, dass wir Menschen sind - und davor, dieses Menschsein mit Leben erfüllen zu müssen, und es mit allen Facetten bei anderen zuzulassen.

So lange, wie sich die sogenannte Menschheit davor scheut, sich duckt, sich fügt, ist sie keine - sondern nur eine Ansammlung irgendwie zusammengewürfelter Barbaren, unabhängig davon, wie weit angeblich die Zivilisation, der Fortschritt, und das was als Demokratie ausgegeben wird, schon fortgeschritten sind, in dem jeweiligen politischen Auswirkungskreis, in dem ein Mensch lebt.





Komm und siehe: Menschen verhungern - hier in Deutschland

...wir waren nicht peinlich genug...


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"Das tut man nicht", sagten so einige Mitmenschen, als ich über den Hunger schrieb - über das, was es bedeutet, hungern zu müssen.
Selbstmitleid wurde mir vorgeworfen, und Einiges mehr. Sogar beschimpft wurde ich.

Peinlich, das war noch das Mildeste, was mir vorgeworfen wurde. Und doch, ich habe nicht laut genug geschrien, immer noch nicht genug darüber geschrieben.

Wir - die Schreiber von Desparada News - waren, trotz eigener Erfahrungen mit Hunger, immer noch nicht peinlich genug.

Warum? Weil Menschen verhungert sind, genau wegen dieses unsäglichen Hartz IV Gesetzes.

Mutter und Kind verhungert, wegen Hartz IV Sanktionen ! 

Ok, sanktioniert, das erklärt doch Manches, oder?
Es erklärt gar nichts, denn es hungern noch mehr Menschen - ohne Sanktionen - weil sie einfach das nicht bekommen, was ihnen zustehen würde.
Sanktionen sind nur eine weitere Möglichkeit, den Menschen genau das wegzunehmen.



Oh, die christliche Leitkultur versteht es gar prächtig, alle jene verrecken zu lassen, die nicht so richtig dazu passen - zu diesem Edelgesülze, zu diesem Verzichtsmythos, den immer nur andere ausleben dürfen, zu diesem Fasten- und Opfergetue, das keinem einzigen Menschen hilft.


Diese saubere Leitkultur, die Menschen dazu bringt, dass sie über ihr Elend schweigen,- nichts mehr sagen wollen,- nicht mehr bitten wollen, weil sie schon zu oft gedemütigt worden sind. Und wir - ja, wir waren immer noch nicht laut genug!


Aber, einige Einzelne nützen ja auch nichts, wo sich die anderen einig darüber sind, dass besser geschwiegen wird.


Hier also der Link zu dem Bericht über die Verhungerten:


http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/mutter-kind-durch-hartz-iv-sanktionen-gestorben-4244.php


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Mittwoch, 27. Juli 2011

Folter und die Verwertung von Informationen in der Terrorismusbekämpfung - ECCHR - EUROPEAN CENTER FOR CONSTITUTIONAL AND HUMAN RIGHTS (de)

Folter und die Verwertung von Informationen in der Terrorismusbekämpfung - ECCHR - EUROPEAN CENTER FOR CONSTITUTIONAL AND HUMAN RIGHTS (de)

Es gibt Tage, an denen könnte ich nur noch kotzen und heulen in einem...

Mittwoch, 27. Juli 2011


In eigener Sache - Noch mal davongekommen... 

 Dieses Posting hatte ich zuerst auf Desparada News eingestellt, und es geht auch um Inge - die dieses Blog betreibt. Ich habe es geschrieben, weil sie noch zu angeschlagen ist, um die grossen Würfe wieder aus ihren Gehirnwindungen herauszukitzeln, die genauso erschöpft sind, wie sie selber.

 Das Bild, das hier zu sehen ist, haben wir noch gemeinsam gemacht, bevor Inge sich ausruhte. Es symbolisiert eine Schlangengrube...

Sie ist die eigentliche Seele von Desparada News, und ist leider seit einiger Zeit schon gesundheitlich nicht so gut drauf. Das ist auch kein Wunder, wenn man bedenkt, dass  sie nur 90.-- Euro diesen Monat zum Leben hatte, nach Abzug aller Nebenkosten, weil das Arbeitsamt nicht bezahlte.

Und sie hat schon vorher gehungert, wenn auch nicht so krass. Nur eine Mahlzeit pro Tag waren das Normale.

Ihrem Ehemann erging es natürlich nicht anders, und er ging auch noch arbeiten. Das bedeutete bei sparsamster Lebensführung, trotzdem hungern.
Auch wenn sich nun wieder welche aufregen, ich schreibe es jetzt hier hin: Das bedeutete, 12 Tage lang fast nichts essen - 1 Scheibe Brot am Tag, damit es lange reicht...
Und Wasser trinken...

Früher nannte sich so etwas Kerkerhaft.
Ich kam leider erst gestern aus dem Ausland zurück, inzwischen war geholfen worden. Auch ich brachte noch etwas mit - aber, unsere liebe Inge war zu entwöhnt vom Essen, sie konnte gar nicht viel zu sich nehmen - weil sie es wieder erbrach.
Ihre Schleimhäute waren entzündet und bluteten.
Sie brauchte länger Zeit, um etwas zu erfassen.
Sie wurde rasch müde.
Schmerzhaft ist so etwas auch...

Sie hat sich nicht gross beklagt, nur gemeint, dass es eben besch..... ist, wenn man sich lange durchhungern muss, und dass das auf die Gesundheit geht, ist wohl klar.
Ich habe heute zuerst von ihrem Konto aus gepostet, während ich meinen PC upgedatet habe, und meine Seite aktiviert habe. Nun poste ich von meinem Konto aus, Inge hat mich dazugenommen.

Denn, ich habe sie erst einmal ins Bett gepackt, mit genügend gutem Getränk ausgestattet, und heute konnte sie auch schon richtig etwas essen, und es blieb erhalten - sie hat nicht mehr gespuckt.

Das ist Deutschland im Jahre 2011.
So wird mit behinderten Menschen umgegangen, und auch mit Menschen die aufstocken müssen - aber eben arbeiten.

Und jeder sagt: Steh auf und kämpfe! - Wie ein angeschlagener Boxer windet man sich wieder hoch, und macht weiter. "So kennen wir Dich gar nicht, steh auf und sei die Alte für uns", sagen andere. Aber, ist man nach einem arbeitsreichen Leben, das viel Mühe aber wenig Lohn beinhaltete und nun unter der Regie der Arbeitsagentur noch in der Lage dazu? Ist man es, selbst dann, wenn man es will? Oder, geht man letztendlich doch in die Knie?

Und, wir dachten heute an jene, die gar keinen anderen Menschen haben, der auch nur ein ermutigendes Wort sagen würde,- der Mitgefühl wenigstens bekunden würde,- der sagen würde, selbst dann, wenn er nicht bei einer solchen betroffenen Person selber sein kann, dass er an sie denkt, dass er die Daumen drückt, damit etwas klappt,- damit es wieder ein Stück weiter gehen kann.

Vielleicht sind wir hier, unsere kleine Familie, ein Auslaufmodell. Denn wir denken nicht nur an uns selber, sondern auch an andere, und helfen anderen auch, selbst dann noch, wenn es uns selber dreckig geht. Das lenkt wenigstens eine Weile ab, und lässt das Ganze etwas erträglicher sein, wenn man das in solcher Lage noch sagen kann.

Mir kamen Zweifel, ob das Herumschreiben im Internet - das Attackieren der Regierenden und Mächtigen - das Aufzeigen der Lügen - etwas bringt,. so lange wir nicht selber mehr zusammen stehen, und zwar nicht nur im Internet, sondern auch im realen Leben.
Es ist schon so, dass die Politiker uns machen lassen - wie Schäuble schon mal meinte, dass sich die Leute eben in ihren Blogs abreagieren und herumschreiben, das war es dann eben.

Warum sollten sie darauf etwas geben? Ausser, wenn es für Überwachungsgeschrei taugt, für die Forderungen nach mehr Kontrolle, interressieren wir diese Herrschaften nicht.
Darüber machen wir uns wenig Illusionen.

Wir schreiben tatsächlich für uns selber, und für jene vielleicht noch, die uns lesen, die mehr erfahren wollen, und nicht nur immer den selben Brei der üblichen Medien vorgesetzt bekommen wollen.
Und, wir können uns an Aktionen beteiligen.

Die Politiker anschreiben: Früher bekam man noch eine Antwort, heute ist das auch nicht mehr unbedingt üblich.

Jeder Mensch muss heute nur noch spuren, den Behörden gegenüber, dem Staat gegenüber, den anderen gegenüber - auch jenen gegenüber, die gegen die Obrigkeiten und ihre Machenschaften ankämpfen. Es hat sich durchgesetzt, nur Leistung zählt, nur gut drauf sein, immer proper, kämpferisch und auf Zack - egal, wie elend man gerade noch dem Tod von der Schippe hüpft, buchstäblich.

Es gibt Tage, an denen könnte ich nur noch kotzen und heulen in einem...
Und das ist - unabhängig jetzt von dem Befinden der Schreiberin von Desparada News - meistens dann der Fall, wenn ich wieder mal in Deutschland bin.

Montag, 18. Juli 2011

Buchbesprechung – Lale Akgün: Aufstand der Kopftuchmädchen « Meryems Welt

Buchbesprechung – Lale Akgün: Aufstand der Kopftuchmädchen « Meryems Welt

Zu Peter Hahne und seinen Gedanken am Sonntag - zum Beispiel am 16. 07. 2011

"Bei uns muss niemand hungern! Diesen Satz sagte mein Vater, der selber im Krieg und Gefangenschaft Hunger leiden musste, jedes Mal, wenn er einen Bettler abwies. Der Mann, so mein Vater, solle lieber arbeiten oder zum Amt gehen, denn unser Staat lässt niemanden im Stich."

http://www.bild.de/politik/kolumnen/peter-hahne/macht-endlich-schluss-mit-der-kultur-des-bettelns-18901214.bild.html

Mit diesen Worten leitet Peter Hahne seinen geistigen Erguss zum Sonntag ein. Es sind oftmals jene, die selber an, oder unter etwas bzw. jemand gelitten haben, die dann hart werden gegenüber Menschen. Am härtesten werden sie gegen die Leidenden, weil diese daran erinnern, was Leiden ist.

Wer die Entsagung eingeprügelt bekam, knabbert ein Leben an der Peitsche, an dem harten Stecken herum, mit dem ihm dies geschah. Das macht nicht satt, also strebt man besonders emsig, rackert sich ab, kriecht in jeden Arsch der halbwegs zum Berufsbild passt, damit man selber ja nicht in eine prekäre Lage gerät. Das verquaste Christenbild, das mit christlich im ursprünglichen Sinn gar nichts mehr zu tun hat, muss dazuhin zwanghaft verbreitet werden.


Peter Hahne ist jünger als meine Verwandte, mit der zusammen ich blogge - und deren Grossmutter hatte schon davor gewarnt, dass es "Bettelbanden" geben würde - also, damals schon. Sie riet aber nicht davon ab, etwas zu geben, sondern gut zu prüfen, was man wem abgebe. 


Gelebtes Christsein sollte anders sein, sollte doch fröhlich sein - denn "einen fröhlichen Geber hat Gott lieb", war der Spruch, auch selbiger Grossmutter damals. Vermutlich hatte Gott diesen fröhlichen Geber auch dann lieb, wenn dieser aus Unkenntnis der fatalen Gepflogenheiten mancher Banden den Falschen beglückte. Oder? Denn "Geben ist seliger als Nehmen", fügte Oma hinzu.


Heute spendet man an Banker, um nicht fehl zu gehen, jedenfalls entsteht schon fast dieser Eindruck. Ganze Staaten bieten sich ja auch schon an, wer gibt sich da noch mit einigen versprengten Bettlern ab? Aber, ist das nicht auch so ähnlich wie Bandenwesen, wenn ganze Banken notleidend werden, die Staaten und ihre Regierenden der "Spielsucht" am Zockermarkt erliegen und danach am Bettelstab landen? Was ist mit jenen Kirchenkassen, in denen auch Geld fehlt, weil es verzockt wurde? 


Jeder Pfaffe bettelt am Sonntag seine Gemeinde an, wenn er den Opferstock voll bekommen will. Aber, das ist natürlich ganz etwas anderes, Herr Hahne, oder?


O-Ton-Hahne: "Nein, ganz deutlich Nein: Ich habe nichts gegen Straßenmusikanten und Akrobaten. Ich habe Respekt vor all denjenigen, die sich mit dem Verkauf von Obdachlosen-Zeitungen resozialisieren möchten.
Aber wenn mir einer an der roten Ampel gegen meinen Willen die Scheiben putzt und anschließend gegen die Autotür tritt, weil ich ihm nichts für diese „Dienstleistung“ gebe, hört meine Toleranz auf.

Das gilt auch für jugendliche Punks, die sich mit ihren Hunden in den Einkaufsstraßen so breitmachen, dass sich kaum jemand an ihnen vorbeitraut, ohne Wegzoll zu zahlen."

Es ist also klar, dass Herr Hahne nichts gegen Strassenmusikanten und Akrobaten hat, denn die leisten ja etwas. Die machen ja den Affen für ihn und andere, um an etwas Geld zu gelangen. Das war bei solchen Leuten mit der Denke eines Herrn Hahne immer schon willkommen: "Die sollen wenigstens hampeln, wenn sie etwas wollen." Und, wenn es schlecht war, was die dargeboten hatten, konnte man sie früher - im dritten Reich zum Beispiel, auch gleich erschiessen.


Klar, dass einer gegen die Autotüre tritt, wenn nichts gegeben wird, ist untragbar. Ich kann auch nicht gegen die Autotüre von anderen treten, die mir auf den Wecker gehen, das ist nicht gut - das tut man einfach nicht. Das ist auch der Punkt, wo jeder Herrn Hahne zustimmen wird. 
Aber, was hat er gegen Punks und andere Narren unter Gottes freiem Himmel? Die Strasse gehört Herrn Hahne nicht alleine, und es gibt eben mehr Persönlichkeiten auf der Erde, die allen gehören sollte, als nur fromme, geschniegelte Typen wie Herrn Hahne.


Herr Hahne fordert ein Bettelverbot in der Öffentlichkeit, und die rechtliche Lage dazu interressiert ihn nicht.
Er schreibt:
"Und den Gutmenschen in Kirche und Politik, die das Verbot als Verstoß gegen die Menschenwürde missver­stehen, erwidere ich: Die traditionelle „Kultur des Bettelns“ in unserer abendländischen Gesellschaft hat in einem Sozialstaat keine Berechtigung mehr. Diese Bettelei ist Belästigung und Nötigung."

Er glaubt alles, was ihm vom Staat vorgebetet wird, denn das ist ja gottgewollte Leitkultur. Ob diese mit der Realität übereinstimmt, interressiert einen Herrn Hahne allerdings nicht. Dass er - und auch einige andere - ihre sogenannten "christlichen Weisheiten" unter das Volk hetzen dürfen, hat ja Tradition, wenn auch eine traurige. Diese traurige Tradition ist wieder auf dem Vormarsch in Deutschland, und es wäre angeratener, dagegen vorzugehen, statt in die alte Kerbe zu hauen. Damit hatten es die Christen aber schon immer schwer.

Noch ein Nachwort sei mir gestattet: 
"Vater unser, der du bist im Himmel,
geheiliget werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, also auch auf Erden.
Unser täglich Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Übel.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen."

Ist es Gottes Wille, das Betteln zu verbieten? Ist Herr Hahne dieser Überzeugung, wo Jesus noch der Meinung war, dass fast kein Mensch, der auch ein guter Vater, eine gute Mutter ist, Steine statt Brot geben würde, wenn darum gebeten wird?


Wie ist es mit dem Vergeben? Den Verbrechern, Gangstern, Kleingaunern, Punkern, sonstigen Strassenbelagerern, unerwünschten Autoscheibenputzern, Bettlern? Nein?
Vergib mir, wie ich vergebe...
Das fällt dann aber flach, Herr Hahne.


Es haben sich noch andere mit ihrem Wort zum Sonntag befasst, hier zum Beispiel:

http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/07/de-dicto.html

http://ad-sinistram.blogspot.com/2009/10/gepeinigte-peiniger.html

Die jeweiligen Kommentare sind auch sehr aufschlussreich.



Eklat in Kreuzberg: Das ist der Mann der Sarrazin aus einem Restaurant schmiss - Politik Inland - Bild.de

Eklat in Kreuzberg: Das ist der Mann der Sarrazin aus einem Restaurant schmiss - Politik Inland - Bild.de

Arbeitssuche als Facharbeiter | NachDenkSeiten – Die kritische Website

Arbeitssuche als Facharbeiter | NachDenkSeiten – Die kritische Website

Sucht Euch doch ein anderes Volk...


Brecht reloaded:
Das Letzte, was sich eine Exportnation Deutschland leisten kann, ist eine europaskeptische Bevölkerung
Es ist dann wohl Zeit, sich eine neue zu wählen.

http://feynsinn.org/?p=9250

Donnerstag, 21. April 2011

Männerbünde...



http://www.unzensiert.zeitgeist-online.de/2011/04/20/capici-signiorina/

Capici, Signiorina?

Recht am Grunde haben die Genderisten, wenn einmal allgemein erkannt und darausher überwunden, einen der illustersten schlechten Späße der Neuzeit beigesteuert, werden vielleicht zum letzten Nagel im Sarge der ausgebrachten Politischen Korrektheit.
Ihr Versuch, alles, was normal ist, infrage zu stellen, wenn nicht gar anzuprangern, da sich so fühlend, des weiteren der Gleichmacherei bis hin zum restlos abgeschmackt Blödsinnigen, kennt kaum Vergleichbares.
In fanatischem Wuchern mit falschen Begriffen der Toleranz, Solidarität und - überdies! - Humanität werden Verständnis, Gemeinsamkeit und Menschlichkeit entkernt und obsolet.
Stammte dieses Stakkato des Irrsinns lediglich aus einer radikalfeministischen Ecke, unterstützt von extremen Homophilen, so wär’s eins; doch hat sich die Stoßrichtung in der sogenannten Mitte der Gesellschaft, bei den Bilderbergerblockflötenparteien zumal, weitgehend durchgesetzt.
Das heißt: L e n k e n d e  Kräfte wollen es genau so haben.
Das mag die Grünen-Kreisvorsitzende von Buxtehude nicht sonderlich interessieren, wohl aber mich.
Es sind MÄNNERBÜNDE, die dies maßgeblich unterstützen!
Capici, Signiorina?


Freitag, 18. März 2011

Ich lehne es weiterhin ab, Kernkraftwerke in Deutschland abzuschalten . . .

Ein Leben ohne Merkel ist machbar 

 http://www.rationalgalerie.de/archiv/index_1_449.html



Vollmond



Kein Verlust lyrics

Hast lebenslänglich gelauert
auf Deinen großen Sprung
hast mich vorne bedauert
mich verleugnet hintenrum
in meiner schwächsten Sekunde
Deinen Dolch nicht mehr versteckt
Hast auch zugetreten
die Gelegenheit benutzt
Mitgefühl geheuchelt
mich runtergeputzt
aus mir Kapital geschlagen
für Deinen Vorteil verkauft
Erinnerungen hochgehalten
auf mein Sentiment gebaut
um mich gekümmert nach Plan
längst die Seiten getauscht
meine Karten verraten
am anderen Tisch
mich mit alten Zeiten geblendet
Dein linkes Spiel gespielt
endlich nach Deinen Regeln
Dich wie der König gefühlt
In Deinem Rausch übersehen
für Dich war´s ´ne Nummer zu groß
Hast meinen Freund gemimt
dabei nur gelitten
den Neid vergessen
bei jedem neuen Tritt
[| From: http://www.elyrics.net/read/h/herbert-groenemeyer-lyrics/kein-verlust-lyrics.html |]
hast mich zum Fraß vorgeworfen
als ich schon längst nicht mehr stand
hast meine Schwäche genossen
Dein endlicher Kampf
Dir ging es nur noch um´s Messen
Du bist kein Verlust
Für mich warst Du nie Gegner
tausendprozentig vertraut Dir alles erzählt
vor Dir Intimstes aufgetaut
hab Dich vielleicht zwanghaft mit ´nem Heiligenschein
verseh´n hatte nie Probleme wer nimmt und wer gibt
nie rivalisiert diese Sicherheit versiebt
das Leben ist härter
haben die Unschuld verlor´n
Dir auf die Zunge gebissen
die Lippen verspannt
vom Ehrgeiz zerrissen
nie was beim Namen genannt
mich still erduldet
immer Haltung bewahrt
auf Deine Gelegenheit gewartet
sie sofort genutzt, knallhart
Dir ging´s nur noch um´s Messen
Du bist kein Verlust
 






Samstag, 8. Januar 2011

Das Essen - nur noch schädlich...

Kinder nehmen im Alter von 10 Jahren auch bei gesundem, empfohlenem Essen einen Schadstoffmix mit 81 krebserregenden Stoffen zu sich:

"Im Einzelnen fanden die Analysten 81 chemische Substanzen, von denen 42 als vermutlich oder wahrscheinlich krebserregend und fünf als sicher krebserregend eingestuft sind. Außerdem wurden 37 Substanzen entdeckt, die das Hormonsystem beeinträchtigen."

"Die Organisation legte bei der Zusammenstellung des typischen Essensplans eines Kindes die Empfehlungen des französischen Gesundheitsministeriums zugrunde. Dazu zählt die Aufforderung, fünfmal am Tag frisches Obst und Gemüse sowie Milchprodukte zu essen. Gefunden wurden bei anschließenden Labor-Untersuchungen Chemikalien, Pestizide, Schwermetalle und andere Schadstoffe."

Mehr darüber lesen:

http://news.de.msn.com/wirtschaft/wirtschaft.aspx?cp-documentid=155403400

Dioxin-Skandal: Bauern fordern Entschädigung - Bio-Produkte auch belastet?

Berlin - Im Skandal um Dioxin im Futtermittel hat der Deutsche Bauernverband (DBV) seine Forderung nach Entschädigungen bekräftigt. «Wer den Schaden verursacht hat, muss ihn auch bezahlen», sagte Generalsekretär Helmut Born dem Berliner «Tagesspiegel». Laut Experten könnten auch Bio-Produkte belastet sein.

Weiter lesen:

http://news.de.msn.com/politik/politik.aspx?cp-documentid=155773164

Dioxinskandal: Jetzt auch Fleisch verseucht - Verdacht des Betrugs und der Steuerhinterziehung

München (dapd/afp). Im Skandal um mit Dioxin verseuchtes Tierfutter haben die Behörden erstmals erhöhte Dioxinwerte auch in Tieren festgestellt. Das berichtet das Nachrichtenmagazin «Focus» unter Berufung auf einen Sachstandsbericht vom 6. Januar, den die Bundesregierung am Freitag nach Brüssel schickte. Gegen den Futtermittelhersteller Harles und Jentzsch besteht jetzt auch der Verdacht des Betrugs und der Steuerhinterziehung.

Mehr erfahren:

http://news.de.msn.com/politik/politik.aspx?cp-documentid=155790180