Mittwoch, 28. Januar 2009

Israel wirft venezolanische Diplomaten aus dem Land:






Israel wirft Diplomaten aus Venezuela raus

Zwischen dem venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez und Israel ist ein heftiger Streit entbrannt. Deshalb weist Israel die Diplomaten aus.

Jerusalem - Israel hat venezolanische Diplomaten ausgewiesen, wie das Außenministerium in Jerusalem am Mittwoch verlautbarte. Der Schritt ist eine Reaktion auf eine Entscheidung Venezuelas, aus Protest gegen die israelische Offensive im Gazastreifen die diplomatischen Beziehungen abzubrechen.

Ein Sprecher des israelischen Außenministeriums sagte, der Ausweisungsbefehl sei am Dienstag zugestellt worden. Die venezolanischen Diplomaten hätten bis Freitag Zeit, das Land zu verlassen. Auch Bolivien hat seine diplomatischen Beziehungen zu Israel abgebrochen.

Die venezolanische Regierung kündigte an, sich bei den Vereinten Nationen dafür einzusetzen, dass sich Israels Führer vor dem Internationalen Strafgerichtshof für "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" verantworten müsse.

Venezuela hatte den Militäreinsatz im Gazastreifen als "Staatsterrorismus" verurteilt. Israel warf der Regierung von Präsident Hugo Chávez daraufhin ein "Bündnis mit Terroristen" vor. Chávez sprach seinerseits von einem "Mörderstaat" und warf der israelischen Armee "Feigheit" vor.

Boliviens Präsident Evo Morales forderte den Internationalen Strafgerichtshof auf, Untersuchungen im Gazastreifen aufzunehmen. Israel verstoße systematisch gegen Grundsätze des humanitären Völkerrechts und setze sich über Beschlüsse des Weltsicherheitsrates hinweg, sagte er. (APA/AP/AFP)

Die Welt nach Gaza ist eine andere...

das beschreibt auch ein Artikel in Press TV.

Und, dieser Artikel wirft viele wichtige Fragen auf, die wir alle gerne beantwortet hätten, die wir nicht gleichgültig durch die Weltgeschichte tappen.

In diesem Artikel wird zugeraten, hoffnungsvoll zu sein, aber mit dem Schlimmsten zu rechnen. Es ist im Angesicht dessen, was wir bisher nicht zu denken wagten, und doch geschieht, wohl das, was der Wirklichkeit in der Politik der Staaten zur Zeit am angemessensten erscheint.

Die Politiker machen, was sie wollen und für richtig halten - das Volk ist ihnen weitgehend egal, das Völkerrecht auch, und die diversen Rechtsprechungen sowieso. Sie machen ihre eigenen Regeln, mit denen sie die Welt überziehen, und lassen es sich selber gut gehen. Auf diverse Anfragen gibt es wahlweise keine Antworten - ausweichende - oder arrogante Zumutungen. Das Volk darf sie wählen, wenn es Lust hat, dazu ist es irgendwie noch gut - um den Anschein der Demokratie zu wahren, ansonsten halten die Politiker das Volk für zu dumm, um durchzublicken. Abgesehen davon, dass dies überheblich ist, wollen sie aber das Volk genauso haben...

Mucken doch welche auf, finden sich Mittel und Wege, dies auszuschalten. Das bahnte sich alles schon an, bevor die Greuel in Gaza stattfanden. Es gab auch in anderen Kriegen Hinweise auf wenig Rücksicht, und abgehobenes Vorgehen. Gaza allerdings durchbrach eine Schallmauer, die vorher noch nicht ganz zerbrochen war.

Die Welt nach Gaza ist zerrissener denn je, und rücksichtslos geworden. Es zeichnet sich ab, dass es gar nicht so sehr gewolllt ist, das Zerrissene zu flicken, die Differenzen aufzuarbeiten, und heilenden Frieden herzustellen. Menschen werden nicht mehr unbedingt als wertvoll angesehen, Leben ist nicht mehr heilig.

Es ist so, als sollte das religiöse Geschwätz von Armaggedon und dem Endgericht, damit Jesus die Lösung für ein anderes Reich auf Erden mitbringt, mit aller Gewalt und Menschenverachtung in die Tat umgesetzt werden. Es ist aber nicht anzunehmen, dass der Himmel denen die Arbeit abnimmt, die nun glauben, Jesus sollte das für sie tun.

Es ist auch wieder die Rede von der Samson Option. Was diese ist, kann man hier nachlesen:

http://74.125.77.132/search?q=cache:mOTQT_SrwOUJ:www.standingwithisrael.org/synapse/data/2858/documents/Die%2520Simson%2520Loesung.doc+Samson+Option&hl=de&ct=clnk&cd=1&gl=de&lr=lang_de


Danach wäre die Welt vollends eine andere, möglicherweise ohne uns alle.

Die Fragen in dem Artikel bei Press TV kann in einer Frage zusammen gefasst werden:

Wer stoppt die Wahnsinnigen dieser Erde?

Wer den Artikel in englischer Sprache lesen will, hier der Link:

http://www.presstv.ir/Detail.aspx?id=83887&sectionid=3510303

Das Spiel mit dem Atomfeuer

http://www.freitag.de/2004/27/04270902.php



25.06.2004


Jürgen Rose

Sterben mit den Philistern


ISRAELS MASSENVERNICHTUNGSWAFFEN (II)*Seit 1967 wurden in den Kriegen und Konflikten mit der arabischen Umgebung mehrfach Nuklearschläge in Erwägung gezogen

Israel hat ein umfangreiches Atomwaffenpotenzial zu seiner Verfügung und ist zur fünft stärksten Nuklearmacht der Welt aufgestiegen, schrieb Jürgen Rose in seinem ersten Artikel (Freitag 26/2004) über das größte nationale Arsenal an Massenvernichtungswaffen im Nahen Osten. Er verwies auf den Bestand von heute 400 bis 500 Atomsprengköpfen, die strategische Triade (land-, luft- und seegestützt) bei den Trägersystemen sowie die Fähigkeit zum Bau von Interkontinentalraketen. Im zweiten Teil seiner Analyse beschäftigt sich der Autor mit der Einsatzstrategie für dieses Potenzial.

Parallel zum Aufbau eines Arsenals an Kernwaffen gab es für die israelische Armee über Jahrzehnte hinweg gleichfalls eine Evolution der Einsatzstrategie. Ausgangspunkt aller Optionen war die Überzeugung, nur auf diese Weise würde es möglich sein, einer mutmaßlichen arabischen Bedrohung eine ultimative Abschreckungsmacht entgegenzusetzen. Nuklearwaffen sollten als ultima ratio sicherstellen, dass es nie wieder zu einem Massaker am jüdischen Volk kommen würde. Als symbolische Metapher hierfür diente die sogenannte "Samson-Option", die sich eines biblischen Mythos bediente. Demzufolge wurde Samson - gefangen nach blutigem Kampf - von den Philistern geblendet und in Dagons Tempel in Gaza öffentlich zur Schau gestellt. Dem Tode nahe bat der Gemarterte seinen Gott, ihm ein letztes Mal Kraft zu geben, und rief: "Ich will sterben mit den Philistern!" Danach konnte Samson die Säulen des Tempels beiseite schieben, woraufhin das Dach einstürzte und alle unter sich begrub. Bezogen auf diesen Mythos des Widerstehens und der Unbesiegbarkeit erhielten Israels Atomraketen den Decknamen "Tempelwaffen".

Gegen Syrien und Ägypten

Während der vergangen Jahrzehnte gab es vier Situationen, in denen ein Einsatz von Kernwaffen durch die israelische Armee ernsthaft erwogen wurde. Erstmals während des Sechs-Tage-Krieges im Juni 1967, als Atombomben für den Fall in Reserve gehalten wurden, dass ein Erfolg des konventionell geführten Präventivkrieges gegen Ägypten, Jordanien und Syrien ausbleiben sollte.

Während des Oktoberkrieges 1973 wurde ein Schlag mit Nuklearwaffen nicht nur in Betracht gezogen, sondern am 8. Oktober 1973 bereits der Befehl erteilt, 13 Kernwaffen für einen Angriff auf die militärischen Hauptquartiere in Kairo und Damaskus vorzubereiten, nachdem Verteidigungsminister Moshe Dayan einen Zusammenbruch der israelischen Defensivoperationen im damaligen Zweifrontenkrieg prophezeit hatte. Mit dieser nuklearen Mobilmachung gelang es der Regierung unter Premierministerin Golda Meir, die USA erheblich unter Druck zu setzen und massive Nachschublieferungen an Munition und Rüstungsmaterial zu erzwingen. Gleichzeitig schienen die Oberkommandierenden in Ägypten und Syrien von dem drohenden Enthauptungsschlag derart beeindruckt, dass sie ihre Panzerverbände nicht weiter vorrücken ließen. Nachdem Israel daraufhin am 14. Oktober 1973 den atomaren Gefechtsalarm zunächst aufgehoben hatte, wurde er wenige Tage später erneut ausgelöst, nachdem die US-Regierung ihrerseits das Strategische Bomberkommando alarmierte. Die Sowjetunion sollte von einem möglichen Eingreifen zugunsten Syriens und Ägyptens abgehalten werden. Die Lage entspannte sich erst, als ein Waffenstillstand sämtliche Kampfhandlungen beendete.

Ein weiteres Mal war die atomare Option Teil des militärischen Kalküls, als 1982 bei der Invasion im Libanon ("Operation Oranim") der damalige Verteidigungsminister Ariel Sharon mit dem Gedanken spielte, Syrien mit Kernwaffen anzugreifen. Schließlich kündigte Israels Regierung während des Golfkrieges von 1991 für den Fall eines irakischen Angriffs mit chemischen oder biologischen Waffen einen nuklearen Gegenschlag an.

Wie die Beispiele zeigen, ist das israelische Kernwaffenpotenzial vollends in eine militärische wie auch politische Strategie integriert, die unter der Bezeichnung Nonconventional Compellence (nicht-konventioneller Druck) praktiziert wird. Ex-Premier Shimon Peres - einer der Protagonisten einer Aufrüstung mit Massenvernichtungswaffen - charakterisierte das dem zugrunde liegende strategische Motiv mit den Worten: "Ein überlegenes Waffensystem zu haben, schafft die Möglichkeit, es für die Ausübung von Druck zu nutzen. Das heißt, die andere Seite zu zwingen, Israels Forderungen zu akzeptieren, was wahrscheinlich dazu führt, dass der traditionelle Status quo hingenommen und ein Friedensvertrag unterzeichnet wird."

Darüber hinaus garantiert das israelische Nuklearpotenzial den uneingeschränkten Beistand des amerikanischen Alliierten und verhindert eine unerwünschte Parteinahme Europas zugunsten der arabisch-palästinensischen Position - getreu der Maxime: "Wenn ihr uns in einer kritischen Situation nicht helfen wollt, werden wir euch veranlassen, uns zu helfen, oder uns gezwungen sehen, unser Potenzial einzusetzen."

Selbst auf Rom

Aufschlussreich sind in diesem Kontext die Aussagen des israelisch-niederländischen Militärhistorikers Martin van Creveld, eines international bekannten Professors für Militärgeschichte an der Hebräischen Universität von Jerusalem, aus dem vergangenen Jahr. Van Creveld bemerkte in einem Interview mit dem niederländischen Magazin ELSEVIER zu den Plänen der Likud- Regierung, eine unüberwindliche Mauer zwischen Israel und dem Westjordanland zu errichten, Sharon verfolge in letzter Konsequenz das Ziel, alle Palästinenser aus der dann errichteten "Festung Israel" deportieren zu können. Auf die Frage, ob die Welt eine derartige ethnische Säuberung zulassen würde, meinte van Creveld: "Das liegt daran, wer es tut und wie schnell es geht. Wir haben einige Hunderte von Atomsprengkörpern und Raketen und können sie auf Ziele überall werfen, selbst auf Rom. Bei einem Einsatz von Flugzeugen sind die meisten europäischen Hauptstädte ein Ziel."

Die Auffassung mag extrem erscheinen, aber da sich die israelische Gesellschaft offenkundig polarisiert, wird der Einfluss der radikalen Rechten stärker. Es ist keineswegs auszuschließen, dass Gush Emunim, einige säkulare rechte Fanatiker oder zu allem entschlossene Generäle die Kontrolle über die israelischen Nuklearwaffen übernehmen.

Europa sollte sich insofern angesichts einer brisanten Zuspitzung des Palästina-Konfliktes weniger über die Bedrohung durch nicht vorhandene oder allenfalls begrenzt einsatzfähige Massenvernichtungswaffen in der islamischen Welt Sorgen machen. Es sollte sich viel mehr mit dem jederzeit einsetzbaren Massenvernichtungspotenzial eines Staates beschäftigen, der in wenigen Jahrzehnten der Weltgemeinschaft permanent bewiesen hat, dass ihm Völkerrecht und Menschenrecht gleichgültig sein können.

Dipl. Päd. Jürgen Rose ist Oberstleutnant der Bundeswehr. Er vertritt in diesem Beitrag nur seine persönlichen Auffassungen.

Delegitimation des zionistisch-israelischen Rassismus

http://nemetico.twoday.net/stories/delegitimation-des-zionistisch-israelischen-rassismus/


Wer wäre in unseren "aufgeklärten Zeiten" nicht gegen Rassismus? Das mögen sich manche naiven Gemüter denken.
Doch Rassismus ist kein Thema, das etwa mit der Niederlage der amerikanischen Südstaaten 1865, der Niederlage des "Dritten Reichs" 1945 oder den Teilerfolgen der schwarzen Bürgerrechtsbewegungen in den USA "erledigt" wäre.
Der Zentralrat der Juden, der behauptet, im Namen "aller Juden" zu sprechen, verkündete durch den Mund von Charlotte Knobloch folgendes:
Meine Damen und Herren,
die Freunde Israels wissen, dass das jüdische Volk seit 4.000 Jahren durchgehend im Nahen Osten lebt.

Seit 4000 Jahren, also seit 2000 vor unserer Zeitrechnung ("nach Christus")? Jedem Historiker und halbwegs geschichtlich gebildeten Menschen ist bewußt, dass das eine absurde Behauptung ist, die durch keine Fakten gedeckt ist. 2000 v. Chr konnte weder in religiöser, noch in "völkischer" Hinsicht von einem "jüdischen Volk" die Rede sein.
Jene, die gegangen sind, haben dies nicht aus freien Stücken getan, sondern weil fremde Mächte sie vertrieben haben.
Als im Jahr 1948 der jüdische Staat gegründet wurde, war dies nicht etwa eine Ungerechtigkeit, sondern die Korrektur eines historischen Fehlers.

Die bekannte Lesart: das in seine Heimat "zurückgekehrte" "jüdische Volk". Zwar verwendet Knobloch intelligenterweise nicht den Begriff "Rasse", doch ihre Argumentation legt die Existenz einer 2000jährigen "Stammesgeschichte" aufgrund von "Blutlinien" und "Vererbung" nahe. Nicht anders haben (durchweg rechtsextreme) Ideologen, die in "Rassen" historische Entitäten sehen wollten und wollen, eine solche "definiert".
Der israelische Historiker Shlomo Sand bringt diese Staatsideologie des Staates Israel, der behauptet, ein Staat des "jüdischen Volkes" zu sein, folgendermaßen auf den Punkt:
Für einen Israeli besteht kein Zweifel, dass das jüdische Volk existiert, seit es auf dem Sinai von Gott die Thora1 empfing und dass er selbst dessen direkter Nachkomme ist. Er glaubt auch, dass sich dieses Volk, aus Ägypten kommend, im "gelobten Land" niederließ, wo das ruhmvolle Königreich Davids und Salomos entstand, das sich später in die Reiche Judäa und Israel teilte. Und er weiß, dass es zweimal vertrieben wurde - im sechsten vorchristlichen Jahrhundert nach der Zerstörung des Ersten Tempels und im Jahr 70 n. Chr., nach der Zerstörung des Zweiten Tempels. Darauf folgten knapp zweitausend Jahre des Umherirrens. So verschlug es das jüdische Volk in den Jemen, nach Marokko, nach Spanien, nach Deutschland, Polen und bis weit nach Russland hinein. Doch es gelang ihm stets, die Blutbande zwischen seinen versprengten Gemeinden zu bewahren. Deshalb blieb seine Einzigartigkeit erhalten. Ende des 19. Jahrhunderts reiften die Bedingungen für seine Rückkehr in die uralte Heimat heran. Ohne den Völkermord der Nazis hätten Millionen Juden nach und nach und in aller Selbstverständlichkeit Eretz Israel (das Heilige Land: die geografische Region Israel) wieder besiedelt, denn davon träumten sie seit zwanzig Jahrhunderten. Unberührt lag Palästina da und wartete auf sein ursprüngliches Volk, auf dass es das Land wieder zum Erblühen brächte. Denn es gehörte ihm, nicht dieser geschichtslosen Minderheit, die der Zufall dorthin verschlagen hatte. Gerecht waren also die Kriege, die das verstreute Volk führte, um sein Land wieder in Besitz zu nehmen; und kriminell war der gewalttätige Widerstand der ansässigen Bevölkerung.
Und der unbeirrbare Historiker Shlomo Sand charakterisiert dieses Bild, das auch nach wie vor unsere Mainstream-Medien beherrscht, folgendermaßen:
Diese Deutung der jüdischen Geschichte ist das Werk versierter Vergangenheitskonstrukteure, deren blühende Fantasie seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus Versatzstücken der jüdisch-christlichen Religionsgeschichte eine ununterbrochene Stammesgeschichte für das jüdische Volk erfand.
Erfand?
Kann man die Bibel als Geschichtsbuch lesen?
fragt Shlomo Sand und beantwortet diese Frage:
Die ersten jüdischen Historiker der Neuzeit wie Isaak Markus Jost (1793-1860) und Leopold Zunz (1794-1886) hätten diese Frage mit Nein beantwortet. In ihren Augen war das Alte Testament ein theologisches Werk. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts fanden sich Historiker (insbesondere Heinrich Graetz, 1817-1891), die eine "nationale" Lesart der Bibel entwickelten: Abrahams Aufbruch nach Kanaan, den Auszug aus Ägypten, das vereinigte Königreich Davids und Salomos stellten sie als Berichte über eine wahre nationale Vergangenheit dar.

Die Frage ist in der Tat: was ist denn historisch wirklich wahr an diesen Geschichten, die auch in unseren Schulen im Religionsunterricht gelehrt werden?
Die zionistischen Historiker beten seither diese "biblischen Wahrheiten" nach, die zum täglichen Brot im israelischen Bildungs- und Schulwesen gehören.
Shlomo Sand fährt fort:
In den 1980er-Jahren erschütterte ein Erdbeben die Gründungsmythen: Nach neueren archäologischen Erkenntnissen kann im 13. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung gar kein großer Exodus stattgefunden haben. Auch konnte Moses die Hebräer nicht aus Ägypten heraus- und ins "gelobte Land" führen - einfach weil dieses sich damals in den Händen der Ägypter befand.
Auch mittelmäßig gebildete historische Laien wissen, dass allenfalls die sogenannte "Hyksos" - Fremdherrschaft in Ägypten zu der Moses - Geschichte passen könnte.
Es wurden vielfach Spekulationen darüber angestellt, dass die Erinnerung an die Vertreibung der Hyksos aus Ägypten nach Kanaan den biblischen Mythos vom Auszug aus Ägypten beeinflusst hat.
(wikipedia)
Die Hyksos stellten allerdings ein buntes Völkergemisch aus semitischen, churritischen und amuritischen dar. Als "Herren der Fremdländer" errichteten sie eine etwa 100jährige Fremdherrschaft über Ägypten, ehe sie gestürzt wurden. Nur ein (prorömischer) jüdischer Historiker, Flavius Josephus, behauptete über 1500 Jahre später einen Zusammenhang mit den Stämmen Israels, wohl um die Moses - Legende zu stützen.
Weiter Shlomo Sand:
Darüber hinaus findet sich nirgends ein Hinweis auf einen Sklavenaufstand im Reich der Pharaonen noch auf eine rasche Eroberung des Landes Kanaan durch irgendwelche Eindringlinge.
Auch andere biblische Mythen haben vor der Geschichtsforschung keinen Bestand, so Shlomo Sand weiter:
Vom prachtvollen Königreich Davids und Salomos gibt es keine Überreste. Die Entdeckungen des vergangenen Jahrzehnts zeigen, dass damals zwei kleine Reiche existierten: das mächtigere Israel im Norden und der Zwergstaat Judäa im Süden. Dessen Bewohner, die Judäer, wurden jedoch nicht im sechsten vorchristlichen Jahrhundert vertrieben: Nur die geistigen und politischen Eliten mussten sich in Babylon niederlassen, wo sie die persischen Kulte kennenlernten - und aus dieser folgenreichen Begegnung entwickelte sich der jüdische Monotheismus.
In dieser Zeit entwickelte sich in Persien die monotheistische Zarathustra - Religion, die die deportierten Eliten aus Palästina zweifellos beindruckte.
Auch die Vertreibung der Juden aus dem "heiligen Land" nach dem Barkochba - Aufstand ist nach Shlomo Sand ein Mythos:
Aber wie steht es mit der Vertreibung des Jahres 70 unserer Zeitrechnung; hat sie tatsächlich stattgefunden? Erstaunlicherweise hat sich die Forschung mit diesem wichtigen identitätsstiftenden Ereignis noch nie beschäftigt, und zwar aus einem ganz einfachen Grund: Die Römer haben an der gesamten Ostküste des Mittelmeers nie ein Volk ins Exil geschickt. Mit Ausnahme der versklavten Gefangenen lebten die Judäer auch nach der Zerstörung des Zweiten Tempels auf ihrem Land.
Kenner historischer Fakten wissen beispielsweise auch, dass der legendäre Kaiser Julian (Apostata), der ein scharfer Gegner des jungen Christentums war, die jüdische Religion als Gegengewicht (neben dem von ihm präferierten Heidentum) sehr förderte und den Wiederaufbau des Tempels in Jerusalem mit aus aller Welt herbeigekommenen jüdischen Bauleuten in Angriff nahm. Ein Ansiedlungsverbot von Juden in Jerusalem bestand zu dieser Zeit definitiv nicht mehr (361-363 n. Chr.).
Wenn es aber keine Massenvertreibung nach dem jüdischen Aufstand (70 n. Chr.) gab, sondern nur eine Deportation rebellischer Eliten, wie kam es dann zur Ausbreitung des Judentums?
Woher kommen also die zahlreichen seit der Antike rund um das Mittelmeer ansässigen Juden, wenn es keine Deportation aus dem römisch besetzten Palästina gab? Hinter dem Vorhang der nationalen Geschichtsschreibung verbirgt sich eine erstaunliche historische Realität: Vom Makkabäeraufstand im zweiten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung bis zum Bar-Kochba-Aufstand von 132 bis 135 n. Chr. war das Judentum die erste Bekehrungsreligion.
Belege dafür finden sich auch zahlreich in der biblischen Apostelgeschichte, wo sich eine scharfe Rivalität zwischen den "Urchristen" und "Juden" im gesamten Mittelmeerraum ablesen läßt (ideologische Rechtfertigung später für die Judenfeindlichkeit der römisch-katholischen Kirche).
Shlomo Sand:
Nicht nur die Schriften von Flavius Josephus legen Zeugnis vom Proselyteneifer der Juden ab. Zahlreiche lateinische Schriftsteller, von Horaz bis Seneca, von Juvenal bis Tacitus, äußern eine Furcht vor jüdischer Bekehrung. Mischna und Talmud(3) erlauben den Übertritt - obwohl die Talmudgelehrten angesichts wachsenden Drucks durch das Christentum Vorbehalte äußern.
Mit der konstantinischen Wende zu Beginn des vierten Jahrhunderts, die dazu führte, dass das Christentum im Jahr 380 Staatsreligion wurde, ist die Ausbreitung des Judentums zwar nicht zu Ende, doch wird der jüdische Bekehrungseifer damit an die Ränder des christlichen Kulturraums zurückgedrängt.

Den jüdisch-mosaischen Missionaren gelang es, zahlreiche Populationen zum Übertritt zum Judentum zu bekehren. Shlomo Sand nennt folgende Beispiele:
  • im Gebiet des heutigen Jemen das starke jüdische Königreich Himjar, dessen Nachkommen auch nach dem Sieg des Islam bis in die Neuzeit hinein an ihrem Glauben festhielten.
  • Berberstämme, die im siebten Jahrhundert zum Judentum übertraten: die legendäre jüdische Berberkönigin Dihya al-Kahina
  • Judaisierte Berber beteiligten sich an der Eroberung der iberischen Halbinsel.
  • die jüdisch-muslimische Symbiose, die sich in Spaniens maurischer Kulturgeschichte widerspiegelt.
  • Die Chasaren traten geschlossen zur jüdischen Religion über
  • Die Ausbreitung des Judentums vom Kaukasus bis zur heutigen Ukraine ließ zahlreiche Gemeinden entstehen, die erst die Mongolen im 13. Jahrhundert nach Osteuropa abdrängten.Dort bildeten sie gemeinsam mit den aus den südslawischen Regionen und dem heutigen Deutschland zugewanderten Juden das Fundament der großen jiddischen Kultur.
Shlomo Sand weist darauf hin, dass den Ideologen des Zionismus diese Zusammenhänge wohl bekannt waren, aber aus politischen Gründen unter den Tisch fallen mussten:
Bis in die 1960er-Jahre hinein tauchen diese Fakten noch in der zionistischen Geschichtsschreibung auf. Später werden sie zunehmend an den Rand gedrängt und verschwinden schließlich ganz aus dem öffentlichen Bewusstsein Israels: Im Jahr 1967 konnten die Eroberer der Stadt Davids natürlich nichts anderes sein als direkte Nachfahren seines mythischen Königreichs und nicht etwa, Gott bewahre, die Abkömmlinge von Berberkriegern oder chasarischen Reitern. Seitdem gelten die Juden als ein spezifisches ethnos, das nach zweitausend Jahren Exil und Wanderschaft endlich in seine Hauptstadt Jerusalem zurückgekehrt ist.
Die moderne Variante des "Ahnenpasses" (Ariernachweis) aus dem Dritten Reich
Besonders abstrus sind Versuche der zionistischen Geschichtsfälscher, biologistische "Rassentheorien" zu konstruieren:
Die Verfechter dieser linearen Erzählung mobilisieren nicht nur den Geschichtsunterricht, sondern holen auch die Biologie ins Boot. Seit den Siebzigerjahren setzen "wissenschaftliche" Forschungen alles daran, die genetische Verwandtschaft der Juden aus aller Welt zu beweisen.
Jeder halbwegs gebildete Mensch sollte heutzutage eigentlich wissen, dass "Völker" und "Nationalstaaten" ihre Existenz nicht "rassischen" Blutlinien verdanken, sondern historischen Ereignissen, die zu zahlreichen Völkervermischungen führten. Es sollte auch zum Allgemeingut eines Menschheitswissens gehören, dass die "arische Rasse" der Nationalsozialisten nichts anderes als eine Mystifikation aus politischen Gründen war.
Mit der "jüdischen Rasse" bzw dem "jüdischen Volk" aber, so hätten es die zionistischen Ideologen gerne, soll es sich anders verhalten. Sie finden darin typischerweise lebhafte Zustimmung bei den ideologischen Nachfahren des Hitlerismus (ich verzichte auf die Angabe zahlreicher entsprechender Links).
"Rasse" ist bekanntlich kein biologisch festschreibbarer und definierbarer Begriff, weil die Charakteristika einer "Rasse" stets vollkommen willkürlich festgelegt werden können.
Eine Studie von Zürcher Gen-Analytikern zeigte 2007, dass 10 % aller Deutschen jüdische Vorfahren haben und kommentierte diese Erkenntnis folgendermaßen:
«Hätten wir Genmaterial von Adolf Hitler, könnten wir unter Umständen nachweisen, dass zu seinen Vorfahren auch Juden gehörten», sagt Inma Pazos von Igenea. «Das zeigt, wie absurd Rassismus ist. Denn genetisch gesehen sind wir alle ein Gemisch.»
Abgesehen davon kann keine "Blutsverwandtschaft" irgendeiner Population den Massenmord an einer anderen begründen.
Doch Rassismus hat letztlich immer eine politische Funktion, er entwickelt sich immer dort, wo es für mächtige Interessen nützlich ist. Besonders im Falle des vermeintlich "völkischen" Konfliktes zwischen "Juden"/Israelis und Palästinensern gibt jede Rassenmythologie auch vom "genetischen" Standpunkt nichts her.
Solche Rassentheorien wissenschaftlich zu widerlegen kann sehr gefährlich sein, wie folgender Fall zeigt:
Eine wissenschaftliche Untersuchung, die zeigt, dass orientalische Juden und Palästinenser genetisch gesehen fast identisch sind, wurde aus einer führenden wissenschaftlichen Zeitschrift entfernt. Wissenschaftler, die schon Kopien des Artikels des Human Immunology erhalten haben, wurden gebeten, diese Kopien zu vernichten. Solch eine drastische Art der Selbstzensur ist in der Wissenschaft bis jetzt einmalig und führte zu einer allgemeinen Beunruhigung und zur Befürchtung, wissenschaftliche Ergebnisse die biblische Grundsätze betreffen, könnten unterdrückt werden.
Den Originalartikel im "Guardian" können Sie hier nachlesen.
Der Artikel des spanischen Genforschers Professor Antonia Arnaiz-Villena, von der Universität Complutense in Madrid "The Origin of Palestinians and their Genetic Relatedness with other Mediterranean Populations" (Der Ursprung der Palästinenser und ihre genetische Verwandschaft zu anderen Völkern des Mittelmeeres) enthielt Untersuchungen zu genetischen Varianten innerhalb anderer Bevölkerungsgruppen des Orients, also scheinbar ganz im Sinne gängiger Rassentheorien.
Wie schon frühere Untersuchungen zeigten, kamen die Wissenschaftler auch diesmal zu dem Ergebnis, dass es keinerlei Anhaltspunkte dafür gibt, dass das jüdische Volk genetisch gesehen sich von den anderen Völkern der Region unterscheidet.
Hier der Link zu einem PDF dieses Aufsatzes.
Damit jedoch stellten die Wissenschaftler implizit die Behauptung der Zionisten in Frage, "die Juden" (wie auch immer verstanden) seien "das auserwählte Volk" und "das Judentum" könne nur vererbt werden.
Die Herausgeberin der Zeitschrift, Nicole Sucio-Foca von der Columbia University in New York, behauptet, der Artikel habe deshalb so für Furore gesorgt, weil er extreme politische Meinungen enthalte, so dass sie ihn schließlich zurücknehmen musste. Der Artikel wurde wieder von der Website des Human Immunology entfernt, und es wurden Briefe an Bibliotheken und Universitäten geschrieben mit der Bitte, den Artikel nicht zu beachten oder noch besser "die entsprechenden Seiten zu entfernen." Arnaiz-Villena wurde als Redakteur gefeuert.
Weitere Quellen zu diesem zeitgenössischen Galilei-Fall siehe hier.
Auch die moderne Genforschung widerlegt also "völkische" (rassistische) Argumentationslinien und stützt sie nicht.
Zumindestens die sephardischen Juden und die Palästinenser sind demnach vom genetischen Standpunkt sehr eng verwandt. Zu dumm.
Mehr noch.
Shlomo Sand wirft gegen die zionistische Rassenideologie die Frage auf:
Sind Palästinenser die echten "Kinder Israels"?
Diese Sachverhalte waren früheren Generationen von Judaisten durchaus bekannt. Sogar führende Zionisten verschwiegen nicht, dass die Palästinenser die Nachkommen der Israeliten seien. Yitzhak Ben-Zvi, später zweiter Präsident der Republik Israel, äußerte 1929: "... die überwältigende Mehrheit der Kleinbauern haben ihren Ursprung nicht bei den arabischen Eroberern, sondern eher, vor diesen, in den jüdischen Bauern, die reich an Zahl waren und die Mehrheit beim Aufbau des Landes stellten." Ähnliches hörte man damals von David Ben Gurion.
siehe auch eine Untersuchung von Arielle Oppenheim von der Hebräischen Universität in Jerusalem:
Die enge Verwandtschaft zur palästinensischen Bevölkerung erklären die Wissenschaftler damit, daß der Großteil der palästinensischen Araber, Christen und Muslime, Nachkommen der jüdischen Bevölkerung im einstigen Palästina seien.
Damit ist die Lebenslüge, die Basisideologie des Staates Israel endgültig ausgehebelt. Doch eine ausgehebelte Lüge ist noch keine ausgehebelte Realität.
Denn es kann ja kein Zweifel daran bestehen, dass die Unterdrückung der Palästinenser und die Herrenmenschenideologie quasi den Rang eines israelischen Verfassungsprinzips hat (eine geschriebene Verfassung israels gibt es bekanntlich nicht). Die "ideologische" Begründung dafür, dass der Staat Israel ein "jüdischer Staat" (religiös oder "rassisch") zu sein habe, mag zwar in jeder Hinsicht wackelig sein, aber die "Basis" ist stabil: es handelt sich um die Interessen der Rüstungs- und "Sicherheits"industrie, die an diesem Konflikt seit Jahrzehnten Unsummen Geld verdient. Der ideologische Überbau dafür muss eben immer wieder konstruiert werden, auch wenn er umfassend wurmstichig ist.
Shlomo Sand:
Sechzig Jahre nach seiner Gründung weigert sich Israel, eine Republik für alle seine Bürger zu sein. Da knapp ein Viertel der Staatsbürger als Nichtjuden gelten, ist dieser Staat dem Geist seiner Gesetze nach nicht der ihre.
Von den staatenlosen Palästinensern in den seit 1967 besetzten Gebieten und in den Flüchtlingslagern in den Nachbarländern ganz zu schweigen.
Es ist kein leichtes Unterfangen, eine neue jüdische Geschichte zu schreiben, denn die Juden sind keine durch einen gemeinsamen Ursprung vereinte, in zweitausendjähriger Wanderschaft über die Welt verstreute Ethnie, sondern haben schon immer, meist durch Konversion, in verschiedenen Gegenden der Welt Religionsgemeinschaften gebildet.
Es ist natürlich immer verführerisch, aufgrund der Zugehörigkeit zu einer konstruierten"Ethnie" sich als Bestandtteil eines "Herrenvolkes" zu fühlen, was für alle "Nationalstaaten" des 19. und 20. Jahrhunderts prägend war.
Für die Entwicklung der Geschichtsschreibung sowie überhaupt für den Prozess der Modernisierung spielt bekanntlich die Erfindung des Nationalstaats eine herausragende Rolle. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts zerplatzten die mit dem Nationalstaat verbundenen Träume. Immer mehr Wissenschaftler analysieren, sezieren, dekonstruieren die großen nationalen Erzählungen und vor allem den von den Chronisten hochgehaltenen gemeinsamen Ursprungsmythos - auf dass an die Stelle der Identitätsalbträume von gestern neue Träume treten können.
Neue Träume braucht die Welt, denn sie ist letztlich "One World".
Rassentheorien, "völkische" Legenden und Mythen vom "auserwählten Volk" gehören auf den Müllhaufen der Geschichte.

Dienstag, 27. Januar 2009

John Updike ist gestorben

Er war einer der Lieblingsschriftsteller, empfohlen von einer Freundin, die ihn auch schätzte:


http://www.welt.de/kultur/article3101651/Schriftsteller-John-Updike-stirbt-an-Lungenkrebs.html


USA

Schriftsteller John Updike stirbt an Lungenkrebs


27. Januar 2009, 19:25 Uhr

Der US-Schriftsteller John Updike ist tot. Das teilte sein Verlag Alfred A. Knopf in New York mit. Der Autor ist im Alter von 76 Jahren gestorben. Er erlag einer Lungenkrebserkrankung. 1960 gelang Updike mit dem Roman "Hasenherz" der Durchbruch. Er galt lange als aussichtsreicher Anwärter für den Literaturnobelpreis.


Der US-Autor John Updike ist tot

Der US-Schriftsteller John Updike ist tot. Er erlag im Alter von 76 Jahren einer Lungenkrebserkrankung, wie sein Verlag Alfred A. Knopf in New York mitteilte.

Updike wurde 1932 in Reading/Pennsylvania geboren. Er studierte am Harvard College und arbeitete beim Magazin "The New Yorker". Der Autor wurde für seine Romane, Essays und Gedichtbände mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt.

Updike galt als einer der herausragendsten Chronisten der amerikanischen Gesellschaft nach dem Zweiten Weltkrieg. Regelmäßig schmückte sein Name die Bestsellerlisten. Er brachte über 50 Bücher heraus – seine Themen reichten von Sex, Scheidungen, Abenteuern, Frauenemanzipation, Gesellschaftskritik bis hin zum Baseball. 1989 erschienen seine vielbeachteten Memoiren "Selbst-Bewusstsein".

Der Autor wurde für seine Romane, Kurzgeschichten und Gedichtbände mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, unter anderem zweimal mit dem Pulitzer-Preis. Er galt lange auch als aussichtsreicher Anwärter für den Literaturnobelpreis.

Berühmt wurde Updike mit dem Roman „Hasenherz“ (Rabbit, Run) dem 1960 erschienenen, ersten Band einer ganzen Rabbit-Reihe. Bis zum Jahr 2002 und dem Buch "Rabbit, eine Rückkehr" verfasste er fünf Bände über seinen Romanhelden.

Der Held der Geschichte, Harry "Rabbit" Angstrom, der den Ausbruch wagt, aber auf der Suche nach Selbstverwirklichung und Sinnhaftigkeit kläglich scheitert, gilt als eine der wichtigsten Figuren der amerikanischen Literatur. Zwei der Rabbit-Bücher brachten Updike die Pulitzer-Preise. "Die Hexen von Eastwick" (1985) waren ein weiterer Erfolg.
AP/dpa/fsl

Hartz IV - verfassungswidrig, was Kinder anbelangt:

Nun hat es das Bundessozialgericht der Agenda2010 mit allem Nachdruck in die Stirn gemeißelt: HartzIV ist ungerecht. Verfassungwidrig ungerecht. Heribert Prantl fährt mit dem Gesetz Schlitten, das er eine “gesetzgeberische Katastrophe” nennt. Es ist unfaßbar kompliziert und in vielen Bereichen seiner Formulierung und Anwendung offenbar rechtswidrig. Als Jurist weiß Prantl, daß an einem solchen Paragraphenwerk nichts zu retten ist, und er fordert daher, diesen Gordischen Knoten duchzuschlagen.
Dies ist aber nur die Spitze des sozialen Eisbergs, für den HartzIV steht. Eine Gesetzgebung, die Kinder in schamloser Weise vernachlässigt und zum fatalen Bildungshemmnis der Unterschicht gerät, ein Fanal der Chancenungleichheit, ein Stigma für die Armen. Das Ganze ist eingebettet in eine Atmosphäre, die von denselben geschaffen wurde, die diese Gesetz gewordene Diskriminierung zu verantworten haben. Es ist überschrieben mit dem Schuldvorwurf der “Eigenverantwortung“, als hätten nicht inkompetente Zyniker in der Legislative miserable Arbeit geleistet, sondern als wären diejenigen, die darunter zu leiden haben, mit Wirkung des Gesetzes faul und ergo selber schuld. Exemplarisch für die menschen-und vor allem kinderfeindliche Einstellung der Agenda-Propagandisten sei an den Finanzminister erinnert, der schon geringe Erhöhungen der Leistungen für Kinder ablehnt, weil er weiß, das solche nur in Zigarretten oder “Pils” investiert würden.
kinderarmut
Warum dann aber nicht eine Erhöhung, die ganz sicher für mehr reicht und auch den Armen zugute kommt (Das Kindergeld wird ja von den Leistungen in HartzIV abgezogen) ? Alle sind sich einig, daß Kindern der Unterschicht zu wenig Bildung und Kultur zukommt. Alle wissen, daß HartzIV nichts anderes zuläßt. Dennoch läßt man das Potential von Millionen brach liegen, denen aufgrund ihrer finanziellen Lage keine Bildung und Ausbildung möglich sein wird, mit der sie je eine angemessene Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erreichen werden. Diese sind dieselben, von denen dann “Eigenverantwortung” erwartet wird. Man hat ihnen zwar keinerlei Rüstzeug mitgegeben, auf den Berg schickt man sie dennoch allein. Wer ängstlich unten hocken bleibt, ist halt ein fauler Versager.
Der Gipfel dieses zynischen Spiels ist die Behauptung, man fördere diese Faulheit, wenn man die Regelsätze soweit erhöhte, daß ein würdiges Leben und Zugang zu Kultur und Bildung möglich wären. Den Chancenlosen soll keine Chance gewährt werden, weil sie diese ohnehin nicht nützen würden.
Dieselben Herrenmenschen, die so über das “Prekariat” urteilen, werfen Bankern und Industriellen die Milliarden nur so hinterher, wenn diese sich verzockt oder die Entwicklung attraktiver Produkte verschlafen haben. Man nennt die so Alimentierten gar ernsthaft “Leistungträger”, die “Verantwortung” trügen. Wer es perverser kann, melde sich dringend bei der INSM, die können davon gar nicht genug kriegen.
Wenn deutsche Richter, die nicht für ausufernden Linksradikalismus bekannt sind, heute den Neoliberalen ihre Gesetzgebung um die Ohren hauen, ist das fürwahr eine “schallende Ohrfeige”. Sie wird überall im Land vernommen werden. Allein die Abgewatschen selbst werden den Knall wieder einmal nicht hören.


Die Armen gehen keinen etwas an, oder so...

http://www.duckhome.de/tb/archives/5177-1.500-Millionen-fuer-die-Reichen,-150-Millionen-fuer-die-Armen.html


Dienstag, 27. Januar 2009

1.500 Millionen für die Reichen, 150 Millionen für die Armen

Pressemitteilung
27.01.2009 – Axel Troost


1.500 Millionen für die Reichen, 150 Millionen für die Armen

Auf Nachfrage von Axel Troost, dem finanzpolitischen Sprecher der Fraktion DIE LINKE, hat das Bundesfinanzministerium präzisiert, welche Einkommensgruppen wie stark von den im Konjunkturpaket II für die Jahre 2009 und 2010 vorgesehenen Steuersenkungen profitieren. Demnach werden die Bezieher von niedrigen Einkommen bis 10.000 Euro (bei Verheirateten bis 20.000 Euro) um insgesamt 150 Millionen Euro entlastet werden. Gutverdiener mit über 53.000 Euro (bzw. 106.000 Euro bei Verheirateten) hingegen bekommen 1.450 Millionen Euro, also fast das zehnfache, an Einkommensteuerentlastung. Troost:


"Endlich gesteht es auch die Bundesregierung ein: Die Steuerentlastungen im Konjunkturprogramms II haben nicht viel mit Konjunktur, aber sehr viel mit Klientelbedienung im (Vor-)Wahlkampf zu tun. Denn während die Bezieher niedriger Einkommen die Steuerentlastung fast vollständig in zusätzlichen Konsum umsetzen würden, geht von der Entlastung der Gutverdiener proportional nur ein sehr viel geringerer Anteil in den Konsum. Die Bundesregierung schenkt den Reichen Milliarden, damit sie einen kleinen Teil davon in die Konjunktur stecken und den Rest in den Sparstrumpf. Bei den unteren Einkommen wäre dieses Geld konjunkturpolitisch viel besser angelegt, da es komplett in Konsum umgesetzt würde. Aber für die interessiert sich die Bundesregierung offensichtlich nicht."


Quelle: Fraktion DIE LINKE

Elitärer Dreck...

http://www.duckhome.de/tb/archives/5158-Weltwirtschaftskrise-Ekelhafte-Eliten.html


Dienstag, 27. Januar 2009

Weltwirtschaftskrise - Ekelhafte Eliten


Das dreisteste Stück Dreck ist wohl Richard Fuld, der Ex-Chef von Lehman Brothers. Der, der mit seiner endlosen Gier nicht nur Millionen Anleger überall auf der Welt in den Ruin getrieben hat und dessen Unfähigkeit zu ehrlichen Geschäften jeden Deutschen 150 Euro neue Schulden kosten, weil sich Merkel und Steinbrück gerne mit diesen angeblichen Eliten im gleichen Dreck wälzen.

Bei Fuld kommen noch dazu die Abschreibungen, die die sogenannten institutionellen Anleger auf Kosten der Steuerzahler tätigen, um ihre Verluste nicht selber tragen zu müssen. Dieser Typ hat sich aber zum Glück selbst ein Bein gestellt. Um seine 100-Millionen-Dollar-Villa nicht zu verlieren, falls er doch einmal zur Verantwortung gezogen würde, hat er diese Villa für 100 Dollar an seine Ehefrau verkauft. So sieht neoliberale Verantwortlichkeit aus.



In der Schweiz, bei der UBS, geht es genauso lustig zu. Während die UBS 20 Milliarden Franken zugegebener Verluste in 2008 eingefahren hat, bekommen die Helden, die diesen Verlust produzierten, 2 Milliarden Franken an Boni. Belohnung dafür, dass sie keine anständigen Geschäfte machen wollten, sondern lieber von Gier und Spekulation lebten.

Gleichzeitig hat die Unterstützung der UBS die Schweizer Nationalbank (SNB) ins Wanken gebracht. Zurzeit wird ein Verlust von 4,8 Milliarden und die Halbierung der Eigenkapitalquote zugegeben. Allerdings ist dies noch nicht das Ende der Fahnenstange. Denn eigentlich ist eine echte Bewertung der von der UBS übernommenen Papiere von 20 Milliarden Franken nicht möglich. Das heißt, möglich wäre sie schon, aber dann würde der Verlust der SNB genau um diese 20 Milliarden steigen.

Die Schweizer sind wütend. Den Tagesanzeiger erreichten 4.000 Leserbriefe. Aber nützen wird das den Schweizern nichts. Die UBS wird weiter gestützt werden und andere Schweizer Banken und Versicherungen werden folgen. Am Ende wird der Schweizer Franken sterben, wie das englische Pfund. Aber den Herren und Damen von der UBS wird es gut gehen. Nur keine Sorge. Die letzten Boni zahlt dann die Schweizer Sterbeversicherung.

In Deutschland tritt der neue Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Peter Keitel, als neues Ekel in die Spuren seiner Vorgänger, die auch nichts für die Menschen übrig hatten. Er fängt gleich damit an, dass er der Regierung vorschreibt, doch ja keine neuen Konjunkturprogramme auf Pump zu machen, sondern das Geld gleich als Steuererleichterung an die Superreichen auszuschütten. Er möchte nämlich, dass die Leistungsträger endlich einmal profitieren.

Unter Leistungsträgern versteht er vermutlich Mohn/Bertelsmann, Ackermann, Peter Hartz, von Pierer und all die vielen, die außer Entlassen nichts konnten, die Firmen zerschlugen und den arbeitenden Menschen das Geld stahlen. Der BDI hat seit Herrn Henkel niemanden mehr gehabt, dem zuzutrauen wäre, dass er eine Bierflasche eigenständig öffnen könnte. Keitel gehört zu den Lobbyorganisationen, die sich noch dazu auf Kosten des Steuerzahlers finanzieren. Er ist ekelerregend.

Aber es kommt in Deutschland ja immer noch besser. Axel Weber, der Typ der so tut, als leite er die Bundesbank und der demnächst in die Europäische Zentralbank befördert werden soll, sieht überhaupt gar keine Probleme mit der Arbeitslosigkeit. Er rechnet nicht mit steigender Arbeitslosigkeit, weil die Unternehmen ja so furchtbar gut gerüstet seien.

Wahrscheinlich sollte er mal seinen Vorleser oder die Droge wechseln. Momentan sind in Deutschland 285.000 Arbeitsplätze bereits weg. Dass Philips mal eben weitere 6.000 Arbeitnehmer entlassen wird, sieht er nicht so dramatisch, weil die ja im wesentlichen nicht in Deutschland anfallen werden. Die 7.000, die in Deutschland schon entlassen wurden, zählen für Leute wie Weber ja bereits nicht mehr. Vergangenheit. So wie ihn die 7.000 Menschen, die bei der ING und ihren deutschen Töchtern jetzt arbeitslos werden, auch nicht interessieren. Es geht ihm um Größeres, es geht ihm um seiner selbst.

Vor allem um sich selbst geht es auch einem anderen ekeligen Leistungsträger, dem Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Günther Oettinger, der vehement eine Bad Bank und natürlich auch Steuererleichterungen für die Reichen fordert und auch nicht abgeneigt ist, Daimler ein paar Milliarden Steuergelder in den fetten Arsch zu blasen. Für Oettinger geht es ums Überleben.

Nachdem er den Lobpreis des Himmels über den Nazimordrichter Hans Filbinger ausgeschüttet hatte und dann allerdings zurückrudern musste, geht es ihm politisch schlecht. Deshalb versucht er, neue, zwar ebenso unhaltbare Positionen aufzubauen, an denen er sich aus dem Loch ziehen will. So braucht er eine Bad Bank, um seine Landesbank Baden-Württemberg am Leben erhalten zu können, nachdem Horst Seehofer den Gedanken einer Südbank bereits lächelnd abgelehnt hatte.

Selbst Seehofer, dem man kein Schnellmerkertum vorwerfen kann, hat begriffen, dass die Addition von Toten kein neues Leben schafft. Außerdem ist jeder Euro, den Oettinger freibekommt, ein Euro, den er in Daimler steckt und damit BMW und Audi schadet. Es gibt keine Südbank - schon mangels gleicher Interessen, vor allem aber aus purer Not.

Nicht nur ekelhaft, sondern geradezu pervers ist allerdings der neueste Trend, dem Familienunternehmen Schaeffler, das sich bei der Übernahme von Continental verhoben hat und wohl auch aus politischem Interesse stark benachteiligt wurde, nun mit Mitteln des Steuerzahlers zu unterstützen. Denn auch wenn die Übernahme an sich sinnvoll ist, ist sie ein kapitalistisches Wagnis. Ein Wagnis, bei dem man verlieren kann.

Wer wie die Schaeffler-Gruppe ein solches Wagnis eingeht, tut es, um einen großen Gewinn zu erzielen. Gibt es stattdessen einen Verlust, dann muss auch dieser hingenommen werden. Ohne Klagen und Wehgeschrei. Wenn das die Insolvenz bedeutet, dann bedeutet es eben die Insolvenz. Der Staat sollte an dieser Stelle das insolvente Unternehmen von den bisherigen Eignern direkt mit dem Wert Null übernehmen und weiterführen, aber dann möglichst zügig an die Börse bringen und den Ertrag zur Minderung der Staatsschulden verwenden.

Wenn ein Spekulant versagt, muss er die Lasten tragen. Nicht das Unternehmen, nicht die Arbeitnehmer, sondern in diesem Fall die Schaefflers und ihre Helfer auf der Aktionärsseite bei Conti. Das ist Wirtschaft. Niemand greift einem arbeitslosen Häuslebesitzer unter die Arme, warum also den Schaefflers und anderen Superreichen?

Allerdings werden sie schon bald im Geldsegen ertrinken. Hannes Rehm wird neuer Soffin-Chef. Nach dem Helaba-Versager kommt nun der Versager von der Nord LB an die Spitze des Bankenrettungsteams. Da wird das Geld praktisch mit Großpumpen in die Venen des Großkapitals gepumpt, das es dann in irgendwelchen Steueroasen oder neuen Spielcasinos ausgibt.

Das ist eben die Politik der Merkel/Steinbrücks: Gebt den Reichen alles! Sinn und Verstand sind weniger denn je gefragt. Wobei es vielleicht eine Beleidigung des Wortes Verstand ist, es mit Frau Merkel in einem Satz zu verwenden. Man kann sich nur noch vor Ekel schütteln. Es reicht auch nicht mehr, die Hand vor Wut in der Tasche zu ballen. Man sollte dem Beispiel Islands folgen. Die haben wenigstens ihre Regierung gestürzt. Sie wollten Neuwahlen sofort. Die Deutschen eigentlich auch.


Geschrieben von
Jochen Hoff
um 04:12
http://www.ver-tarn.de/info/861/bomben-bei-gaza


# Bomben bei Gaza

Bombenanschlag an Gaza-Grenze belastet Waffenstillstand

Wir wissen überhaupt nicht, wer was gemacht hat. Auf jeden Fall kündigen wir Maßnahmen an!

Außenministerin Zipi Livni sagte, Israel müsse reagieren, “ganz gleich, wer für die Tat verantwortlich ist”.

Täter unbekannt, wir schießen einfach um uns.

Welcher Feind sollte eine Bombe legen? – Dazu gäbe es viele Gruppierungen. – Auch der eigene Geheimdienst hätte ein Interesse daran…



Jüdisch- / deutsche Kontroversen

Es ist bedauerlich, dass sich das Verhältnis zwischen dem Zentralrat der Juden in Deutschland und einigen Deutschen, sowie auch mit den Regierenden in Deutschland so sehr verschlechtert hat, dass die Offiziellen des Zentralrats der Gedenkveranstaltung zum Holocaust im Bundestag fern geblieben sind.

Dass ein Herr Broder sich gleich in den Zwist hineinhängen musste, und eine Abhandlung dazu schrieb, mit der man sogar teilweise einverstanden könnte, wenn da nicht gleich wieder ungebührliche Gleichsetzungen wären, ist eine andere Sache. Trotzdem bin ich der Meinung, dass die oft elend langweiligen, vorhersehbaren Phrasen der Politiker nicht unbedingt immer die beste Grundlage des Gedenkens sind. Gedenken ist so eine Sache - un nicht immer die grosse Gelegenheit, alles nun in Übereinstimmung münden zu lassen.

Was ich widerlich finde, sind die ewig gestrigen Tiraden - heute immer noch - und da protestiert der Zentralrat der Juden zu Recht. Auch die Tatsache, dass die Nazis und Holocaust-Leugner so stubenrein behandelt werden, als gehörten sie zum weltlichen Kulturgut, ist alles andere als ein Ruhmesblatt der heutigen Politiken.

Es reicht nicht, davon zu reden, dass die Jugend mangelnde Kenntnisse dieser Zeiten hat. Die Aufgabe ist dann, eben dieser Jugend ehrlich und offen, in verständlicher Form zu vermitteln, was damals passiert ist, und warum in Deutschland eine derartige Vernichtungsorgie gegenüber anderen Menschen geschehen konnte. Es ist dabei auch nichts zu beschönigen, sondern es geht darum, denen, die sich das eventuell gar nicht mehr vorstellen können, nahezubringen, dass solche Dinge möglich waren - und leider immer noch auch heute eine Bedrohung sind. - Nicht nur gegenüber den Juden, auch anderen Menschen gegenüber. Und, es ist zu vermitteln, wie so etwas entsteht, damit es vermieden werden kann.

Es gibt da etwas, das mich schon lange stört: Es wird das Leben nicht gefeiert - nach so vielen Jahren triumphiert häufig immer noch das Tödliche. Genau hier liegt ein Manko des Menschen. Eben darum kann ich den Protest der Juden nachvollziehen. Es ist begrüssenswert, dass es hier in Deutschland Überlebende gibt, die zu sich und ihrem Schicksal stehen. Das Tolle ist, dass in den vielen Schattierungen des Lebendigseins eben der jüdische Anteil eben nicht vernichtet werden konnte, sondern Bestand hat, und vorhanden ist. Das ist ein Grund zur Freude, trotz aller widerlichen und entsetzlichen Greuel der Vergangenheit.

Und eben diese Freude müßte es sein, die weiterträgt, die hilft dabei, zu sagen: "Nie wieder !" - aber eben: "Nie wieder, gegen keinen einzigen Menschen !"

Davon sind wir allerdings weit entfernt, und müssen noch sehr viel daran arbeiten - alle.


Artikel in der Presse zu diesem Thema:

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,603878,00.html

http://www.berlinonline.de/berliner-kurier/print/politik/250647.html

http://www.zeit.de/news/artikel/2009/01/27/2717008.xml

Freitag, 23. Januar 2009

Das Schweigen der Medien:

http://scusi.twoday.net/stories/5467139/

Freitag, 23. Januar 2009

Gleichgeschaltete deutsche Medien verschweigen nach Kräften israelische Kriegsverbrechen in Gaza

rhbl

„Die Anschuldigungen, nach denen sich die (IDF-) Streitkräfte im Gazastreifen im Kampf gegen die Hamas auch Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung schuldig gemacht haben, häufen sich von Tag zu Tag“, sorgt sich Hans Christian Rößler in der "FAZ":

„Namen und Fotos der im Gaza-Krieg in führender Position beteiligten Offiziere, die viele Israelis bei ihrer Rückkehr noch mit Lob überhäuft hatten, dürfen nach einer Anordnung des Militärzensors nicht mehr veröffentlicht werden.“ In vorauseilendem Gehorsam berichtet die FAZ deshalb auch nicht wie alle anderen großen europäischen Zeitungen aus dem Gazastreifen. Über die Auswirkungen der Angriffe auf Gaza-City, Beit Lahiya, Beit Hanoun oder Dschbaljah mit Hunderten von Phosphor-Streubomben, die jede wiederum Hunderte von brennenden Phosphor-Pellets auf die Zivilisten in den Wohngebieten ausgoss, über die Angriffe mit den 1000 Anfang Dezember 2008 von den USA gelieferten, je 250 kg schweren GBU-39 Lenkbomben mit DIME-Sprengköpfen, wird einfach nicht berichtet.


sat

Eine Palästinenserin vor den Trümmern ihrer Bleibe. Viele Wohnhäuser wurden von der IAF einfach so, zum Spaß, bombardiert, weil die amerikanischen Bomben in den israelischen Depots offenbar ihr Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht hatten.


Es gibt in der früher seriösen FAZ keine konkreten und detaillierten Augenzeugenberichte der überlebenden palästinensischen Opfer, wie sie z.B. die angesehenen französischen Zeitungen Libération oder Le Monde wie selbstverständlich heute veröffentlicht haben.

In einem gesonderten Kasten wird in der FAZ von einem Völkerrechtler stattdessen spaltenfüllend ablenkend der allgemein bekannte Grundsatz der Verhältnismäßigkeit der Mittel nach dem humanitären Kriegsvölkerrecht erwähnt, ohne dass auf die Verurteilung Israels durch die UN-Resolution 1860 und die Resolution des UN-Menschenrechtsrats vom 12.01.09 auch nur Bezug genommen würde, Text FAZ:

„Es gilt der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. Schon nach der Haager Landkriegsordnung gilt der Grundsatz, dass die Konfliktparteien in der Wahl ihrer Mittel beschränkt sind. Methoden, die „unnötige“ Leiden verursachen, sind verboten. Zudem dürfen Soldaten und militärische Ziele einerseits sowie Zivilisten und zivile Ziele andererseits nicht im gleichen Ausmaß geschädigt werden. Das moderne Kriegsrecht fordert einen Ausgleich zwischen militärischen und humanitären Interessen. Totaler Krieg ist untersagt, also Flächenbombardements oder ein Krieg der verbrannten Erde." (Genau das hat die IDF/IAF in Gaza ja veranstaltet, Anm. d. Verf.)

"Die Anwendung von Gewalt ist grundsätzlich nur zulässig, soweit sie sich gegen Soldaten und militärische Ziele richtet. Die Zivilbevölkerung ist zu schonen. Zivile Opfer müssen durch die Art der militärischen Operation so gering wie möglich gehalten werden; dazu gehören etwa Warnungen, soweit das möglich ist. Ein gezielter Beschuss von zivilen Zielen ist also unzulässig, ebenso die Bombardierung eines militärischen Ziels, bei der unverhältnismäßig viele zivile Opfer zu erwarten sind." (Auch hierzu gibt es in Gaza jede Menge Beispiele, die in den o.a. franz. Zeitungen ausführlich geschildert werden, Anm. d. Verf.)

"Nur soweit die Leiden der Zivilbevölkerung in einem angemessenen Verhältnis zu den angestrebten militärischen Zielen stehen, können Opfer unter der Zivilbevölkerung gerechtfertigt werden. Daran ist Israel gebunden… Jeder kriegführende Staat ist dazu verpflichtet, Kriegsverbrecher zu bestrafen.“

Um die israelischen Kriegsverbrecher zu schützen und die Opfer des menschenrechtswidrigen Massakers der IDF zu entmutigen, gibt die FAZ-Völkerrechtsabteilung Olmert sogar noch einen Tipp: „Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag ist hier allerdings nicht zuständig: Weder hat Israel das Statut ratifiziert, noch haben seine Soldaten Taten auf dem Gebiet eines Staates begangen, der sich der Haager Gerichtsbarkeit unterworfen hätte. (Mü.)“

Damit ist klar, dass sich die FAZ, was Gaza angeht, der Gleichschaltung der „proisraelischen“ deutschen Medien unterwirft, eine erbärmliche Schande für jeden gestandenen Journalisten und jede objektiv und unvoreingenommen berichtende Zeitung. Ein Fall für den Presserat.


Andere Propaganda-Blätter gehen die Sache sogar noch viel einseitiger im Sinne der israelischen Kriegsverbrecher an. Über Reinhard Mohr im „SPIEGEL“ oder Susanne Knaul in der „taz“ hat Scusi! schon berichtet. Die im jüdischen Springerverlag erscheinende Tageszeitung „Die Welt“ betätigt sich besonders ungeniert als einseitiger Lautsprecher der Kriegsverbrecher in Tel Aviv:

Er trauere um die zivilen Opfer dort, aber die militanten Kämpfer der Hamas hätten Israel keine Wahl gelassen, erklärte Olmert in einem am Freitag veröffentlichten Interview der Tageszeitung „Maariv“. Er habe geweint, als ein palästinensischer Arzt seine drei Töchter bei einem israelischen Angriff verloren habe, sagte Olmert weiter…Er könne aber nicht den Soldaten die Schuld geben, die bei den Kampfhandlungen irrtümlich Zivilpersonen verletzt oder getötet hätten. Die Offensive sei wegen des andauernden Raketenbeschusses auf israelische Zivilpersonen nötig gewesen, sagte Olmert.“ Da kommen auch mir die Tränen. Kein Wort in der "WELT" zum Einsatz verbotener Phosphor-, DU- und DIME-Munition durch die IDF, nichts zu den vielfachen Morden der GIVATI-Brigaden an Zivilisten im Norden von Gaza-City, keine Zeile zur ungeheuerlichen Verletzung des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes durch Israels Brutaloarmee.

Richtig auf den Putz haut die proisraelische Journalistin gleichen Namens, die schon mehrfach durch ihre verharmlosenden, rabbulistischen Lügengeschichten aus Palästina aufgefallen ist. Die Jüdin Ulrike Putz, Propagandaspezialistin des SPIEGEL für psychologische Kampfführung in Tel Aviv, konnte in Gaza gleich zwei Lokalitäten ausmachen, an denen Hamas-Kämpfer „mit Panzerfaust und Kalaschnikow“ aus Wohnungen von Palästinensern den Widerstand gegen die angreifenden Merkawa-Panzer der IDF gewagt hatten. Die Widerstandskämpfer waren prompt von der tausendfach überlegenen israelischen Massakermaschine aus Panzern, Kampfjets und Kampfhubschraubern zu Märtyrern geschreddert worden. Das liest sich dann bei Frau Putz in SPIEGEL-ONLINE so:

Im Gaza-Streifen kehren die Menschen in ihre Häuser zurück - doch viele finden nur noch Trümmer vor. Die Schuld daran geben sie der Hamas: Die Radikalislamisten versteckten sich bei Zivilisten und zogen die Schüsse der Israelis auf sich. Was bleibt übrig, wenn ein Mensch von einer Panzergranate getroffen wird? Blut, Gewebe, Knochensplitter, Spritzer an der Wand. Und Wut. Mohammed Sadalas Zorn gilt vor allem dem Hamas-Kämpfer, dessen Überreste er in seinem Schlafzimmer fand...

Was Frau Putz tapfer verschweigt ist das Grundkonzept des Partisanenkampfs, den die vom Westen bisher völlig isolierte und mit miesen Tricks ausgegrenzte Hamas in Gaza führt und dem sie folgt. Frei nach Mao Tse Tung muss die zahlenmäßig unterlegene Guerilla in der Bevölkerung schwimmen wie ein Fisch im Wasser. Die Hamas tut genau das, denn das ist ihre einzige Chance, die seit Jahrzehnten andauernden Menschenrechtsverletzungen der Israelis in Gaza zu stoppen. Die ganz überwiegende Mehrheit der Palästinenser im Gazastreifen unterstützt deshalb die Hamas, gerade jetzt, in und nach dem IDF-Massaker, und gibt allein Israel die Schuld an den Massakern, an der Zerstörung der Häuser.

Frau Putz stilisiert den Einzelfall eines Hamaskritikers, die gibt es, wenn auch selten, zur Totale. Sie verallgemeinert unzulässig eine einzelne Ausnahme, stellt mit solchen Lügen die Verhältnisse in Gaza einfach auf den Kopf. Dabei hofft sie wohl, dass nur relativ wenige Deutsche Al Jazeera-TV über Satellit empfangen. Doch da irrt sie sich. Satellitenfernsehen und Al Jazeera sind in Deutschland genauso weit verbreitet wie in Gaza (s.o., Foto).

Deswegen lässt sich ihre Frage: „Wer hat hier gewonnen" auch leicht beantworten. Die Hamas, die von Israel mit den wüstesten Bomben- und Granatenattacken, Spreng- und Straßenbauarbeiten in Gaza nicht vernichtet werden konnte, hat gewonnen. Verloren hat der Judenstaat mit seinen gegen Menschen, gegen Frauen und Kinder angewandten hypermilitärischen Mitteln der Insektenvertilgung, Ungeziefer-Ausräucherung wie in Auschwitz, tellurischen Vergasungsaktionen, flächendeckender Verbrennung ganzer Stadtviertel.

Wer mit derart unverhältnismäßigen und inhumanen Methoden nicht ausgerottet werden konnte, hat automatisch gewonnen. Ehud Olmert hat nach dem Libanon-Krieg von 2006 den Israelis zum zweiten Mal vor aller Welt eine katastrophale Niederlage beschert. Das können auch die verwegensten Sphirren des Judenstaats nicht wegschreiben. Das sitzt so tief und unauslöschbar im kollektiven Gedächtnis der Deutschen und Europäer wie der brennende Phosphor in den Fleischwunden der palästinensischen Kinder, aus denen noch auf dem Operationstisch der Rauch ausstieg.

Am Wochenende werde ich wegen der vorsätzlich lügenhaften und unzureichenden deutschen Presseberichterstattung über Gaza einen Augenzeugenbericht aus einer großen französischen Zeitung übersetzen und ihn am Sonntag hier veröffentlichen, damit auch denen, die kein Satellitenfernsehen haben, die Augen geöffnet werden über das, was in Gaza wirklich geschehen ist.

Jeder anständige Deutsche sollte die Sphirren der gleichgeschalteten deutschen Medien von jetzt an meiden. Außer ARTE – TV (mit Einschränkungen) gibt es ja fast kein europäisches oder deutsches Fernsehprogramm mehr, dass nicht proisraelich kontaminiert ist. Die überregionale deutsche Presse ist so verseucht, dass man sie auf keinen Fall kaufen sollte. Keinen Cent für diese proisraelischen Propagandablätter mehr. Abonnements sollte man schleunigst kündigen. Am besten noch heute die Kündigung abschicken. Die Kündigung des Zeitungsabonnements spart Geld und geht ganz einfach, hier ein Muster:

Absender: Manuela Mustermann , Anschrift
An den XYZ-Verlag /die XYZ-Zeitung …………… Tagesdatum:………..
Adresse des Verlags siehe: „Impressum“ irgendwo kleingedruckt in jeder Zeitung oder auf der Homepage des Verlages / der Zeitung

Betr.: Mein Abonnement der Zeitung XYZ, Abo-Nr…….(falls griffbereit)
Hiermit kündige ich mein o.a. Abonnement zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

Mit freundlichen Grüßen
Manuela Mustermann

Geisterfrachter, dank der Unwissenheit der Bundesregierung?

http://www.radio-utopie.de/2009/01/23/Bundesregierung-dementiert-Wissen-ueber-Waffentransport-nach-Israel-Chronologie-der-Wehr-Elbe-Affaere


Bundesregierung dementiert Wissen über Waffentransport nach Israel: Chronologie der "Wehr Elbe"-Affäre

Autor: Daniel Neun, Friday, 23. January 2009, 19:09

Am 10.Januar berichtete Radio Utopie über eine Meldung der Nachrichtenagentur "Reuters", welche eine bevorstehende massive US-Waffenlieferung an Israel über Griechenland meldete.
Ausführender Transporteur: eine deutsche Firma.
Die Meldungen über den bevorstehenden Waffentransport schlugen hohe Wellen, in Griechenland rechtfertigte sich der Premierminister vor dem Parlament, das Pentagon zog Aufträge für Waffentransporte nach Israel "aus Sicherheitsgründen" zurück, die britische Amnesty-Chefin Kate Allen schrieb einen in der Presse dokumentierten Brief an den Londoner Aussenminster, in welchem sie diesen bat ausdrücklich auch die deutsche Regierung aufzufordern den ominösen Waffentransport zu stoppen.


Nur in Berlin bekam man natürlich von all dem nichts mit. Das behauptete jedenfalls die Bundesregierung als Antwort auf eine kleine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Inge Höger, die auch im Verteidigungsausschuss sitzt.


Besonders brisant: laut Amnesty International hat das deutsche Schiff "MS Wehr Elbe" Phosphorwaffen an Bord.


DIE US-WAFFENLIEFERUNG AN ISRAEL: EIN PUZZLESPIEL MIT ZEITTABELLE

Freitag, 9.Januar:
Die Affäre wird durch die bereits vielzitierte Meldung von "Reuters" öffentlich.
Diese besagt, dass laut vorliegenden Frachtpapieren das US-Militär am 31.Dezember eine Anfrage nach der Charterung eines Frachtschiffs für den Transport von "Hunderten Tonnen von Waffen" aus dem griechischen Hafen Astakos in den israelischen Hafen Ashdod gestartet habe.
Der Transport von insgesamt 325 Standard 20ft Containern mit als "Munition" deklarierten 3000 Tonnen Waffenmaterial solle in zwei getrennten Lieferungen zwischen dem 25.Januar und Ende des Monats erfolgen.

Desweiteren wird über die bereits erfolgte Charterung eines deutschen Schiffes durch das US Navy Military Sealift Command (MSC) schon Wochen vor Beginn des Gazakrieges berichtet.
Anfang Dezember, so Reuters, sei das für den Transport von 989 Standard-Containern (20 ft) geeignete Schiff durch das MSC gemietet worden, um ab dem 15.Dezember beladen zu werden. Der Charterauftrag umfasse 42 Tage.

Laut Frachtpapieren seien die Anforderungen des US-Militärs an das Transportschiff gewesen genügend Kapazitäten "für 2.6 Millionen Kilogramm Explosivstoffe" zu besitzen.

Ausgangspunkt der geplanten "Explosivstoffe": Sunny Point im Bundesstaat North Carolina, USA.
Zielhafen: Ashdod, Israel.
Die deutsche Firma habe den Auftrag bestätigt, so "Reuters".

Bereits in dieser Meldung vom 9.Januar wurde auf die im September 2008 erfolgte Genehmigung des US-Kongresses zum Verkauf von 1000 GBU-39 Bomben an Israel verwiesen. Diese "Bunkerbrecher" ("bunker busters") mit unterirdisch detonierendem Sprengkopf waren zum Zeitpunkt der "Reuters"-Meldung bereits im Gazakrieg eingesetzt worden, dies hatte die "Jerusalem Post" schon am 29.Dezember berichtet.

Sonntag, 11.Januar:
Michel Chossudovsky verweist in "Global Research" darauf, dass die für Ende Januar in zwei Transporten aus Griechenland geplante Lieferung von 3000 Tonnen US-Waffenmaterial für Israel schwerlich nur die angesprochenen 1000 GBU-39 Bomben umfassen könne.
Bei einem Stückgewicht von 130 kg ergäben diese nur einen Bruchteil des Frachtgewichts.

Chossudovsky legt vielmehr nahe, dass die geplante Waffenlieferung nicht im Zusammenhang mit dem Gazakrieg stünde und stellt den Zusammenhang mit einem möglichen Angriffskrieg gegen den Iran her.
Es könne vermutet werden, so der seit Jahren zu diesem Thema recherchierende Professor an der Universität von Ottawa, dass die Waffenlieferung eher die pro Stück 2200 Kilogramm wiegende GBU-28 Bombe umfasse, deren US-finanzierte Lieferung an Israel bereits Teil eines Agreements im Jahre 2004 gewesen sei.

Montag, 12.Januar:
Die Bundestagsabgeordnete der Linksfraktion Inge Höger, Mitglied im Verteidigungsausschuss, startet bei der Bundesregierung eine kleine Anfrage. Sie lautet wörtlich:


"Welche Erkenntnis hat die Bundesregierung zu Transporten von Rüstungsgütern einer deutschen Reederei, die laut Reuters (Meldung vom 9.1.2009) in zwei Lieferungen als "Munition" deklarierte Güter, aus dem US-Hafen Military Ocean Terminal Sunny Point bzw. dem griechischen Astakos ins israelische Ashdod verbracht hat. (bitte auflisten nach genutzten Schiffen, Reederei, Art der Ladung, Produzent der Rüstungsgüter, Genehmigungspflichtigkeit, erteilte Genehmigungen)"


Dienstag, 13.Januar:
In Griechenland gibt es einen akurraten Skandal.
Die oppositionelle Partei PASOK, die hellenischen Sozens, stellen wegen den Presseberichten eine offizielle parlamentarische Anfrage in welcher es heisst:


"Hat das Aussenministerium oder haben relevante Ministerien diese Schiffslieferungen unterstützt oder wurde griechisches sowie internationales Recht ersetzt durch Praktiken welche die Souveränität dieses Landes schwächen könnten?"


Die griechische kommunistische Partei sowie "eine linksradikale Koalition" (Originalton "Reuters") kündigen Demonstrationen für den nächsten und übernächsten Tag in Astakos an.
Die regierende Nea Dimokratia rudert mit den Armen und erklärt, nie habe sie irgendeinem US-Waffentransport nach Israel über Griechenland zugestimmt.


"Die griechische Seite erlaubte einen solchen Transport nicht",


so Athens Regierungssprecher Evangelos Antonaros. Laut der PASOK aber wurden die Transporte über den Stützpunkt des US Navy´s Military Sealift Command (MSC) in Griechenland organisiert worden.
Und solche Stützpunkte sind bekanntlich, wie auch wir gern beharrlich vergessen wollen, in allen US-Kolonien... (Stille) ...in allen NATO-Staaten exterritorital.

Damit das aber auch in Griechenland schnell wieder kein Thema ist und bleibt, sagt das Pentagon urplötzlich die geplanten zwei seperaten Lieferungen von insgesamt 325 Containern Waffenmaterial aus dem griechischen Astakos ab. Das US-Verteidigungsministerium gibt dazu eine kryptische Erklärung heraus:


"Der Schiffs-Transfer..über den griechischen Hafen von Astakos wird nicht stattfinden",


so Pentagon-Sprecher Col. Patrick Ryder (ausgerechnet von der Air Force.)
Wohlgemerkt: von dem Anfang Dezember ab dem 15. gecharterten deutschen Schiff und seinem Auftrag ist dabei nie die Rede.
Später stellt sich heraus - es fuhr noch am gleichen Tag heimlich aus Astakos ab, wo es am 1.Dezember eingetroffen war.

Unterdessen schweigt die deutsche Bundesregierung beharrlich zur eingereichten kleinen Anfrage der linken Bundestagsabgeordneten Inge Höger.

Donnerstag, 15.Januar:
Amnesty International macht den Namen des deutschen Schiffes sowie den Namen der Transportfirma öffentlich, welche Anfang Dezember vom US-Militär den Auftrag zur Verschickung des Waffenmaterials nach Israel bekommen hatte. Der Amnesty-Direktor für Nordafrika und den Mittleren Osten, Malcolm Smart:


"Wir wissen, dass die Wehr Elbe, ein Frachtschiff aus deutschem Besitz, am 20. Dezember 2008 die USA mit einer großen Lieferung - 989 Container - hoch explosiver Sprengmaterialien und anderer Rüstungsartikel verlassen hat. Das Schiff wurde von der US-militärischen Seetransportführung angemietet und steht rechtlich nun unter ihrer Kontrolle. Bestimmungsort ist der israelische Hafen von Ashdod, den das Schiff planmäßig über Griechenland hätte anlaufen sollen. Seine zuletzt gemeldete Position weist jedoch darauf hin, dass sich die Transportroute womöglich geändert hat."


Am gleichen Tag meldet der britische "Guardian", dass die "MS Wehr Elbe" - Eigentümer: die Hamburger Oskar Wehr KG - am 1.Januar vor dem griechischen Hafen Astakos angekommen war um ihre "1000 Container" umfassende Fracht auf ein anderes Schiff zwecks Verfrachtung nach Israel in den Hafen Ashdod umzuladen.
Doch nach Protesten in Griechenland sei die "MS Wehr Elbe" dann am 13.Januar spurlos aus dem Hafengebiet von Astakos verschwunden. Das Schiff, so der "Guardian", habe seine Transponder ausgeschaltet um eine Ortung zu vermeiden, sei aber noch in griechischen Gewässern.

Das US-Militär lässt verkünden, "die Reise des Schiffs" nach Ashdod in Israel sei "aus Sicherheitsgründen" verschoben worden. "Die" Lieferung der "Munition" sei letzten Sommer vorbereitet und im Oktober genehmigt worden. Überdies sei "die" Waffenlieferung nur für ein US-Depot in Israel bestimmt, welches von US-Truppen genutzt werde.

Was das US-Militär hier abermals verschweigt: es handelt sich bei diesem Lieferstopp nicht um die Mission der deutschen "MS Wehr Elbe" - deren Charterauftrag am 15.Dezember begonnen hatte - sondern um den seperaten Auftrag des Waffentransportes von zwei kleineren Schiffslieferungen (von insgesamt 325 Containern) aus Griechlands Hafen Astakos, welcher am 31.Dezember durch das US-Militär angefordert worden war.

Amnesty International, Auszug aus einem deutschsprachigem Statement vom 16.Januar:


"Am 31. Dezember 2008, vier Tage nach dem Beginn der gegenwärtigen israelischen Angriffe auf Ziele im Gazastreifen, bewilligte das Pentagon die Ausschreibungen für zwei weitere Waffenlieferungen von insgesamt 325 Containern mit US-Rüstungsartikeln. Diese beiden Lieferungen hätten von Astakos in Griechenland nach Ashdod, Israel, befördert werden sollen. Nach Amnesty International vorliegenden Informationen des Kommandanten der Abteilung Militärseetransporte ist jedoch gerade diese Ausschreibung jetzt zurückgenommen worden. Aus den Ausschreibungsunterlagen geht hervor, dass diese Lieferungen weißen Phosphor enthielten."


Abgesehen von dieser nicht unwesentlichen Aussage was den Inhalt der Waffenlieferung angeht: hier wurde also nicht der Auftrag der "MS Wehr Elbe" gecancelt, sondern eben der seperate Auftrag über die Lieferung von 325 Container aus Griechenland nach Israel.
Das belegt auch der Frachtauftrag, den die US-Regierung frei Haus ins Internet stellte, mit einem deutlichen "Canceling: 16 January 2009" versehen. Was laut Angaben des Pentagon selbst eine Verspätung von drei Tagen bedeutet.

Was die Sache aber noch obskurer macht: in der Meldung des britischen "Guardian" vom 15.Januar ist ein Brief der Amnesty International-Chefin von Grossbritannien, Kate Allen, an den britischen Aussenminister David Milibandt anlässlich eben der Mission der deutschen "Wehr Elbe" zitiert. In diesem Brief verlangt die britische Amnesty-Vorsitzende von ihrem Aussenminister


"die dringende Aufforderung gegenüber den Regierungen von USA, Deutschland und Griechenland dies zu verhindern, oder jeden anderen zukünftigen Schiffstransporte von Waffenladungen, solange bis sichergestellt ist dass diese nicht an die israelischen Streitkräfte oder andere Parteien im Gaza-Konflikt geliefert werden"

"urgent approaches to the US, German and Greek governments to prevent this, or any pending or future shipments of weaponry until it can be verified that they will not be transferred to the Israeli Defence Forces or other parties to the conflict in Gaza."

Desweiten verlangt Amnesty-Chefin Kate Allen, so der "Guardian", in ihrem Brief an die Regierung in London,


"ein umfassendes Waffenembargo gegen Israel, Hamas und bewaffnete palästinensische Gruppen, bis effektive Mechanismen eingesetzt worden sind um sicherzustellen dass Waffen und Munition sowie andere militärische Ausrüstung nicht benutzt werden um damit schwere Verletzungen der Internationalen Menschenrechte zu begehen."

"for a comprehensive arms embargo on Israel, Hamas and Palestinian armed groups until effective mechanisms are in place to ensure that weapons and munitions and other military equipment will not be used to commit serious violations of international humanitarian law".

Dieses Zitat ist aber sowohl auf der englischsprachigen, als auch der deutschsprachigen Webseite von Amnesty International nirgends zu finden.
Auch eine Google Suche nach den jeweiligen Zitaten ergibt zwar jede Menge Ergebnisse - nur nicht auf einer Seite von Amnesty International (AI).

Es hat ganz den Anschein als wäre bei Amnesty International irgendjemand aufgeschlagen, um explizit den direkten Hinweis der britischen Amnesty-Chefin Kate Allen auf die deutsche Bundesregierung in der Versenkung verschwinden zu lassen.


Dafür tauchte der schlagzeilenträchtige Vorwurf des Weissen Phosphors an Bord auf, der die israelische Regierung deswegen kalt lassen kann, weil speziell dieses Waffenmaterial ja demzufolge durch sie nicht benutzt worden sein könnte.
Aber angenommen, Michel Chossudovsky und "Global Research" lägen mit ihrer These von der Vorbereitung eines weiteren Angriffskrieges gegen den Iran richtig. Dann würde da ein sehr grosser Schuh draus, in den Radio Utopie sich mit Mühe noch hineinzwängen könnte.

In der Büttelpresse der Bananenrepublik Deutschland steht bis zu diesem Zeitpunkt, dem 15.Januar, sowohl von dem ganzen Tohuwabohu in und um Griechenland als auch dem Brief der britischen Amnesty-Chefin an Aussenminister Miliband natürlich sowieso kein Wort. Wo auch. Schliesslich hatte Radio Utopie grad mal keine Zeit, weil es irgendwelchen Technik-Mist zu lösen hatte, sich zwei DJs stritten, usw, usw, ach ich könnte Ihnen erzählen..

Aber wo waren wir stehengeblieben?
Genau.

Freitag, 16.Januar:
"Hintergrund.de" schreibt in einer Kurzmeldung:


"Dem Leiter des „Berliner Informationszentrums für Transnationale Sicherheit“ (BITS), Otfried Nassauer, zufolge ist auch die deutsche Waffenindustrie in erheblichem Maße in den israelischen Angriffskrieg verwickelt. Die Firma Rheinmetall, Düsseldorf, entwickelte beispielsweise die 120 Millimeter-Glattrohr-Kanone der israelischen Panzer, Rheinmetall und IDB Deisenroth in Lohmar entwickelten die Panzerung. Israels moderne Merkava-Kampfpanzer fahren mit MTU-Motoren (Motoren- und Turbinen-Union, ein ehemaliges deutsches Unternehmen), die in den USA in Lizenz produziert werden. Ihre Getriebe stammen vom Augsburger Unternehmen Renk. Auch die Motoren der israelischen Schnellboote und Korvetten, von denen aus Gaza beschossen wird, stammen von MTU. Solche Exporte erfolgen nur nach einer vorherigen Genehmigung durch die Bundesregierung. Auch wenn es sich um Komponenten für Waffensysteme oder Lizenzvergaben handelt, bedürfen sie einer Genehmigung durch die Bundesregierung."


Unterdessen muss sich in Griechenland Ministerpräsident Kostas Karamanlis höchstselbst vor Parlament und Öffentlichkeit wegen der Wellen schlagenden Affäre rechtfertigen.


"Um eine lange Geschichte kurz zu machen. Ja, es gab da eine Anfrage. Ja, das Schiff fuhr aus Astakos aus. Aber es gab keinen Schiffs-Transfer und das Schiff stach in See"


Karamanlis spricht von einer Anfrage des US-Militärs bereits im November 2008, lässt aber unerwähnt wann denn die Absage der griechischen Rechtsregierung erfolgte. Ebenso muss sich Karamanlis und die griechische Regierung für ihr Schweigen und Nichtstun im Gazakrieg rechtfertigen.
Auf Druck der Opposition muss er schliesslich erklären:


"Kein griechischer Hafen oder griechischer Flughafen wurde jemals in der laufenden Krise im Mittleren Osten benutzt"


Schön wenn man das sagen kann.
In Deutschland derweil von der Bundesregierung zur am 12. gestellten kleinen Anfrage der linken Bundestagsabgeordneten Inge Höger: immer noch kein Wort.

Dafür unterzeichnen Israels Aussenministerin Tzipi "Die Schreckliche" Livni und die kurz vor ihrer Verabschiedung stehende US-Aussenministerin Condoleeza Rice quasi stellvertretend für die deutsche Regierung die Absichtserklärung NATO-Truppen unter deutscher Beteiligung an die Grenze zum Gazastreifen zu schicken. Das "Handelsblatt":


"Das in Washington unterzeichnete Abkommen sieht nach Angaben israelischer Regierungsvertreter vor, dass die Nato unter US-Führung gegen Waffenlieferungen in den Gazastreifen vorgeht."


Und wie die "New York Times" am Abend des 16. schrieb, sei


"das Ende des Schmuggels von Waffen aus Ländern wie Iran eine von den Bedingungen für einen Waffenstillstand und dass europäische Alliierte, einschliesslich Grossbritannien, Deutschland und Frankreich, wahrscheinlich an den Überwachungs-Bemühungen teilnehmen würden"


Sonntag, 18.Januar:
Ein, nun ja, umstrittenes Video wird durch die berüchtigt-witzige US-Propagandafirma "IntelCenter" veröffenlicht. Es beinhaltet das angeblich authentische Drohvideo einer angeblich authentischen "Al Kaida" durch einen angeblich authentischen Mann (dessen angeblicher bzw. authentischer Name zu diesem Zeitpunkt noch nicht Tagesgespräch in der Radio Utopie Redaktion ist), was in deutscher Sprache abgehalten einen Bogen von Bankenpaketen, Afghanistan, den ach so "leichtgläubigen und naiven" Deutschen und der Furcht vor dem grossen Rohr des Schreckens im Allgemeinen schlägt.
Sollten die Deutschen auf "diesem unnötigen Krieg" beharren, heisst es da, so werde die Rechnung nicht aufgehen. "Es stehen nicht nur Menschenleben auf dem Spiel, sondern auch Arbeitsplätze", sagt der Mann weiter.

Gemeint ist natürlich Afghanistan und nicht etwa der Gazakrieg und Israel. Und man wollte auch nur sagen, dass dies ein kleiner Warnschuss ist. Falls man gewissen Leuten irgendwie auf die Nerven ginge.

Am gleichen Abend verliert die "grosse Koalition" der Berliner Bundesregierung aus SPD, CDU und CSU ihre grosse, nein, doch nur die absolute Mehrheit im Bundesrat.

Dienstag, 20.Januar:
Der neue Präsident der USA, Barack Obama, wird in Washington etwas holprig vereidigt. Immerhin ist er im Amt.
Und siehe da: die deutsche Bundesregierung antwortet - jetzt schon - auf die Anfrage der linken Abgeordneten Inge Höger im Verteidigungssausschuss.

Nach all den Wirren, Verlautbarungen und Demonstrationen in Griechenland, dem Brief der britischen Amnesty-Chefin an den britischen Aussenminister doch bitte auch die deutsche Bundesregierung aufzufordern den Waffentransport nach Israel mitten im blutigen Massaker an den Palästinensern zu unterbinden, nach all den höchst öffentlichen Drehungen und Dementis des Pentagon, wie heisst es nun (mit handschriftlich eingefügtem Datum) durch Staatssekretär Dr.Walther Otremba aus dem Bundeswirtschaftsministerium unter Michael Glos:


"Nur die Beförderung von kriegswaffen auf Schiffen, die die deutsche Flagge führen, bedarf einer Genehmigung nach dem Kriegswaffenkontrollgesetz. Eine derartige Genehmigung ist für die o.a. Beförderungsvorgänge nicht erteilt worden. Weitere Erkenntnisse liegen der Bundesregierung zu dem Sachverhalt nicht vor."


Donnerstag, 22.Januar:
Die Abgeordnete Inge Höger dazu in einer Radio Utopie vorliegenden Presseerklärung:


"Ein deutsches Frachtschiff ist mit 989 Container hoch explosiver Sprengmaterialien und andere Rüstungsartikel beladen auf dem Weg nach Israel, während dessen Militär Phosphorgranaten auf Zivilisten abschießt. Es fährt im Auftrag der US-militärischen Seetransport Führung. Die Bundesregierung hat keine Kontrolle darüber.
Das israelische Militär hat zugeben, dass Phosphormunition im Angriff auf den Gaza-Streifen eingesetzt wurde. Es wurde zugeben, dass 20 diese für den Einsatz gegen Menschen verbotenen Granaten auf die Ortschaft Beit Lahiya abgefeuert wurden..

Am 23. Januar 2009 nimmt nun die UN-Arbeitsgruppe für die Entwicklung eines globalen Waffenhandelsvertrags (Arms Trade Treaty, ATT) in New York ihre Arbeit auf. Am 24. Dezember 2008 hatte die 63. UN-Generalversammlung mit großer Mehrheit (133 Ja-Stimmen, 1 Nein-Stimme, 19 Enthaltungen) eine Resolution beschlossen, die das UN-Procedere hin zu einem Abkommen zur Kontrolle des Handels mit konventionellen Rüstungsgütern regelt. Damit wird eine langjährige Forderung von Amnesty International, Oxfam, hunderter anderer NGOs wie das Internationale Aktionsnetzwerk zu Kleinwaffen aufgegriffen.

Die EU-Staaten sind nach den USA und Russland weltweit vorne bei Rüstungsexporten. Waffenhandel ist das große Geschäft unserer Zeit. Rüstungsexporte verletzen Menschenrechte und töten Menschen weltweit. Diese Geschäfte müssen aufhören."


Heute, Freitag, der 23.Januar:
Otfried Nassauer im "Tagespiegel" unter der Überschrift "Ein Frachter wird seine Fracht nicht los":


"Am 6. Dezember 2008 gewann die Hamburger Reederei Oskar Wehr KG eine Ausschreibung des Seetransportkommandos der amerikanischen Marine. Für 635 900 Dollar sollten die Hamburger 989 Container mit Munition von Sunny Point im US-Bundesstaat North Carolina ins Mittelmeer bringen. Am 20. Dezember holte die „Wehr Elbe“, ein 208 Meter langes Vollcontainerschiff mit eigenen Verladekränen, die explosive Fracht an der amerikanischen Ostküste ab. Anfang Januar erreichte das Schiff die Gewässer um den westgriechischen Hafen Astakos. Seither ist die „Wehr Elbe“ ein Problemfall. Sie wurde die Munitionscontainer nicht mehr nicht los..

Wenige Tage vor Ankunft der „Wehr Elbe“ bei Astakos begann der israelische Angriff auf den Gazastreifen. Griechenland verweigerte die Erlaubnis, die Munitionsladung in Astakos zu löschen, um sie vor der Weiterreise nach Israel auf kleinere Schiffe umzuladen. Das Seetransportkommando zog zwei Ausschreibungen für kleinere Munitionstransporte von Astakos nach Ashdod zurück. Fast zwei Wochen später, am 12. Januar, verließ die „Wehr Elbe“ die griechischen Gewässer unverrichteter Dinge und mit unbekanntem Ziel. Das Schiff hat seither seinen Transponder abgeschaltet. Sein aktueller Standort kann deshalb nicht mehr verfolgt werden. Auch das zunächst auskunftsbereite Pentagon wurde wortkarg: Man suche nach alternativen Wegen, um die Munition nach Israel zu bringen. Diese seien noch nicht gefunden. Zuständig sei nunmehr das europäische Büro des Seetransportkommandos in Neapel.

Auch die geringere Auskunftsbereitschaft hatte ihren Grund. Amnesty International hatte von dem Munitionstransport Wind bekommen und berichtet, in den Ausschreibungsunterlagen sei auch von Granaten mit weißem Phosphor die Rede."


(...)


Geschichten der Kinder von Gaza:

http://www.guardian.co.uk/world/2009/jan/23/gaza-children-casualties-israeli-attacks


Child casualties of Israel's war on Gaza

Stories of 10 of the 280 or more children who died during the three-week military operation

Amal Abed Rabbo, two: one of the children killed during Israeli raids on Gaza

Amal Abed Rabbo, two, photographed by her family after she died in an Israeli attack outside her house in the village of Izbit Abed Rabbo, Gaza, on 7 January 2009.

Abdul Rahim Abu Halima, 14, was killed when his home was hit by an Israeli white phosphorus artillery shell in Atatra, in north-eastern Gaza, on 4 January. He died along with two of his brothers, Zayed, eight, and Hamza, six, his sister Shahed, who was 15-months-old, and their father, Saad Allah, 45, who was sheltering them in his arms in the hallway when the shell struck. The inside walls of the house are still blackened and pieces of shrapnel and shell casing are spread across the hallway beneath a gaping hole in the roof. "He was a very active boy, a little bit nervous sometimes, but he was good at football," said his brother Mahmoud, 20. "He played with the neighbours and was in a team at school. We shared a room together and he was always trying to get me out of there. I loved him so very much. He was a wonderful boy."

Mohammad Abu Halima, 16, a cousin of Abdul Rahim, was shot dead by Israeli troops as he tried to take his injured relatives from the burning house in Atatra to hospital on 4 January. He was in the house next door when the shell struck and ran to try to help another cousin, Matar, loading up the injured on the back of a tractor. Both boys were killed. "He was still at school," said his father, Hikmat, 42. "He wanted to go abroad after school to study at university. He was a quiet boy, very obedient and did whatever I asked him." Many of the houses in Atatra were left burnt out or destroyed. "They came in here as if they were fighting a country like America," said Mohammad's aunt, Suhaida. 40. "But we're not fighters, just civilians. We're only Gaza."

The Abu Eisha family At about 1am on 5 January, an Israeli air strike hit the house of the Abu Eisha family in Gaza City. The missile dropped through the top floors of the house, detonating on the first floor where most of the family was sleeping. Among the dead were Ghaida, eight, and her brothers, Mohammad, 10, and Sayyd, 12. The survivors spent a long time searching in the darkness using only the lights from their mobile phones until they found the bodies lying in rubble outside the house. Their parents died alongside them. Saber Abu Eisha, 49, the children's uncle, was in the basement with about 24 others from the family, who all survived. "Ghaida was in the second grade at school. She was like any little girl, she was pretty, she loved to play. Sometimes she was laughing, sometimes she was crying," said her uncle. "She liked to dress up, wearing a bride's dress, showing off. Her brother Mohammad was always fixing bicycles and Sayyd used to talk about how he wanted to be a pilot." The family was not wealthy: their father once worked as a labourer in Israel but had been unemployed or an occasional taxi driver for many years. He and his brothers had been building the only part-finished family house for the last 20 years.

The Abu Eishas still cannot understand why their house was targeted, except that there are open areas nearby where militants have launched rockets in the past. Several other houses nearby were also badly damaged in the war. "It's all a result of political failure," said Saber. Two children from the family survived: Dalal, 12, and Ahmed, five. Both are deeply traumatised. "Whenever they hear a loud noise, they fall to the ground," said Saber. "Sometimes I think it's easier for the people who are dead and it's harder for those who are living."

Amal Abed Rabbo, two, was shot dead by Israeli soldiers outside her family's five-storey house in the village of Izbit Abed Rabbo, in eastern Gaza, on 7 January. Shortly after midday, soldiers from an Israeli tank ordered the family out of the house, according to her father, Khalid, 30. There was gunfire from the tank and Amal and her sister Souad, seven, were killed immediately. Another sister, Samer, four, was severely injured – she is now paralysed in hospital in Belgium. Later, the soldiers demolished the house. When she was shot, Amal was carrying her favourite toy, a brown bear, which still lay in the ruins yesterday. Khalid, a policeman under the pre-Hamas authority, said: "Israel knows very well that no one in this house belonged to Hamas. I want to know from the Israeli army: why did they kill my daughters? What have they done?"

Shahed Abu Sultan, eight, was sitting on her father's lap mid-morning on 5 January, just outside the entrance to their small home in the Jabaliya refugee camp. An Israeli helicopter was flying overhead and, according to the family, was shooting down towards their houses. Shahed was hit by a single bullet to the head that killed her instantly. She was one of 10 children. Her father, Hussein, 40, wrote a message to his daughter which hangs on their sitting room wall: "I cried a sea of tears for you but those tears have not calmed my heart because you left, my daughter. I have no tears remaining, but my heart wants to go on crying blood, my daughter, my beloved Shahed. Your smooth smile, your sweet and angelic face, we miss you with each moment, our darling. My daughter Shahed died once, but I die a million times a day... My heartache will go on for ever."

Adham Mutair, 17, was shot by Israeli troops at his home near Beit Lahiya, in northern Gaza, on 9 January. Israeli tanks had taken up positions in the area around the houses and the family had been trapped inside their home for a week. Adham went upstairs to the roof to check on their pigeons, which were housed in a large hut. As he stepped out into the open, he was shot three times and collapsed. Two of his brothers carried him out of the house along a back route. Using a motorcycle and then a car, they carried him to the Shifa Hospital in Gaza City. He died the next day. Most of the family could not get out of the house to make it to the burial. "We haven't even had a chance to set up a funeral tent to mourn him properly," said his uncle, Khader, 53. "I don't think the rest of the world understands how painful our lives are here."

Lina Hassan, 10, was killed by an Israeli shell which hit her as she walked to the shops next to the UN school in Jabaliya on January 6. "She asked me for a shekel to go to the shops to buy something for her and her brothers and sisters," said her father, Abdul, 37. "I heard the shell and I ran out. I saw her body lying on the ground - part of her head was missing." Lina was the eldest of six children. "They are targeting the Palestinian people. Was my daughter Hamas? Do you think a 10-year-old even knows the difference between Hamas and Fatah?" Abdul's younger children have asked him repeatedly about their sister. "I told them she is up in heaven and one of them said: 'I want to go and stay with her up there'."

Mohammad Shaqoura, nine, was killed by the Israeli shelling at the UN school in Jabaliya on 6 January. He was playing marbles in the street outside with his friends in the middle of the afternoon. "I went to help the injured. I didn't realise Mohammad was one of them," said his father, Basim, 40. As he was helping one young man, he turned and saw his own son lying dead on the road. "The injury was in the back of his dead. He was lying with his face on the ground," he said. "Mohammad was the best of children. Anything I asked him to do he would do. On the day before he died. he was watching a religious television programme for children called Birds of Paradise. He asked me: 'Those wings on the birds, are they martyrs' wings?' I try to talk about him as much as possible with my other children. But it's hard for them to understand."




Übersetzt mit einem Translation-Programm:


Abdul Rahim Abu Halima, 14, wurde getötet, als sein Haus durch eine israelische weiße Phosphor-Artillerie-Schale in Atatra in nordöstlichem Gaza am 4. Januar geschlagen wurde. Er starb zusammen mit zwei seiner Brüder, Zayed, acht, und Hamza, sechs, seine Schwester Shahed, die 15 Monate alt, und ihr Vater, Saad Allah, 45 war, wer sie in seinen Armen im Gang schützte, als die Schale schlug. Die Innenwände des Hauses werden noch geschwärzt, und Stücke des Bombensplitters und der Schale-Umkleidung werden über den Gang unter einem gaffenden Loch im Dach ausgebreitet. "Er war ein sehr aktiver Junge, ein kleines bisschen nervös manchmal, aber er war am Fußball gut," sagte sein Bruder Mahmoud, 20. "Er spielte mit den Nachbarn und war in einer Mannschaft in der Schule. Wir teilten ein Zimmer zusammen, und er versuchte immer, mich aus dort zu bekommen. Ich liebte ihn so sehr viel. Er war ein wunderbarer Junge."

Durch Mohammad Abu Halima, 16, ein Vetter von Abdul Rahim, wurde von israelischen Truppen erschossen, weil er versuchte, seine verletzten Verwandten vom brennenden Haus in Atatra zum Krankenhaus am 4. Januar zu nehmen. Er war im Haus nebenan, als die Schale geschlagen und lief, um zu versuchen, einem anderen Vetter, Matar zu helfen, den verletzten auf der Rückseite von einem Traktor ladend. Beide Jungen wurden getötet. "Er war noch in der Schule," sagte sein Vater, Hikmat, 42. "Er wollte nach der Schule ins Ausland reisen, um an der Universität zu studieren. Er war ein ruhiger Junge, sehr gehorsam und tat, dass ich ihn fragte." Viele der Häuser in Atatra wurden ausgebrannt oder zerstört verlassen. "Sie gingen hier ein, als ob sie mit einem Land wie Amerika kämpften," sagte die Tante von Mohammad, Suhaida. 40. "Aber wir sind nicht Kämpfer, gerade Bürger. Wir sind nur Gaza."

Der Abu Eisha Familie an ungefähr 1am am 5. Januar, ein israelischer Luftangriff schlug das Haus des Abu Eisha Familie in der Gaza Stadt. Die Rakete fiel durch die Dachgeschosse des Hauses, im Erdgeschoss explodierend, wo der grösste Teil der Familie schlief. Unter den Toten waren Ghaida, acht, und ihre Brüder, Mohammad, 10, und Sayyd, 12. Die Überlebenden gaben eine lange Zeit aus, in der Finsternis suchend, die nur die Lichter von ihren Mobiltelefonen verwendet, bis sie die Körper fanden, die in Trümmern außerhalb des Hauses liegen. Ihre Eltern starben neben ihnen. Säbel Abu Eisha, 49, der Onkel der Kinder, war im Keller mit ungefähr 24 andere von der Familie, die alle überlebten. "Ghaida war im zweiten Rang in der Schule. Sie war jedem kleinen Mädchen ähnlich, sie war hübsch, sie liebte zu spielen. Manchmal lachte sie, manchmal schrie sie," sagte ihr Onkel. " Sie verkleidete sich gern, ein Kleid einer Braut, das Angeben tragend. Ihr Bruder Mohammad befestigte immer Räder, und Sayyd pflegte, darüber zu sprechen, wie er ein Pilot sein wollte. "Die Familie war nicht wohlhabend: Ihr Vater arbeitete einmal als ein Arbeiter in Israel, aber war arbeitslos gewesen oder ein gelegentlicher Taxichauffeur viele Jahre lang. Er und seine Brüder hatten das einzige halb fertige Familienhaus seit den letzten 20 Jahren gebaut.

Der Abu Eishas kann nicht noch verstehen, warum ihr Haus ins Visier genommen wurde, außer dass es offene Gebiete in der Nähe gibt, wo Kämpfer Raketen in der Vergangenheit gestartet haben. Mehrere andere Häuser wurden auch schlecht in der Nähe im Krieg beschädigt. "Es ist ganzer ein Ergebnis des politischen Misserfolgs," sagte Säbel. Zwei Kinder von der Familie überlebten: Dalal, 12, und Ahmed, fünf. Beide werden tief traumatisiert. "Wann auch immer sie ein lautes Geräusch hören, fallen sie zum Grund," sagte Säbel. "Manchmal denke ich, dass das für die Leute leichter ist, die tot sind und das für diejenigen härter ist, die leben."

Durch Amal Zu Bett Rabbo, zwei, wurde von israelischen Soldaten außerhalb des fünfstöckigen Hauses ihrer Familie im Dorf von Izbit Zu Bett Rabbo in östlichem Gaza am 7. Januar erschossen. Kurz nach dem Mittag befahlen Soldaten von einer israelischen Zisterne die Familie aus dem Haus, gemäß ihrem Vater, Khalid, 30. Es gab Geschützfeuer von der Zisterne, und Amal und ihre Schwester Souad, sieben, wurden sofort getötet. Eine andere Schwester, Samer, vier, wurde streng verletzt - sie wird jetzt im Krankenhaus in Belgien gelähmt. Später rissen die Soldaten das Haus ab. Als sie geschossen wurde, trug Amal ihr Lieblingsspielzeug, einen Braunbären, welche noch die Ruinen gestern anlegen. Khalid, ein Polizist unter der pre-Hamas Autorität, sagte: "Israel weiß sehr gut, dass keiner in diesem Haus Hamas gehörte. Ich will von der israelischen Armee wissen: Warum töteten sie meine Töchter? Was haben sie getan?"

Shahed Abu Sultan, acht, saß auf der Runde-Mitte des Morgens ihres Vaters am 5. Januar gerade außerhalb des Eingangs zu ihrem kleinen Haus im Jabaliya Flüchtlingslager. Ein israelischer Hubschrauber flog oben und gemäß der Familie, schoss zu ihren Häusern nieder. Shahed wurde durch eine einzelne Kugel zum Kopf geschlagen, der sie sofort tötete. Sie war eines von 10 Kindern. Ihr Vater, Hussein, 40, schrieb eine Nachricht seiner Tochter, die von ihrer Wohnzimmer-Wand abhängt: "Ich schrie ein Meer von Tränen für Sie, aber jenen Tränen hat mein Herz nicht beruhigt, weil Sie, meine Tochter abreisten. Ich habe kein Träne-Bleiben, aber mein Herz will auf dem schreienden Blut, meiner Tochter, meinem Geliebten Shahed gehen. Ihr glattes Lächeln, Ihr süßes und engelhaftes Gesicht, vermissen wir Sie mit jedem Moment, unserem Liebling. Meine Tochter Shahed starb einmal, aber ich sterbe eine Million Male pro Tag... Mein Kummer wird auf immer weitergehen."

Adham Mutair, 17, wurde von israelischen Truppen an seinem Haus- in der Nähe von Beit Lahiya in nördlichem Gaza am 9. Januar geschossen. Israelische Zisternen hatten Positionen im Gebiet um die Häuser aufgenommen, und die Familie war innerhalb ihres Hauses seit einer Woche gefangen worden. Adham ging nach oben zum Dach, um auf ihren Tauben zu überprüfen, die in einer großen Hütte aufgenommen wurden. Weil er ins Offen heraustrat, wurde er dreimal geschossen und brach zusammen. Zwei seiner Brüder trugen ihn aus dem Haus entlang einem Zurückweg. Ein Motorrad und dann ein Auto verwendend, trugen sie ihn zum Shifa Krankenhaus in der Gaza Stadt. Er starb am nächsten Tag. Der grösste Teil der Familie konnte nicht aus dem Haus herauskommen, um es zum Begräbnis zu machen. "Wir haben eine Chance nicht sogar gehabt, ein Begräbniszelt aufzustellen, um ihn richtig zu betrauern," sagte sein Onkel, Khader, 53. "Ich denke nicht, dass der Rest der Welt versteht, wie schmerzhaft unsere Leben hier sind."

Lina Hassan, 10, wurde durch eine israelische Schale getötet, die sie schlagen, weil sie zu den Geschäften neben der Schule von Vereinten Nationen in Jabaliya am 6. Januar spazieren ging. "Sie bat mich um einen Schekel, um zu den Geschäften zu gehen, um etwas für sie und ihre Geschwister zu kaufen," sagte ihr Vater, Abdul, 37. "Ich hörte die Schale, und ich lief ab. Ich sah ihren Körper auf dem Grund liegen - ein Teil ihres Kopfs wurde vermisst." Lina war von sechs Kindern am ältesten. "Sie nehmen die palästinensischen Leute ins Visier. War meine Tochter Hamas? Denken Sie, dass ein 10-Jähriger sogar den Unterschied zwischen Hamas und Fatah weiß?" Die jüngeren Kinder von Abdul haben ihn wiederholt über ihre Schwester gefragt. "Ich sagte ihnen, dass sie im Himmel ist, und einer von ihnen sagte: 'Ich will gehen und Aufenthalt bei ihr dorthin'."

Mohammad Shaqoura, neun, wurde durch den israelischen Beschuss in der Schule von Vereinten Nationen in Jabaliya am 6. Januar getötet. Er spielte Marmore in der Straße draußen mit seinen Freunden in der Mitte des Nachmittags. "Ich ging, um dem verletzten zu helfen. Ich begriff nicht, dass Mohammad einer von ihnen war," sagte sein Vater, Basim, 40. Weil er einem jungem Mann half, drehte er sich und sah seinen eigenen Sohn tot auf der Straße lügen. "Die Verletzung war hinter seinen Toten. Er log mit seinem Gesicht auf dem Grund," sagte er. "Mohammad war das Beste von Kindern. Irgendetwas, das ich ihn bat zu tun, würde er tun. Am Tag, bevor er starb. er beobachtete ein religiöses Fernsehprogramm für Kinder genannt Paradiesvögel. Er fragte mich: 'Jene Flügel auf den Vögeln, sind sie die Flügel von Märtyrern?' Ich versuche, über ihn so viel wie möglich mit meinen anderen Kindern zu sprechen. Aber das ist für sie hart zu verstehen."

Bahreins Informationsministerium und die gesperrten Webseiten:

Ein Angriff auf das Web, in Form von Zensur ist ein Angriff auf alle Nutzer des Internets. Heute die Leute in Bahrein, morgen wir...

Vielleicht hilft es, wenn der deutsche Botschafter in Bahrein viele Mails bekommt, mit der Aufforderung, unsere demokratisch-freiheitlichen Rechte auch in Bahrein publik zu machen, statt nur über Deutschland irgendwie herumzusülzen:

Hier ist die Adresse: info@manama.diplo.de - der Name des deutschen Botschafters ist Hubert Lang.

Hier die gesperrten Seiten:

Google Translate page blocked
Scores of websites have been blocked in Bahrain, following a new crackdown by the Ministry of Information. The latest sweep makes sites ranging from Google Translate to those of social, religious, human rights and political groups inaccessible to people in Bahrain.

The Bahrain Human Rights Society, whose site is also blocked in Bahrain, provides the following list of banned websites:

BCHR listing of the blocked website by Bahrain Ministry of Information

حركة الحريات والديمقراطية حق
1. [www.haaq.org]
ملتقى الجنوب المقاوم
2. [www.bintjbeil.org]
موقع بروكسي
3. [proxify.com]
موقع يزود بروكسي
4. [nofilter.biz]
موقع يزود بروكسي
5. [www.proxyworld.com]
موقع يزود بروكسي
6. [www.anonnow.com]
موقع يزود بروكسي
7. [www.anonworks.com]
موقع يزود بروكسي
8. [www.proxywars.net]
موقع يزود بروكسي
9. [www.opencity.us]
موقع يزود بروكسي
10. [www.poro6.com]
موقع يزود بروكسي
11. [www.bind2.com]
موقع يزود بروكسي
12. [www.zendproxy.com]
موقع يزود بروكسي
13. [zoxy.info]
موقع يزود بروكسي
14. [www.seenoip.com]
موقع يزود بروكسي
15. [www.ibypass.org]
موقع يزود بروكسي
16. [www.ipzap.com]
موقع يزود بروكسي
17. [kproxy.com]
موقع يزود بروكسي
18. [www.attackcensorship.com]
موقع يزود بروكسي
19. [mrnewguy.com]
موقع يزود بروكسي
20. [www.unblockwebsites.com]
موقع يزود بروكسي
21. [spysurfing.com]
موقع يزود بروكسي
22. [www.stupidcensorship.com]
موقع يزود بروكسي
23. [www.evilsprouts.co.uk]
موقع يزود بروكسي
24. [www.bypassbrowser.com]
موقع يزود بروكسي
25. [www.proxymouse.com]
موقع يزود بروكسي
26. [www.fsurf.com]
موقع يزود بروكسي
27 [www.browseatwork.com]
موقع يزود بروكسي
28. [www.surfonym.com]
موقع يزود بروكسي
29. [www.iamnewguy.com]
موقع يزود بروكسي
30. [www.ninjaproxy.com]
منتديات أحرار البحرين
31. [www.ahraralbahrain.net]
منتديات البحرين للحوار الحر
32. [www.montadayatbh.org]
منتديات المحفوظ
33. [www.almahfood.com]
منتديات الجفير
34. www.juffair.org/
منتديات على الأصغر
35. www.alialasghar.net
شهداء البحرين
36. www.shaheed-bh.com/
الصرح الوطني
37. www.wattaninet.org/
ملتقى المالكية
38. www.malkiya.net/vb/
ملتقى بني جمرة
39. www.banijamrah.org/
كرباباد
40. www.karbabadiat.net/
حركة احرار البحرين
41. www.vob.com/
الصحافة
42. [www.alsaheefa.net]
الحوار المتمدن
43. www.rezgar.com/موقع
موقع أوال
44. www.awal.org
أوال
45. www.awaal.net
ملتقى كرزكان
46. www.karzakan.com
ملتقى الدراز
47. [alduraz.net]
وعد
48. [www.aldemokrati.org]
منتديات الثقلين
49. [www.althaqlain.com]
موقع بنت جبيل
50. [www.bintjbeil.org]
الشبكة العربية لمعلومات حقوق الإنسان
51. [www.hrinfo.net]
مركز البحرين لحقوق الإنسان
52. [www.bahrainrights.org]
منديات شهركان
53. [www.shahrakkan.org]
كرد تايمز
54. [www.kurdtimes.com]
موقع البوابة
55. [www.albawaba.com]
لادني
56. [www.ladeeni.net]
الكنائس العربية
57. [www.arabchurch.com]
الأقباط الأحرار
58. [freecopts.net]
59. [annaqed.com]
60. [www.rezgar.com]
الصحيفة
61. [www.alsaheefa.net]
بحرين تايمز
62. [www.bahraintimes.org]
بحرين اونلاين
63. [bahrainonline.org]
منديات البحرين
64. [montadayat.org]
شهداء البحرين
65. [shaheedbh.com]
مترجم الغوغل
66. [google.com]


Bahrein sperrt Internet Seiten:

...unter anderen auch zwei Sites von Organisationen für Menschenrechte, eine für die Freiheit der Kurden, oder diese hier auch:

Arab Church - Arabic Christian Resources - arabchurch.com - Arab

- [ Diese Seite übersetzen ]Contains Arabic Christian music, hymns, sermons, dramas, links and message boards

oder, die als liberal eingstufte www.bahraintimes.org

und - zuletzt - als Krönung: google.com

Was das soll?

Keiner weiss es.

Jeder rätselt, was geht da ab?

Folterverbot alleine genügt nicht:

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/908613/

23.01.2009
US-Gefangenenlager Guantanamo (Bild: AP) US-Gefangenenlager Guantanamo (Bild: AP)

Nowak: Folterverbot allein reicht nicht

UN-Sonderberichterstatter fordert Wiedergutmachung für Guantanamo-Opfer

Manfred Nowak im Gespräch mit Leonie March

Der UN-Sonderberichterstatter über Folter, Manfred Nowak, hat das vom neuen US-Präsidenten Obama ausgesprochene Folterverbot begrüßt. Wenn eine ganze Administration an den Einsatz harter Verhörmethoden gewöhnt sei, müsse ein Verbot aber auch durchgesetzt werden, betonte Nowak.

Leonie March: Das Ende von Guantanamo war eines der wichtigsten Wahlversprechen von Barack Obama. Schon in den ersten Tagen seiner Amtszeit als Präsident hat er die Weichen dafür gestellt. Innerhalb eines Jahres soll das Lager geschlossen werden, kündigte Obama gestern an. Gleichzeitig hat er die umstrittenen Verhörmethoden verboten, die von der Bush-Regierung gebilligt worden waren - nicht nur in Guantanamo, sondern auch im Irak, in Afghanistan und in geheimen CIA-Gefängnissen, die jetzt auch aufgelöst werden. - Darüber spreche ich jetzt mit dem UN-Sonderberichterstatter über Folter, Manfred Nowak. Guten Morgen, Herr Nowak!

Manfred Nowak: Guten Morgen.

March: Die Entscheidungen Obamas haben nach Ansicht der EU große symbolische Bedeutung. Sind sie für Sie denn mehr als nur ein politisches Signal?

Nowak: Ja, ganz sicher. Obama meint das ernst. Er hat das auch vorher schon angekündigt. Er möchte mit dieser Politik der Bush-Regierung brechen, hier Menschenrechte zu biegen, den internationalen Rechtsstaat nicht mehr einzuhalten, das absolute Folterverbot auszuhöhlen. Er möchte natürlich, er muss auch weiter den Kampf gegen den Terror führen, aber im Rahmen des Rechtsstaates und internationaler Menschenrechtsverpflichtungen.

March: Foltermethoden wie das simulierte Ertränken, das sogenannte "Waterboarding", sind jetzt auch in den USA wieder verboten. Können Sie einschätzen, wie weit verbreitet diese Methoden in den CIA- und in den Militärgefängnissen waren?

Nowak: Es ist nicht so, dass jeder des Terrorismus verdächtigte Häftling gleich dem "Waterboarding" unterzogen wurde. Das war schon eine der massivsten Foltermethoden gegen diejenigen, die als Hauptdrahtzieher gesehen wurden. Aber wenn man sich insgesamt ansieht, welche Methoden zum Beispiel in Guantanamo Bay ausdrücklich angeordnet wurden, dann ist das schon eine ziemlich breite Palette, die auch wiederum nicht bei jedem einzelnen Häftling dann dieses Ausmaß in Zufügung schwerer physischer oder psychischer Schmerzen oder Leiden erreicht hat. Aber doch haben wir viele Methoden, wo wir sicher sind, dass sie bei den einzelnen Opfern als Folter zu qualifizieren waren.

March: Reicht denn jetzt das Verbot durch das Dekret des Präsidenten, oder muss die Vergangenheit auch juristisch aufgearbeitet werden?

Nowak: Nein. Aber zuerst in die Zukunft: Das Verbot alleine reicht nicht. Er muss natürlich auch sehen, dass das umgesetzt wird. Wenn eine ganze Administration daran gewöhnt ist, dass man sehr, sehr harte Verhörmethoden anwenden kann, dann muss das allmählich durchgesetzt werden und das heißt auch jene, die es verletzen, müssen dann mit Konsequenzen zu rechnen haben.

March: Muss also auch George W. Bush angeklagt werden?

Nowak: Für Obama ist das erste erst einmal in der Zukunft zu sehen, dass sich die Praxis ändert. Das zweite ist, die Vergangenheit zu sehen, und da geht es nicht gleich um Anklage, sondern zuerst einmal um die Feststellung dessen, was wirklich war, also die Wahrheit, weil ja die Bush-Regierung immer abgestritten hat, dass sie Menschenrechte verletzt hat. Und wenn das geschehen ist durch eine eigene Untersuchungskommission oder eine eigene Personen, einen Investigator, dann muss man sich langsam anschauen, was sind die Konsequenzen. Da würde ich sagen ist einmal primär, dass die Opfer von Menschenrechtsverletzungen auch wirklich Wiedergutmachung bekommen, und das zweite dann, welche Konsequenzen gegen die Täter. Das können disziplinarrechtliche Strafen sein, aber bis hin natürlich auch zum Strafrecht.

March: Aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt schließen Sie eine Anklage gegen Bush nicht aus?

Nowak: Das habe ich nicht gesagt. Ob es wirklich zu einer Anklage kommen wird, das ist eine letztlich politische Entscheidung. Was ich als unabhängiger UNO-Experte gesagt habe ist: Rechtlich gesehen sind die Vereinigten Staaten aufgrund der UNO-Konvention gegen die Folter verpflichtet, jeden einzelnen Fall auch wirklich strafrechtlich zu verfolgen. Das ist der einzelne CIA-Beamte oder Soldat, der wie in Abu Graib eben gefoltert hat, und dort gab es ja auch einzelne Fälle, die zur Verantwortung gezogen wurden, aber dann natürlich auch in der Befehlskette, wenn klar festgestellt wird, diesen Fall der Folter hat jemand angeordnet, dann ist auch dieser strafrechtlich zu verfolgen.

March: Kommen wir zu Guantanamo. Das Lager soll innerhalb eines Jahres geschlossen werden. In diesem Zeitraum müssen mehrere Fragen geklärt werden, unter anderem wo die Unschuldigen künftig leben sollen. In ihren Heimatländern droht ihnen zum Teil Gefängnis und Folter. Washington hofft, dass sich in Europa Gastländer finden. Wie stehen Sie zu dieser Frage?

Nowak: Ich habe das immer unterstützt. Ich glaube, wenn die Europäische Union klar gefordert hat, dass Guantanamo Bay zu schließen ist, dann ist das meines Erachtens auch fair, dass nicht alle der Häftlinge, die dann freigelassen oder irgendwo hin überstellt werden, in den Vereinigten Staaten dann weiterleben, sondern dass das auch ein Behörden-Sharing ist. Schließlich hat ja der von den USA vor allem geführte Kampf gegen den Terror nicht nur den Vereinigten Staaten genützt, sondern auch anderen, vor allem den verbündeten Staaten in Europa.

March: Eine weitere Frage ist, wie den bereits Angeklagten der Prozess gemacht werden soll. Sollten das Ihrer Meinung nach Militär-, oder Bundesgerichte übernehmen?

Nowak: Das sollte ein Bundesgericht übernehmen. Das sind Straftaten und wenn es genügend Beweise gibt, dann muss es möglich sein, dass diese vor einem ganz normalen Strafgericht einen fairen Prozess bekommen und trotzdem verurteilt werden und entsprechend bestraft werden.

March: Der UN-Sonderberichterstatter über Folter, Manfred Nowak, war das. Herzlichen Dank für das Interview.


Das Interview mit Manfred Nowak können Sie bis zum 23. Juni 2009 in unserem Audio-on-Demand-Angebot nachhören. MP3-Audio



Zensur bei Merkel?

German Media Censorship on Gaza?
Merkel’s Will



Global Research, January 22, 2009








Germany’s most prominent political debate TV program “Anne Will” had announced to run a show on Gaza on 11 January, but in what many observers believe to be an unprecedented step canceled the topic only three days earlier. The talk show is broadcast every Sunday night by the country’s foremost public-service broadcaster ARD while attracting on average 3.6 million viewers. The “Anne Will” show which in the fall of 2007 succeeded the successful primetime talk hosted by Sabine Christiansen – who is now anchoring CNBC’s “Global Players” series – is named after the presenter.

Official Germany Adopts Israeli Propaganda

On the evening of the second day (28 January) of the Israeli attacks on Gaza, the German government’s spokesperson said that in a telephone conversation German Chancellor Angela Merkel and Israeli Prime Minister Ehud Olmert “agreed that the responsibility for the development of the situation in the region clearly and exclusively lies with Hamas”. The same further outlined the official version of the conflict according to the Berlin government which assembles the Christian-Democratic (CDU/CSU) and Social-Democratic (SPD) Parties: “Hamas unilaterally broke the agreement for a ceasefire, there has been a continuous firing of […] rockets at Israeli settlements and Israeli territory, and without question - and this was stressed by the chancellor - Israel has the legitimate right to defend its own people and territory.”[1] The Italian newspaper La Stampa commented “that with this outright German backing for Israel the policy of velvet gloves has ended with which German diplomacy was used to approach this region. It seems as if the Chancellor […] had decided to choose this moment and this topic of tremendous importance to let Germany return to the stage of grand foreign policy”.[2]

Along with the United States, Germany is fully backing Tel Aviv in its anew massive recourse to arms. Thus, unlike Britain and France where the political leaderships have to be attentive to avoid the explosion of outrage voiced particularly by their Muslim communities, German officials have to fear much less political ramifications resulting from protests that however occurred to a much lesser extent than e.g. in major U.S. and European capitals. This is due to two factors: One, compared to Britain’s and France’s Arab communities, it seems that German Turks – after all almost three million - are less politicized, especially when it comes to the Arab/Palestinian issue; second, as they are largely excluded from the political process due to the country’s comparatively harder path to gain citizenship, the responsiveness of political authorities tend to be on a lesser degree than in traditional ius soli countries.

What is more, the German media overwhelmingly and across the political spectrum represent the interpretation from the Israeli leadership, i.e. that the “Jewish State” would fight a defensive war against rocket-throwing Hamas terrorists with the noble cause of defending Western enlightened democracies, such as Israel, in the “war on terror” against Islamism. Those views are echoed in conservative-right papers such as Frankfurter Allgemeine Zeitung and Die Welt, in “liberal” ones such as the weeklies Der Spiegel and Die Zeit, up to “liberal-left” ones such as Süddeutsche Zeitung and Frankfurter Rundschau. The only German newspaper that has consistently and extensively covered the Gaza tragedy is the left-wing junge Welt – but which only has small readership.

“Anne Will”’s Promising Selection

Differing from this general media and political patterns, those considered to be invited to the “Anne Will” show would have proposed a more accurate interpretation of the situation. It is widely suggested that the following guests should have appeared:

· Avi Primor, former Israeli ambassador to Germany (1993–99), relieved from that office by former Prime Minister Ariel Sharon due to his critical remarks toward the right-wing Israeli Shas party. Primor, who is a member of the Club of Rome, at an “Anne Will” appearance on 23 September 2007 said: “War is raging, a world war. The war against world terrorism is a world war – a world war against the West.”[3] Despite statements close to those made by Israeli governments, Primor is known for his advocacy of an Israeli–Palestinian understanding.

· Joschka Fischer, former German Foreign Minister (1998–2005), and a founding member and chair of the European Council on Foreign Relations (ECFR). In an interview with Germany’s weekly Die Zeit on the current conflict, the former long-year head of the Green Party claimed: „Hamas has declared the end of the truce and has resumed the shelling of Southern Israel with rockets. These are facts on which there is international consensus.”[4]

· Daniel Barenboim, the renowned Jewish pianist and conductor, is known for his commitment to peace between Israelis and Palestinians. In 1999, together with Edward Said (who died in 2003) he created the West–Eastern Divan Orchestra in which Palestinian and Israeli musicians have come together.[5] Since 1992, he has led the Berlin State Opera.

· Sumaya Farhat-Naser, a Christian Palestinian professor and peace activist, is particularly committed to dialogue between Palestinian and Israeli women.

· Rupert Neudeck, founder of the refugee NGO Cap Anamur in 1979 and now chair of the 2003-founded NGO Green Helmets. In early 2008, he visited the Gaza Strip.[6] His organization is installing a 5 kilowatt solar plant between Beit Jala and Hebron, planned to become operational by mid-March.

Until Thursday, 8 January, the Gaza topic could be seen in TV program announcements, but disappeared the day after without any explanation. Apparently, the invitees learned only by Thursday early afternoon about the decision to cancel the show. Instead, the topic of suicide figured as replacement.

Disinvited Invitees

On 11 January, Neudeck, who was helping the installation of a solar plant in Ruanda for the Nelson Mandela Education Center and who had his flight from Johannesburg to Berlin already booked by the ARD, asserted in an article published on the “Green Helmets” website titled “Cowardice of Politics, Cowardice of the Media: A Humanitarian Interjection”: “We in Germany, from top (Berlin) to bottom and from Left to Right, are simply holding the standpoint of the Israeli Government for the only possible one.”[7]

Farhat-Naser, who is lecturing at Birzeit University north of Ramallah and therefore needed two days to reach Amman airport in order to fly out, had already arrived in her Berlin hotel when she learned about the program’s cancelation. In an e-mail sent to her friends, she shared her deep disappointment and said she did not know how to explain back home that the TV program had been canceled as the topic had not been considered important enough.

As a consolation, Farhat-Naser was given the opportunity to speak a few minutes during the pause of Barenboim’s orchestra concert which was broadcast in a live extra program by the German-Austrian-Swiss public TV network 3sat on 12 January. In an interview with the same channel a week earlier, Barenboim voiced criticism saying that while Israel had the right to defend herself, this could not be done by force.[8]

Protesting Initiative

This abrupt change of the 11 January program on Gaza led to speculations about political pressures being exerted as well as to worries about the country’s debating culture.

An open protest letter,[9] dated 12 January, authored by Mohssen Massarrat, a retired Iranian-born politics and economics professor, to the ARD chief editor, Thomas Baumann, the chief editor of the responsible regional broadcaster and producer NDR, Andreas Cichowicz, and the show’s anchor Anne Will herself, declares “outrage” at the cancelation of the Gaza show. The letter notes: “We do not know about the circumstances that led to the cancelation of the planned program. As a result, this decision by the editorial staff is a hard blow to the freedom of press and democracy in Germany – this is even more unacceptable if the ARD acted upon political pressure.”

After only 20 hours of the letter being dispatched, it attracted at least 250 signatures by persons and organizations from a wide range of professional backgrounds in Germany, but also from individuals in France, Austria, Denmark, Switzerland, the United Kingdom, the United States, Canada, Yemen, Iran and Nicaragua. Prominent figures endorsed the letter, such as the British–Pakistani historian and author Tariq Ali[10], the renowned expert on the Israeli–Palestinian conflict Norman Finkelstein[11], Yale scholar Immanuel Wallerstein[12], Columbia professor Hamid Dabashi[13] and SOAS professor Gilbert Achcar[14]. Ten days later, the open letter counts more than 700 signatories.

The letter also reads: “Mr. Barenboim, Ms. Farhat-Naser and Mr. Neudeck belong to those outstanding personalities who admirably commit themselves to the Palestinian–Israeli dialogue and who make sure that the still existent thin thread of human relations between the two peoples does not rupture.”

The open letter further says: “We deeply regret the cancelation of the program. Precisely because of Germany’s special responsibility toward Israel and Palestine, the German public is entitled to obtain comprehensive and sophisticated information about the war in Gaza, the more so as the German mass media predominantly does not meet their obligation to cover the current conflict objectively, and informs the people here only one-sidedly. The firstly planned and then canceled program of the ARD program ‘Anne Will’ would have been a first and urgent effort to resolve a little this grievance of a one-sided coverage as to a most pressing and current war.” It ends by urging the responsible persons to revive the idea of an “Anne Will” program on Gaza.

Contradictory Responses and Open Questions

ARD chief editor Baumann in a long phone conversation with Massarrat did not rule out that “soon a program would be broadcast on the issue” while emphasizing that in this case ARD was not under pressure nor would it act under pressure. Likewise those in charge of the program broadcast repeatedly claimed that there was no outside interference in the decision-making and the decision was not based upon political, but “purely upon journalistic considerations” (Cichowicz). Further, Anne Will’s spokesperson said that the topic of suicide had a “greater relevance for the people in our country”. As a reaction to such statements, the junge Welt tauntingly raised the question: “What are 1000 lost lives by Israel’s war against [the one of] a rich German?”[15]

Cichowicz in a response to lead complainant Massarrat said that different topics would be prepared for each week with a final decision being made on Thursdays.[16] Contrastingly, NDR spokesman Martin Gartzke said that the final decision on the weekly topic of the “Anne Will” show would be made Fridays at noon as it had happened in the given case.[17] Still presenting a different time table, Ms. Will’s spokeswoman Nina Tesenfitz was quoted as saying that the program’s editorial team had decided upon the suicide topic by midweek.[18] However, as noted earlier, at least two of the invitees had learned about the cancelation on Thursday.

Whatever the exact procedure may be, it is highly astonishing that such high-profile guests had been invited, but disinvited on a short notice, Massarrat replied to an e-mail sent by Ms. Will on 12 January.[19] Not to mention the journalistic duty not to ignore such a brutal military assault on defenseless people, but to provide a fair and free forum on this important incident whose perpetrator Israel is accused of violating a host of international laws, including committing war crimes.[20]

Israeli Pressures or Self-Censorship: Raison d’Etat à l’Allemande

Considering the overall one-sided German (and more broadly Western) media coverage of the situation in Gaza,[21] the political statements voiced by German officials, and the recent cancelation of the “Anne Will” Gaza program, it can be suggested that the German “Israel Lobby” or the Israeli government pressured the broadcaster to cancel the show. The Israeli Embassy declared that this was “complete non-sense”.[22]

In an e-mail on 10 January, Massarrat had written: “One seems to be forced to suggest that it was Israel’s government that pushed for the cancelation of the program. Thus, in the most important German TV network, the new Israel war cannot be discussed freely and critically. […] The German raison d’Etat vis-à-vis Israel is obviously including press censorship […].”[23] It has been widely reported in the media that as a “lesson” to the 2006 Israeli invasion of Lebanon, this time Tel Aviv had in advance prepared a sophisticated propaganda and public-relations campaign[24] - which might well have affected German media outlets’ decision-making.

The alternative explanation implies that the editors themselves acted in self-censorship because of the quasi-taboo in Germany when it comes to any kind of critique vis-à-vis Israel.[25]

“Prescribed Discriminatory Terminology”

In the meanwhile, there has been a sequel of the correspondence between the program authorities and Professor Massarrat, which was also forwarded to the German Press Council that oversees the freedom of press (see also the German Press Code). Replying to Mr. Cichowicz and Ms. Will’s rejection (the latter in an interview with the Frankfurter Allgemeine Zeitung)[26] of the claims put forward by the open letter that political pressure was exercised and that the German media coverage was one-sided, Massarrat reiterated in an e-mail on 22 January the above-mentioned open questions while providing examples of the pro-Israeli Gaza coverage by public broadcasters.[27]

He especially condemned the incessant journalistic usage of the attribute “radical Islamic” when it came to Hamas, whose “subtle demonization” would provide the audience with the “necessary pre-condemnation” exterminating any empathy when Israeli bombs fell upon Palestinians – “according to the motto, whoever is supporting an extremist organization, is responsible for the consequences”. Against the background of German history - Jewish demonization and Germans’ immunization toward Jewish suffering in the Nazi period – as well as the manipulation of public opinion in the current crisis, he urges that the “prescribed discriminatory terminology” be revoked.[28] And indeed, there is hardly any journalist in German mainstream media who does not attribute “radical Islamic” or “terrorist” to Hamas, while “Zionist” or even “state-terrorist” is never being attributed when describing Israel.

Massarrat further criticizes ARD correspondents covering the Gaza assault from Tel Aviv, who – as he proves – would present Israeli positions in response to questions on what Germany might do to contribute to a ceasefire, reflecting Israeli demands for a ceasefire which would enable her to continue the “illegal blockade policy of the Gaza Strip”. He concludes by warning that “foe images and demonization of the other psychologically pave the way for violence and war”. Instead, he urges the “spirit of cooperation and respect for other cultures” to be promoted by the media.[29]

The Left’s Paralysis

When it comes to the Left, the political strand most inclined to oppose colonial and imperial ambitions, it has found itself in quite a paralysis – except for the anti-imperialist daily junge Welt. Also the stances of the German Left Party were far from unanimous in condemning Israel’s illegal endeavor. While the party’s spokesperson in foreign policy matters, law professor Norman Paech, found that “[n]o political goal, no right to defense or self-defense may justify such a war. A mockery of the UN Charter, a barbarity under the eyes of states that hide their weakness and cowardice behind a mild criticism, which signals rather approval than rejection”,[30] the chairman of DIE LINKE’s parliamentary group Gregor Gysi, who in spring 2008 had called upon his party to bury anti-imperialism and anti-Zionism for the sake of German raison d’état,[31] wrote: “Israel’s war was conducted as a reaction to the ongoing firing of rockets from Iran-supported Hamas on Israeli cities and villages, which also led to dead and injured among the civilian population, and [as a reaction] to the unilateral revocation of the truce by Hamas.”[32]

The broader German Left has lacked displaying solidarity with the brutally bombarded Gazans, as Pedram Shahyar, a member of ATTAC Germany’s Coordinating Council, points out. The Left’s “blockade” was due to the “real problem that in the course of conflicts in which Israel is involved, anti-Semitism is lurking. The leftists in this country have a historically-conditioned sensibility. […] The danger exists that because of the crimes of the Jewish State a climate arises, in which reactionary forces grow and emancipatory forces lose relevance”. But, he argues, the Left should acknowledge the simple historical truth that “[i]t is the West which since decades has covered the Middle East with war and occupation. It is the West which has all around installed military bases and puppet governments. In this Western bloc and its imperial policies the acts of the Israeli state are embedded. So long as this foreign rule and dominance do not end, there will be no peace.” As a result, if the Left failed to oppose the “imperial project” of “colonial racism”, it would lose its “moral center” to stand by the oppressed, Shahyar rightly concludes.[33]

Jewish Voices Against Israel

One of the rare publicly heard voices opposing the invasion of Gaza was Professor Rolf Verleger, former chairman of the Jewish Community in Schleswig-Holstein (the northernmost of sixteen German states) who also serves on the board of directors of the Central Council of Jews in Germany. In an interview with the German public radio Deutschlandfunk (DLF), he criticized the Central Council’s backing of the Israeli assault as being “shortsighted and amiss” since what was happening “in the name of Judaism” was and would be a problem for Judaism itself: “Judaism once was called ‘the religion of acting charity’, wasn’t it? When I say that today, no one is going to believe me. Today Judaism is a religion which justifies land seizure and oppression of Arabs. This cannot be true! The Central Council of Jews in Germany must see this as a problem which must be confronted.”[34] The Central Council is known for its unconditional support for wars conducted by Israel.

The psychologist further noted that he sometimes had the feeling that German politicians were quite appreciating that “the Jews” and Israel become delinquent, which would be contributing to the “discharge” of Germany. “This is not responsible”, concluded Verleger. To be responsible meant to signal Israel that it had to act according to international rules.[35]

European Jews for a Just Peace (EJPJ) Germany took out an ad in the Süddeutsche Zeitung, the country’s highest-circulation newspaper of liberal couleur, headlined “German Jews say NO to the murdering by the Israeli army”, which read: “We are appalled by this inhumanity. […] Do German politicians really believe that it is a compensation of the murdering of our Jewish kinsfolk that Israel can now […] do whatever crosses her mind?” It further notes: “Hamas is using terrorist methods, but this is also what the elected representation of Israel does, in fact hundredfold more effective.”[36]

In the same vein, Evelyn Hecht-Galinski, a Jewish–German activist and a daughter of the former president of the Central Council of Jews in Germany Heinz Galinski, writes: “Not the elected Hamas government, but the brutal occupation force, namely the government of a radical-Jewish state has to be taken to the The Hague war tribunal.”[37] She had previously called the Central Council acting as “mouthpiece of the Israeli government in Germany”.

The online edition of the Süddeutsche Zeitung interviewed German-born Israeli peace activist and founder of “Gush Shalom” Uri Avnery, in which the 85-year old laid out that Israel had not been showing any interest to cut a peace deal with the Palestinians over the past years.[38] These were indeed by and large the only voices dissenting from publicized mainstream opinion, severely attacked by neoconservative and pro-Zionist circles such as the blog Die Achse des Guten (“Axis of the Good”)[39].

Merkel’s Media? Hardly Fair

Despite ongoing attacks on Gaza and the rising number of casualties, last Sunday, 18 January, the Gaza topic was again circumvented by the “Anne Will” show. While the competitor political talk show “Maybrit Illner” (named after the anchor and broadcast by ZDF – the “Second German Television”) also hushed up the Gaza tragedy, the third major political talk show “hart aber fair” (“hard but fair” - also broadcast by ARD) covered in its 19 January program the topic of “Bloody ruins in Gaza – How far does our solidarity with Gaza go?” In a poll posted on its website in the run-up to the program, the question was raised whether one should refrain from criticizing Israel. Almost 70 percent negated the question.[40]

As the leading scholar on the Israel–Palestine conflict Norman Finkelstein pointed out when laying down the sliding support for Israeli policies among Americans, “the propaganda edifice is beginning to fall apart. It’s falling apart for many reasons. But I think the main reason is: More and more people know more and more of the truth about what’s happening. It’s due in part obviously to the alternative media”. He added that “the challenge for all of us is to tell the truth”, while advising “Tell no lies, stick scrupulously to the facts, claim no easy victories” and by doing so “we can win over public opinion to this cause”.[41]

It can be suggested that the massive Israeli propaganda efforts are a reaction to those seemingly important shifts in Western public opinion. In an online poll conducted by Germany’s leading conservative newspaper Frankfurter Allgemeine Zeitung on whether Hamas or Israel were right, the results had been largely manipulated after the Israeli representation at the United Nations in Geneva had sent out an e-mail entitled “We need your votes”, which led to the result of over 70 percent declaring solidarity with Israel.[42]

The discussants appearing on the above mentioned “hart aber fair” show were Michel Friedman, a former vice-president (2000-03) of the Central Council of Jews in Germany and former chairman (2001-03) of the European Jewish Congress, Rudolf Dressler, a former German ambassador to Israel (2000-05), Ulrich Kienzle, a veteran journalist specialized on the Middle East, Norbert Blüm, a former German Minister, and last but not least Udo Steinbach, former long-year director of German Institute for Middle East Studies (1976–2006), known as the German Orient Institute, being one of the country’s most respected Islam and Mideast expert.

Steinbach, known for his candid analyses, had at the outset of the war on Gaza appeared on the country’s prime daily TV news magazine ARD “Tagesthemen” as well as ZDF “Morgenmagazin” (a prominent morning news magazine), in which he denounced Israel’s “brutal undertaking” in the first 36 hours of the attack with a death toll of 350, which was “simply immoral”.[43] His successor at the German Orient Institute, Gunter Mulack, harshly criticized Steinbach for his indeed accurate comments and instead blamed Hamas for the crisis, though suggesting Israel’s actions were “disproportionate”.[44]

Instead of discussing the current conflict, the “hart aber fair” program focused on the issue of latent anti-Semitism. Correctly, Steinbach lamented the debate slipped off to “side scenes” instead of paying due attention to politics. However, noteworthy political remarks had been voiced. While Friedman emphasized Israel’s right to defend herself against “Hamas terrorists”, Kienzle replied that the problem in Germany was that while Palestinians killing civilians were considered terrorists, Israelis doing the same were conversely called self-defenders. Blüm, a Christian believer who when criticizing Israel was repeatedly defamed as an anti-Semite, pointed to the continuous hardship under which Palestinians have been suffering. Steinbach emphasized the decades-long illegal occupation of land by Israel and the shortcomings of Western and Israeli policies to contribute to a peaceful settlement of the conflict.

After all, the “hart aber fair” program was hardly fair as it turned to ignore the Gaza conflict, but instead focused on the “if” and “how” criticism towards Israel should be voiced. This is a tactic frequently utilized in Germany to circumvent any facts-based debate on Israel–Palestine or even issues pertaining to Islamic countries, such as the Iran conflict. After all, Blüm made a statement which seems the most accurate one when it comes to Germany’s judeocidal past and present Israeli crimes: “Our responsibility out of the terrible crimes of the Nazi era done to the Jews - incomparable crimes - … my conclusion that I draw from that, my kind of Vergangenheitsbewältigung [a notion referring to a struggle to come to terms with the Nazi past—AFN], precisely because we have made ourselves guilty in such a way, to work for a world in which no longer people are being tortured, killed, oppressed, no matter where they are coming from. This is true for Israelis and Palestinians alike. […] Human rights apply to everyone.”

In sum, it can be concluded that most of the German media are indeed complying with Chancellor Merkel’s will – it was not only Ms. Will.

Ali Fathollah-Nejad is a German–Iranian political scientist focusing on the international relations of the Middle East. For the open letter, he gained the signatures of prominent figures outside of Germany.


Notes


[1] Agence France-Presse (AFP), “Germany’s Merkel Blames Hamas for Gaza Violence”, 29 December 2008.
[2] La Stampa (Turin), 30 December 2008.
[3] Cited in: http://de.wikipedia.org/wiki/Avi_Primor#Zitate (accessed 19 January 2009).
[4] Joschka Fischer interviewed by Jörg Lau & Patrik Schwarz, “Krieg in Nahost: ‘Das ist Obamas erster Krieg’”, Die Zeit, No. 3/2009 (8 January 2009). Further, the weekly’s online edition featured an interview with Harvard law Professor Alan Dershowitz in which the well-known advocate of Israeli policies claimed – in utter contradistinction to respected international legal authorities - that Israel’s military assault was “commensurate [angemessen]”; Dershowitz interviewed by Jan Free, “Gaza-Krieg: ‘Israels Vorgehen ist angemessen’” [“Gaza war: ‘Israel’s action is commensurate’”], Zeit Online, 15 January 2009.[5] See also Edward W. Said & Daniel Barenboim, Parallels and Paradoxes: Explorations in Music and Society, Pantheon Books, 2002.
[6] Rupert Neudeck, “Gaza schreit vor wütendem Hunger und Not. Zu einem erschütternden Bericht eines Gaza-Journalisten“ [“Gaza cries out of furious hunger and misery. On a staggering report from a Gaza journalist”], 7 December 2008, Green Helmets website.[7] Rupert Neudeck, “Feigheit der Politik, Feigheit der Medien. Ein humanitärer Zwischenruf”, gruenhelme.de, 11 January 2009. [8] “Interview mit Daniel Barenboim” [“Interview with Daniel Barenboim”], ‘Kulturzeit’, 3sat, 5 January 2009.
[9] The letter is posted on http://www.steinbergrecherche.com/09rundfunk.htm#Will (accessed 22 January 2009).
[10] See also Tariq Ali, “From the ashes of Gaza. In the face of Israel's latest onslaught, the only option for Palestinian nationalism is to embrace a one-state solution”, guardian.co.uk, 30 December 2008.
[11] See also “Former Amb. Martin Indyk vs. Author Norman Finkelstein: A Debate on Israel’s Assault on Gaza and the US Role in the Conflict”, Democracy Now!, 8 January 2009; for an edited extract of his remarks at the latter appearance, see Norman Finkelstein, “Seeing Through the Lies: The Facts About Hamas and the War on Gaza”, CounterPunch, 13 January 2009; Norman Finkelstein, “Foiling Another Palestinian ‘Peace Offensive’: Behind the bloodbath in Gaza”, www.normanfinkelstein.com, 19 January 2009.
[12] See also Immanuel Wallerstein, “Chronicle of a Euthanasia Foretold: The Case of Israel”, Agence Global, 15 January 2009.
[13] See also Hamid Dabashi, “The Moral and Military Meltdown of Israel”, The Palestine Chronicle, 12 January 2009.
[14] See also Gilbert Achcar interviewed by Daniel Finn, “The Crisis in Gaza”, Irish Left Review, 15 January 2009; as well as “Growing outrage at the killings in Gaza”, The Guardian, 16 January 2009, a call by hundreds of British academics which Achcar co-signed.
[15] “Gaza? Weniger Relevanz. Kritik an ‘Anne Will’” [“Gaza? Lesser relevance. Critique at ‘Anne Will’”], junge Welt, 16 January 2009, p. 14.
[16] Cited in “Debatte um Themenwechsel bei ‘Anne Will’: Freitod für die Quote oder Angst vor dem Krieg?” [“Debate on the change of topic on ‘Anne Will’: Suicide for ratings or anxiety over the war?”], Netzeitung, 15 January 2009.[17] Cited in Harald Neuber, “Statt Gaza-Streifen lieber Freitod” [“Instead of Gaza Strip rather suicide”], Telepolis, 15 January 2009.
[18] Cited in Daland Segler, “Die Toten und die Quoten. Anne Will redete lieber über Merckle statt Gaza” [“the dead and the ratings. Anne Will preferably talked about Merckle than Gaza”], Frankfurter Rundschau, 13 January 2009.[19] “Zur Absetzung von Talkshow zum Gazakrieg” [“On the cancelation of a Gaza War talk show”], junge Welt, 15 January 2009, p. 8.
[20] Cf. Manfred Rotter [professor emeritus on international law, Johannes Kepler University Linz, Austria], “Von ‘Notwehr’ kann keine Rede sein. Mit der Militäroperation gegen Hamas verstößt Israel massiv gegen die Bestimmungen des Völkerrechts” [“‘Self-defense’ is out of question. With the military operation against Hamas, Israel massively violates provisions of international law”], Der Standard (Austria), 31 December 2008 – 1 January 2009; “Israel’s bombardment of Gaza is not self-defence – it’s a war crime“, The Sunday Times, 11 January 2009; Mark LeVine [professor of Middle East history at the University of California, Irvine], “Who will save Israel from itself?”, Al-Jazeera English, 13 January 2009; Jens Berger, “Israel kontra Völkerrecht” [“Israel versus international law”], Der Spiegelfechter, 14 January 2009.[21] Cf. Sabine Kefir, “Blockadebrecher ‘Al Djasira’: Weißer Phosphor, keine Bilder”, Freitag, No. 3 (16 January 2009), p. 6; see also the Gaza debate broadcast by Germany’s parliamentary TV channel PHOENIX, “Der ewige Kinflikt? – Krieg im Gazastreifen”, ‘PHOENIX Runde’, 12 January, 22:15h. [22] Cited in Martina Doering & Ralf Mielke, “Zwischen den Fronten” [“Between the fronts”], Berliner Zeitung, 13 January 2009, p. 3
[23] Cited in Peter Kleinert, “Israels Erfolge im Propagandakrieg” [“Israel’s successes in the propaganda war”], NRhZ-Online – Neue Rheinische Zeitung, No. 179 (12 January 2009).
[24] Cf. Jens Berger, “Israel im Propagandakrieg” [“Israel in propaganda warfare”], Der Spiegelfechter, 8 January 2009; John Bunzl [historian at the Austrian Institute for International Affairs, OIIP], “Willkommen im Wahrheitsministerium Jerusalem. Wie Israels ‚Spindoktoren‘ unter Ausblendung historischer Zusammenhänge Realität konstruieren” [“Welcome to the Jerusalem Truth Ministry. How Israel’s ‘spin doctors’ construct reality by fading-out the historical context”], Der Standard (Austria), 10–11 January 2009; Peter Kleinert, op. cit.; Noam Chomsky, “On Gaza”, lecture, Center for International Studies, Massachusetts Institute of Technology (MIT), Cambridge (MA), 13 January 2009; James Zogby [president of the Arab American Institute], “Zionist propaganda machine”, Al-Ahram Weekly, No. 930 (15–21 January 2009).[25] Cf. Peter Kleinert, op. cit.
[26] Anne Will interviewed by Michael Hanfeld, “Es gab keine Einflussnahme von außen” [“There was no influence from outside”], Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16 January 2009. [27] “‘Anne Will’ und Medienberichterstattung über den Gaza-Krieg” [“‘Anne Will’ and media coverage on the Gaza War”], CASMII, 22 January 2009.[28] Op. cit.
[29] Op. cit.
[30] Norman Paech [German MP and former Hamburg University law professor], “Freiheit für Gaza” [“Freedom for Gaza”], Neues Deutschland, 10 January 2009, p. 1.[31] Cf. Ali Fathollah-Nejad, “Neo-Con Conference Pushes for War on Iran”, Global Research, Montreal: Centre for Research on Globalization, 1 June 2008, last para.
[32] Gregor Gysi [German MP], “Waffenstillstand jetzt” [“Ceasefire now”], Frankfurter Rundschau, 7 January 2009.
[33] Pedram Shahyar, “Kolonialer Rassismus” [“Colonial racism”], junge Welt, 22 January 2009, p. 3.
[34] Rolf Verleger interviewed by Tobias Armbrüster “Rolf Verleger: Internationale Politik sollte Israel Grenzen zeigen” [“Rolf Verleger: International politics should show Israel limits”], Deutschlandfunk, 29 December 2008.[35] Op. cit.
[36] “Deutsche Juden und Jüdinnen sagen NEIN zum Morden der israelischen Armee”, advert in Süddeutsche Zeitung, 17 January 2009, p. 10.[37] Evelyn Hecht-Galinski, “Aktion ‘gegossenes Blei’ - Aktion ‘vergossenes Blut’” [“Operation ‘cast lead’ – Operation ‘blood shed’”], Das Palästina Portal, 30 December 2008. [38] “Israel: Friedenskämpfer Avnery über Gaza. ‘Hamas wird gewinnen’” [“Israel: Freedom fighter Avnery on Gaza. ‘Hamas will win’”], sueddeutsche.de, 7 January 2009. See also Uri Avnery, “How Many Divisions? The Blood-Stained Monster Enters Gaza”, CounterPunch, 12 January 2009.[39] Cf. Ali Fathollah-Nejad, op. cit.
[40] Cf. also Raymond Deane, “Are German getting fed up with Israel?”, The Electronic Intifada, 18 January 2009.
[41] “Crisis in Gaza: The U.S., Israel, and Palestine”, with Ali Abunimah, Norman G. Finkelstein and John J. Mearsheimer speaking, University of Chicago, 8 January 2009, 1h25min45sec.
[42] Cf. Peter Kleinert, op. cit.
[43] “Experte sieht Problem bei den Israelis” [“Expert sees problem with Israelis”], ‘Morgenmagazin’, ZDF, 30 December 2008; “Nahost-Experte Udo Steinbach zu der Situation im Gazastreifen” [“Mideast expert Udo Steinbach on the situation in the Gaza Strip”], ‘Tagesthemen’, ARD, 30 December 2008. Startlingly, the respective final questions posed to Steinbach in both programs were where “moderate Palestinians” were.
[44] Cf. Corinna Emundts, “tagesschau-chat mit Gunter Mulack: ‘Israels Vorgehen ist unverhältnismäßig’” [“tagesschau-chat with Gunter Mulack: ‘Israel’s action is disproportionate’], tagesschau.de, 6 January 2009.



Ali Fathollah-Nejad is a frequent contributor to Global Research. Global Research Articles by Ali Fathollah-Nejad

Ein toller Link:



http://www.gruenhelme.de/

"Das GRÜNE und die HELME" von Rupert Neudeck
Den Tag werde ich nie vergessen. Ich war junger Student, als das "Peace Corps" in den USA gegründet wurde. Ja, von John F. Kennedy, mit dem sowieso eine neue Zeitrechnung begann. Die Idee war bestechend, weil radikal. Junge Menschen, die ihren Beruf gelernt hatten und den gerne im satten US-Amerika machten, verpflichteten sich für 6 oder 12 Monate und lebten in Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas unter den Bedingungen, unter denen diese Bevölkerung leben mußte.

So allein werden wir uns mit den Habenichtsen und Schmuddelkindern gemein machen können, nur so können wir Solidarität üben. Aber das alles geriet in den Fleischwolf unserer Tarif und Luxus -Ordnungen. Mittlerweile nimmt der europäische Helfer seine ganze Bagage an Wohlstandsrechten, Versicherungen, Weincontainer und Risikoprämien mit sich, wenn er irgendwo in die weite Welt zieht.

Das kann es doch nicht gewesen sein, haben wir uns Anfang 2003 gesagt. es kam hinzu, daß wir ordentlich Sorge hatten: Ob wir nicht schon in einem richtigen Krieg sind gegen den Islam und die Muslime. Die besinnungslos-dumme Verwechselung einer der großen und schönen Weltreligionen mit den wenigen Fundamentalisten, die mit der Religion so wenig zu tun haben, wie die Große Inquisition mit der Botschaft des Jesus Christus, macht uns Angst. Das war der zweite große Grund, die GRÜNHELME zu gründen.

Was ist seit Anfang April 2003 geschehen: Einmal eine Schule für 2130 Schülerinnen und Schüler fertig in dem Slumquartier, der schiitischen Gemeinde Shishan im Norden von Bagdad. Zweitens: Sechzig Häuser für die 1988 von Saddam Hussein vertrieben kurdischen Landwirte in dem Dorf Zurnaj, südlich von Erbil im Nordirak.

Drittens: eine Schule in dem Dorf Totechi im Westen Afghanistans für 950 Schüler. Dort haben wir auch eine Tischlerei-Lehrwerkstatt vorerst für 15 Lehrlinge eingerichtet sowie einen Fußballverein gegründet mit dem schönen klingenden Namen FC. GRUENHELME TOTECHI. Außerdem haben sich die 1050 Schülerinnen und Schüler verpflichtet, jeder einen Baum zu pflanzen und zu hegen und zu pflegen. Denn das Land erodiert und wird zur Wüste.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schenken dieser Arbeit und diesen Menschen drei Monate Ihres Lebens. In dieser zeit ruht der Gehalts-, Gewinn- und Prämienpegel. Sie bekommen alle Unkosten ersetzt und müssen dafür drei Monate arbeiten, und das nicht zu knapp. Sie leben, wohnen, schlafen so primitiv und einfach wie die Einheimischen in den Dörfern. Kurz, sie nehmen ihre Euro-Göttergleichheit nicht in die Dörfer mit.

Wir planen jetzt in der Provinz Gulram (nordwestlich von Herat) noch zwei weitere Schulen, eine in dem Dorf Sang Kutal und die andere in Syad Kamarak. In der kleinen winzigen 'Hauptstadt' der Provinz, Qara Bagh, werden wir die Entbindungsstation in Erweiterung der Klinik bauen und eine afghanische Ärztin dorthin schicken, die aus Deutschland kommt und dort einige Hebammen aus- und weiterbildet. Im April haben wir vor, in Khost den Gouverneur der Provinz bei dem Aufbau von Schulen zu unterstützen.

Im Februar fliegen Ulrich Kasparick und Rupert Neudeck auf Anfrage der Regierung Nordkoreas nach Pyöngyang, um sich ein Bild zu machen über die Bedingung der Anwendung und Installation von erneuerbaren Energien: Biogas, Windenergie, Solarenergie.

Wir haben viele gute Vertreter des öffentlichen und politischen Lebens gewonnen, die bereit sind, sich für diese Arbeit einzusetzen. An der Spitze der Bundestagspräsident Wolfgang Thierse und der Wiederaufbauminister von Afghanistan Prof. Amin Farhang. Aber jetzt werden es immer mehr. In München trafen wir Dieter Hildebrandt, der ganz angetan ist von dieser radikalen Arbeit. Geht es doch auch in der Politik darum,. Dinge ungeschminkt zu sagen und sie eins zu eins gleich umzusetzen. Gerd Ruge ist mit dabei, Hans Koschnick, Freimut Duve, Norbert Blüm, Marie Luise Beck, die Barbara John und Hans Jürgen Wischnewski.

Wir werden am 4. September in Troisdorf mit tausenden unserer Vietnamesen die 25jährige Wiederkehr des Tages feiern, da das von meinen deutschen Mitbürgern bezahlte Rettungsschiff Cap Anamur » / Port de Lumiere sich ins Süd-chinesische Meer begab. Am Ende waren 11488 Menschen, Vietnamesen, Bootsflüchtlinge gerettet. Menschenfischer und Menschenretter wollen die GRÜNHELME sein.

Quelle: Rupert Neudeck - Vorstand Grünhelme e.V.


http://www.eco-world.de/scripts/basics/econews/basics.prg?a_no=9843

Wir und die anderen...

http://tammox.blogspot.com/2009/01/was-das-c-im-namen-bedeutet.html


Freitag, 23. Januar 2009

Was das "C" im Namen bedeutet

Schluß mit Guantanamo.
Gut so.
Gut für die Insassen, gut für die USA.

Schlecht allerdings für Blabla-Politiker à la Merkel, die gerne mal vor geneigten Publikum die „Guantanamo ist doof“-Karte spielten, um ihren unabhängigen Geist zu beweisen.

Merkel war ja auch gegen Guantanamo und sagte dies sogar ab und an mal deutlich.
Nur natürlich nicht Bush und schon gar nicht dachten Schäuble und Merkel daran die USA deswegen ernsthaft unter Druck zu setzen.
Ein paar billige Lippenbekenntnisse, um zuhause zu punkten, mußten reichen.

Menschenrechtspolitik, wie sie oberflächlicher nicht geht:
Im deutschen Fernsehen stolz die Brust schwellen, sich vom Dalai Lama einen Schal umhängen lassen und anschließend alles seinen gewohnten Gang gehen lassen, während in der Heimat ordentlich an den Grundrechten gestutzt wird - Abhören, BKA-Computerwürmer, Videoüberwachung.

Daß Schäuble und Co ihre Guantánamokritik selbst nicht für einen Cent ernst nahmen, sah man sehr schön an der promten Weigerung im Falle einer Schließung möglicherweise Ex-Gefangene in Deutschland aufzunehmen.
Rund 50 derzeit noch auf Kuba Eingekerkerte können keinesfalls in ihre Heimatländer zurück, da sie dort nicht besonders lange überleben würden.

Also wohin mit ihnen, nachdem Obama offensichtlich Ernst macht mit der Schließung?
Wären nicht die Länder gefordert, die vorher die Zustände kritisiert hatten?

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hatte dazu Bereitschaft bekundet.
Aber von Schäuble kam sofort ein NJET!
So wichtig sind ihm die Menschrechte nun auch wieder nicht, daß das über das wohlfeile Blabla hinaus irgendwelche Konsequenzen in seiner Politik hätte.

Der Innenminister blaffte auf eine Bitte Obamas nur derb zurück dann "müssen sie eben in den USA bleiben".
Na klar! Super Idee!
Wer von US-Agenten unschuldig verschleppt wurde, über Jahre Folter erleiden mußte und dank Amerika eine zerstörte Heimat hat, wird sicher furchtbar gerne in die USA übersiedeln. The land of the free wurde ihnen sicherlich ordentlich schmackhaft gemacht.

Schäuble ist eben alles Menschliche fremd, insbesondere die RECHTE und MITGEFÜHL.

Nebenbei bemerkt: Was stellt sich Schäuble eigentlich so an?
50 arme ausgemergelte Gestalten?
Könnte sich Deutschland da nicht mal vor der Welt großzügig zeigen?
Zumal sich der Aufwand nicht ewig hinziehen würde - wenn Deutschland nur die Hälfte aufnähme, wäre das gerade mal die Anzahl Menschen, die im Jahr in Abschiebehaft aus Verzweiflung über die menschenunwürdigen Kerkerbedingungen in Schäubles Knästen ohnehin Suizidversuche begehen.

So läuft das nämlich hier - In Deutschland haben von 2005 bis 2007 mehr als 40 Abschiebehäftlinge Selbstmord begangen oder einen Suizidversuch unternommen.

Das erfuhr die Fraktion der Grünen als Antwort auf eine entsprechende Anfrage von der Bundesregierung.

Ausdrücklich erwähnt werden muß dabei, daß es sich bei Abschiebehäftlingen nicht etwa um Terrorverdächtige oder Kriminelle handelt, sondern um ganz normale Menschen, die aus der Not heraus nach Deutschland geflohen sind.

Immer wieder allerliebst, wie sich die Politiker der CHRISTLICH-demokratischen Union in der Praxis verhalten.

NACHTRAG:
Noch ein kleiner Fernsehtipp zum Thema:
23.30 Uhr, Sonntag, 25.01.09, PHOENIX:
Die Weggeworfenen
Geschichte einer Abschiebung
Film von Lutz Ackermann, Anita Blasberg, Marian Blasber




http://www.phoenix.de/content/phoenix/die_sendungen/die_weggeworfenen/220002?datum=2009-01-25

Die Weggeworfenen

Geschichte einer Abschiebung

Im September 2006 wurde die Familie Kpakou nach Togo abgeschoben, nach 13 Jahren in Deutschland. Die Familie war Anfang der Neunziger vor einer brutalen Diktatur in die Bundesrepublik geflohen. Die Kinder wuchsen hier auf und kannten nicht viel mehr als den kleinen Fachwerkort Cölbe bei Marburg.

Bis eines Morgens um fünf Uhr die Polizisten in der Wohnung standen. Eine halbe Stunde hatten sie Zeit, um ihre Koffer zu packen, 20 Kilo pro Person. Mit dem ersten von Deutschland organisierten europäischen Sammelabschiebeflug wurden sie zurück nach Afrika gebracht.

Der Film zeigt, wie die Familie durch die Abschiebung aus ihrem Leben gerissen wurde. Er erzählt die Geschichte von Teenagern, die verzweifelt versuchen, in einem fremden Land, dessen Sprache sie kaum sprechen, Fuß zu fassen und gleichzeitig die Hoffnung nicht aufgeben, doch noch zurückzukehren: nach Hessen, nach Hause zu ihren Freunden - und zu ihrem Vater, der noch in Deutschland lebt, weil er am Tag der Abschiebung nicht transportfähig war und seitdem schwer krank ist.

Sendetermin:

So, 25.01.09, 23.30 Uhr

"Noch immer wache ich jeden Morgen auf und hoffe, alles sei ein Irrtum", sagt Celestine Kpakou. Von einer Ausbildung zur Zahnarzthelferin hatte sie geträumt, jetzt weiß sie manchmal nicht, wie sie satt werden soll. Auch nach zwei Jahren blickt die 20-Jährige noch ungläubig auf ihr neues Leben, auf das Land, das nun ihre Heimat sein soll. Celestine lernt in einer Näherei das Schneidern. Von ihren
Kolleginnen werden sie und ihre Familie verspottet als "die Weggeworfenen", die mit leeren Händen aus Europa zurückgekommen sind.

Ihr jüngerer Bruder Richie, der in Marburg Klassensprecher war, bereitet sich in einer Schulruine in Ghana auf sein Abitur vor. Mit seiner Mutter ist er nach Ghana umgezogen, weil dort in englischer Sprache unterrichtet wird. Ohne das Geld, das ehemalige Nachbarn, Freunde und Lehrer regelmäßig nach Togo überweisen, würde die Familie auf der Straße landen.

Der Film wechselt zwischen Afrika und Deutschland. Er zeigt, wie Richie und seine Freundin Jule am Telefon um ihre erste große Liebe kämpfen. Wie schwer es Celestine und ihrer besten Freundin Jonna fällt, den Kontakt nicht abreißen zu lassen. Er zeigt den Widerstand einer Gruppe von Bürgern, die auch zwei Jahre nach der Abschiebung versucht, das Handeln deutscher Behörden wieder gut zu machen. Niemand weiß, wie lange sie noch durchhalten.

Film von Lutz Ackermann, Anita Blasberg und Marian Blasberg


Mittwoch, 21. Januar 2009

Ban Ki-Moon kritisiert Israelis und Palästinenser

http://www.israelnetz.com/themen/nachrichten/artikel-nachrichten/datum/2009/01/21/ban-ki-moon-kritisiert-israelis-und-palaestinenser/

GAZA / SDEROT (inn) - UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon ist am Dienstag in den Gazastreifen gereist, um sich persönlich ein Bild von der Situation dort zu machen. Während seines Aufenthaltes warf er Israel vor, "exzessive" Gewalt während des Militäreinsatzes gegen die Infrastruktur der Hamas angewendet zu haben. Bei einem anschließenden Besuch in der israelischen Stadt Sderot verurteilte er die palästinensischen Raketenagriffe und forderte ein Ende des Beschusses.

"Ich habe nur einen Teil der Zerstörung und des Leides gesehen. Das sind herzzerreißende Szenen. Ich bin tief betrübt über das, was ich gesehen habe", sagte Ban Ki-Moon während seines Aufenthaltes in Gaza-Stadt. Zu Ehren der palästinensischen Opfer hielt er vor dem zerstörten UN-Hauptquartier einen Moment der Stille ab. Das Gebäude war von Israel bombardiert worden. Armeeangaben zufolge hatten Palästinenser von dort das Feuer eröffnet. Israels Verteidigungsminister Ehud Barak hatte sich später für den Vorfall entschuldigt. Der UN-Generalsekretär forderte erneut eine umfassende Untersuchung zu dem Fall und nannte den Angriff "ungeheuerlich" und "absolut inakzeptabel".

Die verschiedenen palästinensischen Fraktionen rief Ban Ki-Moon zur Einheit auf. Sie sollten sich mit der Palästinensischen Autonomiebehörde vereinen. Dies sei wichtig für Wahlen, politische Verhandlungen und die Umsetzung internationaler Vereinbarungen, durch welche die Grenzen zum Gazastreifen wieder geöffnet würden und die der internationalen Gemeinschaft helfen, den Gazastreifen wieder aufzubauen.

"Angriffe auf Israel sind inakzeptabel"

Anschließend besuchte Ban Ki-Moon die israelische Stadt Sderot nahe des Gazastreifens. Seit acht Jahren feuern Palästinenser Raketen auf den Ort ab. Ban Ki-Moon verurteilte die Angriffe und bezeichnete auch sie als "inakzeptabel" und "schrecklich". "Sie leben hier jeden Tag mit der Angst, dass eine Rakete vom Himmel fällt. Kein menschliches Wesen kann lange mit so einem Angstzustand leben", so der UN-Chef. Er forderte die Hamas zu einem Ende der Raketenangriffe auf. Zudem müssten Maßnahmen ergriffen werden, um den Waffenschmuggel in den Gazastreifen zu verhindern.

Allerdings sei es wichtig, den Palästinensern dabei zu helfen, zu einem normalen Leben zurückzukehren. Sollten die politischen Bemühungen um eine Lösung für den israelisch-palästinensischen Konflikt scheitern, würde die Verzweiflung der Palästinenser in Radikalismus umschlagen. Dies würde wiederum die Hamas stärken, sagte Ban Ki-Moon vor Journalisten in Sderot.

In der Stadt besuchte er zudem ein Zentrum für traumatisierte Kinder. Mit dem Bürgermeister Sderots traf er sich in einem Bunker, der dem Stadtoberhaupt seit Dezember vergangenen Jahres als Büro dient.

Olmert: "UN muss auch Angriffe auf Israel untersuchen"

Am Dienstag hatte sich Ban Ki-Moon auch mit Israels amtierendem Premierminister Ehud Olmert in Jerusalem getroffen. In dem Gespräch forderte Olmert, dass jegliche UN-Untersuchung des Schadens im Gazastreifen auch eine Untersuchung der Schädigung durch palästinensische Raketenangriffe auf Israels Süden in den vergangenen acht Jahren mit einschließen müsse. Laut der Tageszeitung "Ha´aretz" habe Ban Ki-Moon der Forderung zugestimmt.

Olmert betonte zudem, dass die Hamas keine Rolle beim Wiederaufbau des Gazastreifen spielen dürfe. Die Bemühungen darum müssten zwischen internationalen Organisationen, Ägypten und der Palästinensischen Autonomiebehörde koordiniert werden.


Von: D. Nowak



Samstag, 17. Januar 2009

Wunschtraum...






















...dass die Wünsche und Träume für das Leben und die Lebendigkeit der Menschen bei unseren Staatenlenkern und Mächtigen nicht immer nur auf taube Ohren stossen, sondern auf offenes und aufmerksames Gehör...

...dass die Mächtigen endlich bewußt damit umgehen, wie viele Menschen an eben den Auswirkungen der Macht anderer verzweifeln und krepieren...

...dass sie tatsächlich und real Verantwortung übernehmen...


Ich weiss, sehr unrealistische Träume. Aber, ich lasse mir meine Träume nicht nehmen.

Israels Waffenstillstand mit deutschem Zynismus:

Israel gehorcht - Waffenstillstand, damit Barack Obama nicht mit hässlichen Bildern in sein Amt eingeführt werden muss, als Präsident der Weltmacht, die ihm vorschwebt.
Der Zynismus dabei ist, dass sich die Deutschen um etwas bemühen dabei, das sie früher schon einmal getan haben: Ein KZ bewachen.

Denn darauf wird die Hilfe Deutschlands, zur Bewachung der Menschen in Gaza, hinauslaufen. Wie zynisch das Ganze gerade im Zusammenhang mit Israel ist, dämmert anscheinend keinem der Beteiligten. Oder sie sind alle so abgebrüht, dass es ihnen egal ist.

Ist nicht jeder Krieg Mord? Doch, und da sind noch einige im Gange. Wenn alle beendet werden könnten, mit den Zielen vor Augen, für die es sich zu leben lohnt, dann wäre das wunderbar - allerdings ohne KZ's mit deutscher Bewachung.

Es fragt sich auch, wer die Kosten bezahlt. Oder, soll auch bewacht und abgeschirmt werden, dass man die Menschen in Gaza in ihrem Elend sitzen läßt, weil wir ja unsere Zockerkrisen der Reichen zu bewältigen haben?

"Du sollst nicht töten", das hat schon seinen Sinn. Es ist darum, dass Leben auch so existieren kann, dass es diese Bezeichnung auch verdient. Damit die Hamas - die Menschen in Gaza - niemand mehr bedrohen, in Israel und anderswo, müßten sie erst einmal ein Gefühl dafür haben können, wie es ist, nicht bedroht zu sein, ohne Angst zu sein - davor, was Menschen einander antun können - sie müßten erst einmal danach tasten können, wie es ist, frei zu sein - auch von den eigenen Aggressionen.

Jede Sicherheit, die Militär, Bewacher, Staaten garantieren, ist keine. Eine Freiheit, die irgendwie gewährt wird, ist keine.
So lange, wie aber keine Möglichkeit besteht, dass ein Mensch sicher sein kann, sich die Freiheit zu leben nehmen kann, wird er sich nicht auf das, was wichtig ist dafür konzentrieren können.
In Gaza, diesem Freiluftknast, ist diese Möglichkeit sowieso nicht gegeben.

Wir alle müssen weiter machen, weiter protestieren, weiter kämpfen - auch bei uns hier, damit Menschen nicht noch mehr entmenschlicht und entwürdigt werden. Dafür, dass wir selber bestimmen können, was uns wichtig ist.

In diesem Sinne: Weiter für Free Gaza - und free the world.

Trotz offizieller Ansichten - gegen das Schlachten:

http://praying-freedom.spaces.live.com/default.aspx


17 Januar

Er passt ins offizielle Gerede, und doch protestiert er auch:

http://www.fr-online.de/top_news/1660815_Ich-bin-das-neue-Israel.html

Interview mit Aviv Geffen

"Ich bin das neue Israel"

+Mr. Geffen, wie leben Sie mit der Erinnerung an die Nacht, in der Sie bei einem Auftritt Jitzchak Rabin umarmten - und er kurz danach erschossen wurde?

Dieses Erlebnis verfolgt mich jeden Tag, bis an mein Lebensende. Es änderte mein Leben und das aller Israelis. Durch den Mord an Rabin hat man auch den Traum vom Frieden ermordet.

Seither singen Sie in Stadien und großen Hallen über das kaputte Israel, verhöhnen Regierung und Militär. Welche Reaktionen bekommen Sie?
Vor wenigen Tagen habe ich wieder zwei Morddrohungen bekommen, von fanatischen Israelis. Diese Leute rufen bei meinem Manager an, sogar bei unserem Konzert in Paris haben sie ihn behelligt. Sie wollen erreichen, dass ich den Mund halte. Ich bin es inzwischen gewohnt, dass Bodyguards mich schützen - auch bei den bevorstehenden Auftritten in Deutschland. In Israel bin ich eine Symbolfigur - man könnte sagen: der Che Guevara des Friedensprozesses.
Während in Gaza die Raketen fliegen, treten Sie auf deutschen Konzertbühnen auf. Was werden Sie singen?

Zur Person

Aviv Geffen, 34, ist in Israel ein Superstar und zugleich eine Ikone der Friedensaktivisten. 1995 sang er auf einer großen Friedenskundgebung in Tel Aviv, in deren Verlauf der damalige Premier Jitzchak Rabin erschossen wurde; seither singt Geffen gegen religiöse Eiferer, das Militär und die Regierung.
Auf Europa-Tournee ist Geffen zurzeit mit seiner Band und dem britischen Gastmusiker Steven Wilson. Am heutigen Samstag spielt er in Berlin, am 18.1. in Hamburg, am 20.1. in Köln, am 22.1. in München.

Meine Protest-Hymne "It's Cloudy Now" ist auf jeden Fall im Programm. Das wird die erste Single-Auskopplung in Deutschland sein.
Einschließlich des in Israel beliebten Mitgröhl-Refrains "We Are the Fucked-up Generation"?
Natürlich, das ist die wichtigste Zeile im ganzen Lied.
Was ist denn so schief gelaufen für Ihre Generation, die heutigen Mittdreißiger?
Unser Land ist wie ein einziges großes McDonald's-Lokal geworden - schnell, billig und ohne Geschmack. Wir leiden unter der Politik von Bush, und wir leiden unter dämlichen Kriegen wie dem im Irak.
Warum glauben Sie, das alles trifft nur Ihre Generation? Im Kriegszustand befindet sich Israel doch seit mehr als 60 Jahren.
Das stimmt, aber unsere Generation hat endgültig alle Ideale verloren. Wir haben keine Visionen, keine Anführer. Alle romantischen Perspektiven auf das Leben sind dahin - wie auch, wenn die Hälfte von uns mit Drogen vollgepumpt ist, die andere nur vor dem Internet abhängt. Ich glaube, vielen Deutschen aus unserer Generation geht es genauso - sie werden "It's Cloudy Now" in ihre Herzen schließen.


Andererseits unterstützen viele Israelis Ihrer Generation die Kämpfe in Gaza; viele sind als Reservisten involviert.


Sie dürfen nicht vergessen, dass das, was ich gemacht habe, ein absoluter Ausnahmefall ist. Ich habe den Wehrdienst verweigert; ich spreche öffentlich gegen die Generäle und die Regierung. Ich versuche, meinen Leuten in Israel die Augen zu öffnen - aber das ist ein langsamer Prozess. Sie fangen an, Fragen zu stellen. Ich bin für sie das neue Israel. Mein Onkel war Moshe Dajan, unter seiner militärischen Führung wurde Ost-Jerusalem besetzt. Er galt damals als der große Held und prägte einen Macho-Typ, der seither angesagt ist. Aber ich erlaube meinen Anhängern, zu weinen, weich zu sein, Angst zuzugeben. Und ich mache keinen Hehl daraus, dass ich alle Gebiete, die wir damals annektiert haben, sofort wieder hergeben würde - ohne Gegenleistung.
Wie erklären Sie sich, dass so wenige Musiker Ihrer Generation sich ähnlich politisch äußern?
Sie wollen möglichst viele CDs verkaufen - wie die Popmusiker im Rest der Welt. Aber mir sind Verkaufszahlen egal. Ich glaube, das spürt das Publikum bei meinen Konzerten: Wenn ich auftrete, hören sie nicht irgendeinen weiteren öligen Popsänger.
Wäre der aktuelle Konflikt nicht eine Chance für die Friedensbewegten, stärker an die Öffentlichkeit zu treten?
Sie müssen sich eines vor Augen halten: Israel wurde gegründet, um den Juden einen sicheren Boden zu geben. Aber in diesen Tagen ist Israel der unsicherste Platz auf der ganzen Welt. Anderthalb Millionen Israelis im Süden sind ständig bedroht, weil sich die Hamas in den Wohnhäusern von Zivilisten in Gaza eingerichtet hat, um ihre Bomben zu lagern und von dort auf uns abzufeuern. Stellen Sie sich vor, eine Rakete dieser Art ginge auf Frankfurt nieder. Nur eine einzige. Würde die deutsche Regierung da ruhig die Hände in den Schoß legen? Die Israelis werden seit acht Jahren fast jeden Tag beschossen - seit acht Jahren!


Sie betonen immer wieder, Sie seien ein Freund der Palästinenser - wie können Sie trennen zwischen der Hamas und dem palästinensischen Volk, das die Hamas doch erst ermächtigt hat?


Die Hamas ist für mich eine Terrorgruppe wie Al Kaida. Sie behandeln uns so, wie die Nazis uns früher behandelt haben. Sie hassen uns allein aus dem Grund, dass wir jüdisch sind. Auf der anderen Seite benutzen sie die Palästinenser wie lebende Schutzschilde. Das ist widerlich. Sie haben den Menschen vor der Wahl alles Mögliche versprochen - Geld für bessere Straßen, eine bessere Zukunft - doch sie stecken alles in Waffen. Aber lassen Sie mich eines klarstellen: Ich finde, wir sollten den Krieg so bald wie irgend möglich beenden. Sonst wird die Gewalt wie ein Bumerang zu uns zurückkehren. Ich glaube nicht an intelligente Bomben, sondern an intelligente Menschen.


Interview: Thomas Wolff








Requiem for Palestine





































Israels Ehrgeiz galt nicht dem Frieden

Die Palästinenser wollen nicht mit den Besatzern unter einer Decke stecken, sie wollen unabhängig von ihnen ihr Leben bestreiten können. Das aber will Israel keinesfalls zulassen. Dieses Bestreben der Menschen in Palästina soll ausgelöscht, und mit aller Macht zertreten werden. Dies wird in der israelischen Führung auch zugegeben, abseits des üblichen gebetsmühlenartig wiederholten Geschwafels von der permanenten Bedrohung durch die Hamas.

Der Beweis dafür ist auch, dass der jetzige Waffengang Israels gegen Gaza und seine Bewohner schon längst, während des Waffenstillstands und davor schon, geplant und vorbereitet wurde. Deshalb war Israel an einer Verlängerung dieser Waffenruhe überhaupt nicht interressiert.

Als die Blockade durchgesetzt wurde, war das ebenfalls volle Absicht. Denn die Äußerungen Israels waren entsprechend: Die Menschen mit fast nichts überleben lassen - so, dass sie gerade noch überleben - nicht mehr und nicht weniger. Selbstverständlich wurde dies ein wenig umschriebener geäußert, aber nicht weniger deutlich. Israels Politik sei wie eine Diät, die Palästinenser werden dünner, aber sie werden nicht sterben - das war die Aussage. (Dov Weissglas).

Es war also durchaus Absicht, die Leiden der palästinenschen Menschen zu verstärken. Sie sollten die Hamas loswerden, mindestens stürzen. Doch vermutlich glaubten nur wenige der isralischen Politiker an die Wirksamkeit eines derartigen Vorgehens. Deshalb also die militärischen Vorbereitungen.

Dann kam die Drohung mit der "Shoah" gegenüber den Bürgern von Gaza, also die Drohung mit einem Holocaust. (Matan Vilnai).
Auch der Staatsstreich gegen die Hamas funktionierte nicht, die Fatah musste fliehen. So blieb es nicht bei der Diät, sie wurde enorm verschärft. Nur noch die Gesündesten überlebten. Im März des Jahres 2008 begannen die härteren militärischen Strategien: Mit den Regierenden Israels abgestimmt wurden neue Formulierungen zur Entmenschlichung der Bürger Gazas, sie wurden alle - ohne Ausnahme - zu Komplizen der Hamas erklärt. Jeder einzelne Bewohner des Freiluftknastes unter Israels Rigide war nun also verantwortlich für das, was von Israel ihnen angetan und zugefügt wurde. Die Bevölkerung von Gaza sei Hamas, wurde behauptet - es sei sinnlos auf sie einzuwirken - oder Unterschiede zu machen.

Das erklärt auch zum Teil, warum das Militär freie Hand hat, grausam und brutal rücksichtslos vorzugehen. Der andere Teil, warum das so ist, beruht darauf, dass Israel eigene Verluste zu vermeiden versucht. Wie Frau Tzipi Livni sagte: "Nur gegen die Hamas - nicht mit ihr..."

Den Job danach, Gaza bewachen und beherrschen, dürfen sich andere Länder teilen: Ägypten, Europa, Amerika... Der Knast geht weiter, die Beherrscher werden mehr. Palästina wird dafür noch mehr aufgestückelt, Teile werden von Menschen entleert, um besser beherrschbar zu werden.

Die eigentliche Angst Israels vor dem Iran gilt nicht den eingebildeten Atomwaffen, sondern der Befürchtung, dass Iran insgesamt stärker wird, und dass es dann nicht mehr so einfach ist mit der Vorherrschaft Israels. Nach wie vor ist ja Israel scharf darauf, das Westjordanland vollends annektieren zu können.

Das alle ist unbequem und stressig, die Menschen in Palästina kosten Geld, wenn sie besetzt sind, also gibt man Verantwortung ab - auch wirtschaftliche. Das bedeutet, dass die Bürger Gazas vollends entmündigt werden sollen.

Trotz aller Widernisse könnten Teile dieses Plans mindestens aufgehen. Dass es ein Unrecht ist, aufgebaut auf Lügen und Betrug, das interressiert in der großen Welt der Politik fast keinen...

Quelle: http://electronicintifada.net/v2/article10202.shtml

Feuer vom Himmel auf Ausgemergelte...

http://www.linkezeitung.de/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=6039&Itemid=1


Nach zwei Jahren Aushungern fällt Feuer vom Himmel!


PDF Drucken E-Mail
von Mike Whitney - www.informationclearinghouse.info - www.luftpost-kl.de
weisserphosphor.jpg

Das erweiterte "großzügige Angebot"

Außer dem Abschlachten von 900 Palästinensern und den durch die vierzehntägigen Luftangriffe angerichteten großflächigen Zerstörungen hat die israelische Invasion in den Gaza-Streifen keins der angestrebten strategischen Ziele durchgesetzt. Der palästinensische Widerstand ist noch intakt, der Raketenbeschuss (auf israelische Siedlungen) geht weiter, und die Hamas ist stärker als zuvor.

Was wurde also erreicht? Die Hamas hat dem grausamen Überfall standgehalten, ohne ihren Widerstand aufzugeben oder irgendwelche Zugeständnisse zu machen. Sie hat bewiesen, dass sie die legitime Vertretung des palästinensischen Volkes und die wahre Trägerin der nationalen Befreiungsbewegung ist. Ihr Platz an der Spitze der Regierung ist durch die israelische Fehleinschätzung gestärkt worden. Im Gegensatz dazu stehen Mahmud Abbas und die Mitglieder seiner Palästinensischen Autonomiebehörde wie Feiglinge und Quislinge da, die sich Israel beugen. (Quisling war ein norwegischer Nazi-Kollaborateur.) Das ist möglicherweise das Ende der politischen Laufbahn des Abu Mazen (wie Mahmud Abbas auch genannt wird).
Für Israel war die Militäraktion auch im Hinblick auf die öffentliche Meinung ein Desaster. Trotz eines eindrucksvollen Medien-Blitzkriegs, der die Nachrichten beherrschte und Israel als Opfer darstellte, haben entlarvende Fotos von blutigen zerfetzten Kindern auf den Fluren von Notkrankenhäusern oder eingewickelt in Leichentücher unerwartetes Mitgefühl für das Leid der Palästinenser geweckt. Israel steht plötzlich weltweit als brutaler Aggressor da, und die Glaubwürdigkeit der Medien (die es unterstützten) hat stark gelitten. Sie haben den Propaganda-Krieg zweifellos verloren, weil es ihnen nicht gelungen ist, die Berichterstattung zu kontrollieren und die öffentliche Meinung (einseitig) zu
beeinflussen. Das könnte die Trendwende für den Einfluss der Konzernmedien sein. Die arabischen Nachrichtensender sind den Kinderschuhen entwachsen, weil sich ihnen immer mehr Menschen aus dem Westen zuwenden, die von unabhängigen Medien informiert werden wollen. Die Manipulierer von CNN und FOX (US-TV-Stationen) wurden weitgehend links liegen gelassen.
Jetzt sucht Israel nach einem Ausweg, wie es seinen Amoklauf beenden und seine Truppen
zurückziehen kann, aber die Hamas macht es ihm nicht leicht. Am Samstag hat (der im syrischen Asyl lebende) Hamas-Chef Chalid Maschal die UN-Resolution 1860, in der eine Feuereinstellung gefordert wird, zurückgewiesen und folgende Stellungnahme abgegeben:

"Wir fordern den sofortigen und kompletten Abzug der israelischen Armee aus Gaza und die Aufhebung des rechtswidrigen Belagerungszustands gegen Gaza, der die gegenwärtige Situation verursacht hat. Eine weitere Forderung ist die Öffnung aller Grenzübergänge, einschließlich des Übergangs (nach Ägypten) bei Rafah. Wir werden bereitwillig auf alle Initiativen und Vorschläge eingehen, die diese drei Forderungen berücksichtigen. Deshalb werden wir uns nicht an irgendwelchen Waffenstillstands-Verhandlungen beteiligen, die unter militärischen Druck während eines Belagerungszustands stattfinden sollen.

Wenn die Militäraktion gestoppt wird und sich die Israelis zurückziehen, wenn die Rechte unseres Volkes geachtet werden, wir nicht länger im Belagerungszustand mit geschlossenen Grenzübergängen leben müssen und wie andere Menschen leben können, sind wir
bereit, wieder über einen Waffenstillstand zu reden, wie wir das auch schon vorher waren. Vorher werden wir keinen dauerhaften Waffenstillstand akzeptieren, weil man damit dem palästinensischen Volk nur sein Recht auf Widerstand nehmen will. Dieser Widerstand
richtet sich gegen die Besetzung und die Militäraktion und wird so lange weitergehen, wie die Besetzung dauert. Wir werden auch nicht das Eingreifen einer internationalen Truppe dulden, weil diese Truppe nur Israels Sicherheit gewährleisten soll; deshalb werden wir auch jede uns aufgezwungene internationale Streitmacht als Besatzung betrachten. Wir werden auch keine Gespräche über eine Verstärkung des "Würgegriffs" gegen unseren Widerstand und unsere Waffen führen. Einige reden über die Tunnels (nach Ägypten), als sei Gaza eine Supermacht mit modernsten Waffen; dabei sind wir nur ein Volk mit sehr begrenzten Möglichkeiten zur Verteidigung unseres Landes und seiner Menschen. Niemand kann uns das legitime Recht auf Verteidigung und Widerstand nehmen. Die USA tun so, als existiere Israels Waffenarsenal nicht, und beliefern es mit Hunderten Tonnen Munition und Artillerie-Granaten.

Einige befürchten, dass die Führung unseres Widerstands nach all den Opfern kollabiert und Zugeständnisse macht. Aber das Blut unserer Frauen und Kinder und unseres Volkes wird unseren Zusammenhalt und unsere Entschlossenheit bei der Durchsetzung unserer Ziele nur verstärken. Man kann nicht von uns verlangen, dass wir uns nach diesen ganzen Massakern einfach auf einen Waffenstillstand einlassen. Der Preis für dieses Blutvergießen muss hingegen unsere Freiheit sein, und damit wir über unser Schicksal selbst entscheiden können, müssen die Belagerung und die Besetzung endlich aufhören." (Diese Äußerungen Chalid Maschals stammen aus einer in Damaskus gehaltenen Rede und sind nachzulesen bei PRESS TV unter
http://www.presstv.ir/Detail.aspx?id=81651&sectionid=3510302 .)

Maschal hat seine Trümpfe klug ausgespielt. Er weiß, dass Israel den Gaza-Streifen nicht wieder besetzen möchte. Er weiß auch, dass Verteidigungsminister Ehud Barak bei den Wahlen in vier Wochen nicht untergehen will. Israel hatte gehofft, die Hamas schnell niedermachen und die Sicherheitskräfte der Palästinensischen Autonomiebehörde des Herrn Abbas am Grenzübergang Rafah (nach Ägypten) postieren zu können. Das ist aber nicht gelungen, und die Schlacht um Gaza droht zu einem Sumpf zu werden. So lange die Hamas standhält und sich weigert, nachzugeben, ist es sehr schwierig für Barak, die Truppen zurückzuziehen.

Die Olmert-Administration scheint sich mit dem französischen Staatspräsidenten Nicholas Sarkozy und dem ägyptischen Staatspräsidenten Husni Mubarak auf eine Abzugsstrategie verständigt zu haben, damit sich Israel noch vor dem Stichtag 20. Januar aus Gaza zurückziehen kann. An diesem Tag findet die Amtseinführung des US-Präsidenten Barack Obama statt. Sarkozy und Mubarak haben über diplomatische Kanäle um Unterstützung für die UN-Resolution 1860 geworben. Die Bush-Administration hatte eine Feuereinstellung zweimal abgelehnt, um Israel mehr Zeit
für sein Gemetzel zu geben, lenkte dann aber ein und ließ die Resolution (bei Stimmenthaltung) passieren. Niemand erwartete, dass Maschal Israels Pläne durchkreuzen könnte. Jetzt müssen Olmert und Co. entweder einen Vorwand für einen Abzug erfinden oder sich einfach zu "Siegern" erklären und den Rückzug antreten.

In beiden Fällen wird Olmerts Entscheidung hart kritisiert werden. Israel ist schon auf der Suche nach Ausreden, damit es sein Gesicht wahren und sich über die Grenze davonschleichen kann. Yaakow Katz, der Militäranalyst der JERUSALEM POST, hat in einem Interview mit Al Jazeera geäußert: "Israel hat zu Beginn dieser Operation gesagt, dass der Raketenbeschuss möglicherweise nicht zu stoppen sei. Ich glaube nicht, dass man den Erfolg dieser Operation an der Zahl der Raketen messen kann, die (immer noch) auf Israel abgeschossen werden."

Das ist eine glatte Lüge. Israelische Offizielle haben nämlich wiederholt betont, dass die
Mission so lang fortgeführt werde, bis der Raketenbeschuss aufhöre. Die Invasion wurde
damit begründet, dass der Raketenbeschuss gestoppt werden müsse. Katz versetzt wieder
einmal die Torpfosten.

Olmert äußerte sich am Sonntag ganz ähnlich, als er sagte, man nähere sich den Zielen,
die man sich in Gaza gesetzt habe. Auch das ist eine Lüge. Der Raketenbeschuss hat
nicht aufgehört, und Israel konnte nicht beweisen, dass es ihn stoppen kann. Gemessen
an den Ausgangsforderungen (seiner Politiker) ist die Mission also gescheitert.
Barak musste feststellen, dass es schwierig ist, den Gang der Dinge zu kontrollieren,
nachdem er die Furien des Krieges entfesselt hat. Die israelischen Planer hatten angenommen,
die Hamas wäre leichter zu zerschlagen, als sich herausstellte. Jetzt sind sie in
der Klemme und wissen nicht, was sie tun sollen. Das ist kein ungewöhnliches Problem für
Länder, die sich zu sehr auf ihre Militärmacht verlassen. Sie setzen immer wieder auf Führungspersonen,
die unfähig zu politischem Denken sind. Olmert, Barak, Frau Livni und Netanjahu
sind intelligente Leute, aber sie tendieren dazu, eher militärisch als politisch zu
denken. Sie scheinen nichts von politischen Lösungen zu halten. Deshalb könnte es sein,
dass sich die israelische Armee länger ziellos im Gaza-Streifen herumtreiben wird, als
man geplant hat. Das Obama-Lager dürfte nicht besonders glücklich darüber sein,
wenn die Kämpfe in Gaza auch noch am 20. Januar die Festlichkeiten in Washington
überschatten. Aber eigentlich ist das doch die beste Möglichkeit, die Aufmerksamkeit
auf Amerikas verfehlte Politik im Mittleren Osten zu lenken und die unbedeutenden
Unterschiede zwischen Bush und Obama auszuleuchten, die ABC NEWS schon
am Sonntag deutlich gemacht hat.

"Was sein Vorgehen im Mittleren Osten im Vergleich mit Vorgänger-Regierungen
betrifft, hat Obama bereits erklärt, dass es keinen klaren Bruch mit der Politik Bushs
geben wird: 'Wenn man nicht nur auf die Bush-Regierung schaut, sondern auch das
berücksichtigt, was die Clinton-Regierung getan hat, werden die Umrisse der künftigen
Politik deutlich.' Und als gefragt wurde, ob er Israel die gleichen Zugeständnisse
machen werde, antwortete Obama: 'Ich denke, es ist ein Grundprinzip jedes Landes,
dass es seine Bürger schützen muss." (Aus dem Bericht "Guantánamo wird wahrscheinlich
doch nicht in der ersten 100 Tagen geschlossen" über Obama in ABC NEWS, s.
http://abcnews.go.com/ThisWeek/Economy/story?id=6619291&page=1 )
Israel muss also tatsächlich "seine Bürger schützen". Was unterscheidet dann Obama
von Bush, außer dem sorgfältig aufgebauten Image eines "erleuchteten Progressiven"?
Will Obama damit die brutale Belagerung der am dichtesten besiedelten Region
der Welt absegnen und für die Bombardierung von Krankenwagen, Kulturzentren,
Moscheen, Wohnungen, Krankenhäusern und Hunderten Zivilisten grünes
Licht geben? Wir werden sehen. Über 1.400 "Ziele" wurden in Gaza schon zerstört,

und keins davon hatte irgendeine militärische Bedeutung. In Gaza gibt es keine Militärbasen,
auch wenn die NEW YORK TIMES das behauptet. Es waren alles zivile Gebäude,
die Israels Sicherheit nicht bedrohten. Wenn Obama seinen Standpunkt nach
seiner Amtseinführung bekräftigt, wissen seine Anhänger vom ersten Tag an, wo er
steht.

Nach einem Bericht in der INTERNATIONAL HERALD TRIBUNE gehören zu den Leuten,
die in der Obama-Regierung die Politik im Mittleren Osten bestimmen sollen, Dennis Ross,
der Veteran aus der Clinton-Regierung und dessen "Friedensstifter" im Mittleren Osten,
der jetzt vielleicht auf den Iran losgelassen wird, Jim Steinberg als stellvertretender Außenminister,
Dan Kutzer, ein ehemaliger US-Botschafter in Israel, Dan Shapiro, eine bewährte
Stütze Obamas, und Martin Indyk, ein weiterer ehemaliger US-Botschafter in Israel,
der Hillary Clinton, der nächsten Außenministerin, nahe steht. (Roger Cohen in seinem
Bericht "Ein Dream-Team für den Mittleren Osten? Nicht wirklich!" in der INTERNATIONAL
HERALD TRIBUNE, s. http://www.iht.com/articles/2009/01/11/opinion/edcohen.-
php )

Das ist eine Katastrophe. Der einzige Unterschied zwischen dieser Ansammlung proisraelischer
Falken und den Claqueuren Bushs ist ihre besser ausgeprägte Fähigkeit,
den Raub palästinensischen Landes in einem so genannten "Friedensprozess"
zu verstecken. Ansonsten sind die Unterschiede zu vernachlässigen. Sie sind alle
eingefleischte Zionisten und verfolgen die Ziele der Hagana aus dem Jahr 1948; deren
Aufgabe bestand darin, die Bewohner palästinensischer Dörfer zu vertreiben und ihre
Häuser zu zerstören. Diese grundsätzliche Zielsetzung hat sich in den vergangenen 60
Jahren nicht geändert. (Die Hagana war eine zionistische paramilitärische Untergrundorganisation
in Palästina, aus der die israelische Armee hervorgegangen ist.)

Israel ist scharf für seine unverhältnismäßige Gewaltanwendung in Gaza kritisiert
worden. Es gibt aber einige israelische Fanatiker, die meinen, dass Israel noch gewalttätiger
vorgehen sollte – mit breit gestreuter tödlicher Gewalt. Die JERUSALEM
POST hat berichtet, dass der sephardische Hauptrabbiner Mordechai Eliyahu in einem
Brief an Premierminister Ehud Olmert geschrieben hat, alle in Gaza lebende Zivilisten
trügen eine Kollektivschuld für die Qassam-Raketenangriffe auf Sderot. (Sephardim
nennen sich die Juden, deren Vorfahren aus Portugal und Spanien vertrieben
wurden und sich anschließend im Osmanischen Reich und in Nordafrika angesiedelt haben.)
Für Eliyahu ist es deshalb aus moralischer Sicht keinesfalls verboten, während
einer massiven Militäraktion in Gaza, mit der die Raketenangriffe gestoppt werden
sollen, (sogar mit Bombenteppichen!) wahllos Zivilisten zu töten. (s. http://www.jpost.
com/servlet/Satellite?cid=1180527966693&pagename=JPost%2FJPArticle%2FShow-
Full )

"Kein moralisches Verbot gegen das wahllose Töten von Zivilisten!"
Ist das nicht die Definition für Terrorismus?

Rabbi Eliyahus Forderung nach blutgieriger Vergeltung könnte eine Ausnahme sein, aber
Stimmen der Vernunft und das Friedens scheinen in diesen Tagen in Israel rar zu sein und
keinen spürbaren Einfluss auf dessen Politik zu haben. Vielleicht gehen diese Stimmen
auch nur unter in den pausenlosen Hetztiraden der Kriegstreiber. Auf jeden Fall ist der
Überfall auf Gaza kein vereinzeltes Vorkommnis, sondern eine weitere barbarische Gräueltat
eines notorischen Aggressors. Entsetzte Beobachter Israels haben dieses Vorgehen
schon viele Male vorher erlebt. Es wiederholt sich deprimierend oft. Khalid Amayreh (s.
http://www.p4pd.org/lifestories1.html ) von DESERTPEACE (s. http://desertpeace.wordpress.
com/ ) formuliert das so:

"Aus seiner Sicht hofft Israel darauf, dass sein jüngster völkermörderischer Anschlag
eine abstumpfende und herabsetzende Wirkung auf die Ansichten und Haltungen
der Menschen haben wird. Seine Logik ist einfach. Wenn die Welt eingeschüchtert
oder eingelullt werden kann und in Apathie verfällt, während Israel Gaza
vor den Augen der Menschheit verwüstet und Tausende seine Bewohner abschlachtet,
kann die Welt ähnlich manipuliert werden, wenn der Völkermord noch größere
Ausmaße annimmt.

... Man kann mit Sicherheit davon ausgehen, dass die 'Ideologie der Vernichtung' jetzt die
Hauptströmung in der israelischen Gesellschaft ist.
Einige religiöse Israelis sind so euphorisch wegen des 'Blitzkriegs' in Gaza, dass sie glauben,
die Ankunft des Messias stehe bevor. Andere religiöse Juden in Israel, darunter auch
Rabbis, versuchen das frevelhafte Gemetzel und den Völkermord sogar mit Bibelversen
zu rechtfertigen.

Ein Anführer der israelischen Siedler hat kürzlich in einem Gespräch mit einem als Besucher
angereisten amerikanischen Friedensaktivisten sarkastisch geäußert: 'Wenn Völkermord
in biblischen Zeiten erlaubt war, warum soll er dann heute verboten sein. Sollte Gott
seine Meinung geändert haben?"

Der israelische Friedensaktivist und Autor Uri Avnery hat eine Bezeichnung für diese
Einstellung gefunden. Er nennt sie "moralischen Irrsinn" und hält sie für eine soziopathische
Erkrankung.
Treffend formuliert, Uri!

(Wir haben den Artikel komplett übersetzt und mit Anmerkungen in Klammern und Hervorhebungen
versehen. Anschließend drucken wir den Originaltext ab.)

http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_09/LP01409_160109.pdf

Letzte Aktualisierung ( 17.01.2009 )


Menschen denken nicht nach Vorschrift...

abgesehen von jenen Gleichgültigen, die der Meinung sind, dass andere sich getrost den Schädel einschlagen können, Hauptsache es ist weit genug entfernt.

Im Presseclub von Washington kam das zum Ausdruck, was Menschen denken, die sich noch ein Gefühl für die Leiden anderer bewahrt haben. Die Empörung verschaffte sich Ausdruck, direkt und ungeschminkt.



Kurz nach dem Abschluss des Antischmuggler-Vertrags zwischen Außenministerin Condolezza Rice in den USA und der Aussenministerin Tzipi Livni aus Israel, wohnten die Außenministerinnen einem Ereignis im Washingtoner Presseklub bei. Mehrere Journalisten nutzen die Gelegenheit aus, Beschuldigungen Tzipi Livni gegenüber in Bezug auf die Gaza Operation abzuschießen.
Yitzhak Benhorin

WASHINGTON - Außenminister Tzipi Livni wurde in der Freitagsnacht von drei Journalisten überrascht, die Beschuldigungen ihr gegenüber in Bezug auf das Kämpfen im Gaza Streifen vorbrachten.


Das Ereignis fand am Washingtoner Presseklub statt, nachdem Livni einen Zusammenarbeit-Vertrag mit der amerikanischen Außenministerin Condoleezza Rice abschloss, der darauf zielte, den Schmuggel von Waffen vom Iran zu Hamas zu verhindern.

Einer der Journalisten bezeichnete Livni als eine "Terroristin" und beklagte sich, dass Israel Reporter davon abhielt, über den Krieg in Gaza zu berichten.


"Was denn ! Sind Sie genauso wie die in Simbabwe?" eine andere Frau erzählte dem Außenminister.


Die Journalisten nutzten die Gelegenheit und die Bühne aus, um aus den Berichten der Menschenrechtsorganisation über Israels Verhalten während des Krieges vorzulesen.


Die Leibwächter von Livni waren alarmbereit, als auf einer bestimmten Bühne eine Person, die sich nicht auswies, begann, Israel anzuklagen, unschuldige Bürger zu ermorden.


Der Gastgeber des Ereignisses bat den Mann, sich mit einer Frage zu begnügen, aber damit wollten sich die Journalisten nicht abfinden, besonders der letztere Redner nicht: "Lassen Sie sie hier sprechen und nicht abwiegeln mit Fragen stellen. Seitdem wann sind Terroristen hier zugelassen?"


Trotz des unangenehmen Ereignisses behielt die Außenministerin die traditionellen Posituren des kühlen und ständig wiederholten Israels bei. Sie betonte, dass Israel den Gaza Streifen vor drei Jahren verlassen hatte und gezwungen wurde, als ein Teil eines Militäreinsatzes zurückzukehren.


Livni verlor ihre Seelenruhe nur einmal, als sie von einem Reporter von Al-Jazeera gefragt wurde, wenn ihr Besuch in Washington ein Teil ihres Wahlkampfs war.


"Quatsch," Livni antwortete, hinzufügend, dass "wir zusammenarbeiten. Verteidigungsminister Barak und ich tun den Job. Ich arbeite gemäß meinen Engagements als der Außenminister. Wir arbeiten mit dem Premierminister zusammen, um Israels Bürger zu verteidigen."


Ein Pressebericht in englischer Sprache ist nachzulesen unter:

http://www.ynetnews.com/Ext/Comp/ArticleLayout/CdaArticlePrintPreview/1,2506,L-3657477,00.html

Warum nur?
























Der Arzt Abu el Aisch berichtet im israelischen Fernsehen per Telefon aus dem Gazstreifen – normalerweise sachlich und ruhig. Doch nun hörten israelische TV-Zuschauer live mit an, wie der Arzt drei Töchter verlor.

So unmittelbar wurde Israels Fernsehpublikum bislang noch nie mit dem Leid der palästinensischen Zivilisten konfrontiert. Als der Moderator des privaten Channel 10 am Freitagabend, ähnlich wie schon in den Tagen zuvor, den palästinensischen Gynäkologen Issaldin Abu el Aisch anrief, war dieser in panischer Verzweiflung. „Meine Mädchen, oh Gott, sie haben meine Mädchen getötet“, schrie er gepeinigt in sein Mobiltelefon, mitten in der Live-Schaltung zur besten Sendezeit. „Warum, warum nur?“ wiederholte er immer wieder.

Doktor El Aisch praktiziert sowohl im Krankenhaus von Gaza als auch in der Tel-Haschomer-Klinik nahe dem israelischen Tel Aviv. Er spricht fließend Hebräisch. Channel 10 schätzt ihn als Interviewpartner, weil er als zugeschalteter Gast der Abendnachrichten stets in sachlicher Weise über das Kriegsgeschehen zu berichten vermochte, wie er es in seinem Dorf Beit Lahia im nördlichen Gazastreifen beobachtete.

„Sie feuerten nur Lachen und Liebe ab“

Doch als ihn der Channel-10-Moderator Schlomi Eldar am Freitag anrief, war das Haus des palästinensischen Arztes gerade von einer israelischen Granate getroffen worden. Drei seiner Töchter starben bei dem Angriff, zwei weitere seiner acht Kinder waren wie er selbst verletzt. Auch ein Bruder und zwei Neffen kamen ums Leben. Verzweifelt versuchte El Aisch, seine blutenden Kinder über den nahen, aber geschlossenen Grenzübergang Erez nach Israel zu bringen. Moderator Eldar begriff sofort die Situation. „Ich hoffe, dass jeder, der uns hören kann, das Militär, das Rote Kreuz, diesen Menschen hilft“, rief er in der laufenden Sendung.

Dank der Intervention des Senders konnte der Arzt schließlich mit den verletzten Kindern den Grenzübergang passieren. Eldar rief auch einen Sprecher des israelischen Militärs an, um herauszufinden, warum das Haus des Arztes beschossen worden war. Militante hätten von dort Raketen abgefeuert, lautete die Antwort. El Aisch, der immer noch zugeschaltet war, war fassungslos. „Diese kleinen Mädchen feuerten Lachen und Liebe und Frieden ab, sonst gar nichts“, sagte er.

http://www.focus.de/politik/ausland/nahost/gazastreifen-sie-haben-meine-maedchen-getoetet_aid_362843.htm

Jedes Opfer ist eines zuviel...

http://www.focus.de/politik/ausland/afghanistan-steinmeier-verurteilt-anschlag_aid_362904.html

Afghanistan

Steinmeier verurteilt Anschlag
Bei der Explosion vor der deutschen Botschaft in Kabul geht das Auswärtige Amt von einem Selbstmordanschlag aus. Außenminister Steinmeier bekräftigte unterdessen das Engagement Deutschlands in Afghanistan und verurteilte das Attentat.

Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte am Samstag in Berlin: „Wir müssen davon ausgehen, dass die Explosion vor der deutschen Botschaft in Kabul heute morgen ein Selbstmordanschlag war.“ Der Minister fügte hinzu: „Ich verurteile diesen feigen Akt der Barbarei auf das Schärfste. Unser Mitgefühl ist in dieser schweren Stunde bei den afghanischen Opfern des Anschlags.“ Den verletzten Botschaftsmitarbeitern und allen übrigen Verletzten wünschte er schnelle Genesung.

Ein Außenamtssprecher sagte, nach bisherigem Stand gebe es einige verletzte Botschaftsmitarbeiter und einen erheblichen Sachschaden an der Botschaft. Zur Verstärkung der Sicherheit der Botschaft seien Feldjäger der Bundeswehr präsent. An der Botschaft wurde den Angaben nach ein Krisenstab eingerichtet.

Steinmeier bekräftigte: „Deutschland steht zu seinem Engagement in Afghanistan. Wir werden uns durch Terror und Schrecken nicht davon abbringen lassen, unsere Hilfe für das afghanische Volk fortzusetzen. Nicht Terrorismus und Gewalt, sondern Sicherheit und Demokratie sind die Zukunft Afghanistans; dafür werden wir uns weiterhin einsetzen.“

Bei dem Selbstmordanschlag am Samstagvormittag vor der deutschen Botschaft in Kabul wurden nach afghanischen und US-Angaben zwei Menschen getötet und mindestens 28 weitere verletzt. Nach Angaben des afghanischen Verteidigungsministeriums riss der Attentäter zwei afghanische Zivilisten mit in den Tod, darunter ein Kind. Zu dem Anschlag bekannten sich die radikalislamischen Taliban.

Donnerstag, 15. Januar 2009

Joan Baez


Joan Baez Jerusalem - Amazing videos are here

Montag, 12. Januar 2009

Verrohung...

http://www.welt.de/politik/article3013010/Israels-Gesellschaft-droht-im-Krieg-zu-verrohen.html


Der Preis der Gewalt

Israels Gesellschaft droht im Krieg zu verrohen

Von Michael Borgstede 12. Januar 2009, 18:43 Uhr

Der Krieg schweißt die Nation zusammen: Mit überwältigender Mehrheit unterstützen die Israelis die Gaza-Offensive. Und das trotz alltäglicher Gewalt, traumatisierter Soldaten und vieler Todesopfer. Viele Israelis haben ihren moralischen Kompass und ihre Fähigkeit, Mitleid zu empfinden, verloren.





AnatK. schläft schlecht in diesen Tagen. Bis drei, vier Uhr nachts sitzt sie vor dem Fernseher. Wenn sie mit dem Morgengrauen dann ins Bett geht, wollen ihr die Augen nicht zufallen. Sie sorgt sich um die Soldaten im Gazastreifen, fürchtet die Raketen, die täglich aus Gaza nach Israel abgefeuert werden, und hat wohl nicht zuletzt Angst, die Situation könnte ausgerechnet in einer ihrer Tiefschlafphasen außer Kontrolle geraten. Dabei lebt AnatK. nicht in Sderot oder Aschkelon, ihre hübsche Drei-Zimmer-Wohnung liegt in Tel Aviv, in einer der schönsten, grünsten und ruhigsten Straßen der Stadt. Wenn man wollte, könnte man den Krieg, der 70 Kilometer südlich tobt, hier einfach vergessen. Aber AnatK. will das nicht.

Seit zwei Wochen läuft ihr Fernseher praktisch 24 Stunden am Tag, sie liest alle Tageszeitungen, sucht immer auf mehreren Online-Portalen gleichzeitig nach den neuesten Nachrichten. „Das bin ich unseren Jungs schuldig“, sagt sie. Und vielleicht glaubt sie wirklich, dass allein ihre Anwesenheit vor dem Fernseher die Kampfesmoral der Soldaten stärkt. Jedenfalls ist die passive Teilnahme an den Kampfhandlungen für sie offensichtliche Pflichterfüllung als gute Bürgerin ihres Staates.


Das ist auch eine Generationenfrage, denn AnatK. ist nur ein Jahr älter als der Staat Israel, und man kann wohl sagen, dass die beiden miteinander aufgewachsen sind. Wie das so ist unter Geschwistern, war das Verhältnis nicht ohne Spannungen. Wenn AnatK. aus ihrer Kindheit erzählt, kann kein Zweifel bestehen, dass ihre Eltern, Pioniere der ersten Stunde, das kleine Geschwisterchen, den Staat Israel, immer ein wenig lieber gehabt haben. Jetzt sind die Eltern tot, und die Verantwortung für die kleine Schwester ist auf AnatK. übergegangen. „In Gaza kämpfen wir ums Überleben“, sagt sie und drückt damit so etwas wie einen nationalen Konsens aus. Wie die meisten Israelis verfällt sie in die erste Person Plural, wenn sie von der Militäroffensive spricht. Wir – der Verteidigungsminister, die Soldaten im Feld und AnatK., daheim vor dem Fernseher.

Der Krieg schweißt die Nation zusammen, mehr als 90 Prozent aller Israelis sollen nach einer Umfrage der Zeitung „Ma'ariv“ die Offensive unterstützen. Dabei spielt die politische Orientierung fast keine Rolle. Auch AnatK. sagt, rechts sei sie nie gewesen: früher habe sie die linksliberale Meretz-Partei gewählt, dann die Arbeitspartei, schließlich Kadima. Sogar einen guten palästinensischen Freund habe sie gehabt, der ihr die Wohnung renovierte. Doch als es zum großen, unschönen Streit kam, wurde die persönliche Enttäuschung zur Enttäuschung mit dem palästinensischen Volk. Mit dem Mitleid ist es seitdem vorbei.

Wenn man sie auf die hohen zivilen Opfer in Gaza anspricht, kommt die Antwort ohne eine Sekunde des Zögern: „Darf ich erinnern, hier in Israel leben auch Zivilisten“, sagt sie. Es klingt sofort sehr aggressiv und ungeduldig. „Wenn in Afghanistan oder Afrika Zivilisten ums Leben kommen, interessiert das niemanden.“ Ihr Ärger nimmt zu. „Aber wenn es hier in der Region passiert, sind auf einmal alle ganz entsetzt. Welche Armee warnt die Bevölkerung telefonisch vor Luftangriffen? Doch nur wir, und trotzdem wollen uns alle irgendwelche Scheußlichkeiten anhängen. Dabei haben wir die Armee mit den höchsten moralischen Standards der Welt!“

Sie wisse, wovon sie rede. Denn wie fast jeder Israeli war auch AnatK. bei der Armee – doch das ist lange her. Damals, kurz vor dem Sechstagekrieg 1967, war die Zahal, so das hebräische Akronym für die „Armee zum Schutze Israelis“, noch eine andere Armee. AnatK. verbrachte den größten Teil ihrer Dienstzeit damit, auf der Wüstenfestung Masada im Sand nach alten Tonscherben zu suchen. Seit vier Jahrzehnten müssen junge Israelis in Uniform nicht nur ihren Staat vor Terroristen schützen, sondern leisten auch ihren Beitrag zur Besatzung der palästinensischen Zivilbevölkerung. Offiziell müssen sie dabei der Doktrin der Streitkräfte folgen. Dort steht: „Angehörige der Zahal benutzen ihre Waffen nur im Sinne ihres Auftrages und nur im notwendigen Maß. Sie behalten ihre Menschlichkeit selbst im Kampf. Soldaten der Zahal benutzen ihre Waffen nicht, um Menschen zu schaden, die Kombattanten oder Kriegsgefangene sind, und werden alles in ihrer Macht Stehende tun, deren Leben, Körper, Würde oder Eigentum keinen Schaden zuzufügen.“

Hehre Ideale – doch zweifeln heute viele, ob die Armee diesem Anspruch noch gerecht werden kann. Wenn aber eine Armee ihren moralischen Kompass verliere, sei es nur eine Frage der Zeit, bis auch die Gesellschaft verrohe, fürchtet Jael Pas-Melamed, eine linksliberale Kolumnistin der Tageszeitung „Ma'ariv“. „In dieser Checkpoint-Kultur sind die Soldaten allmächtig. Das Westjordanland ist eine Umgebung, in der es für jede etwas komplizierte Situation menschlichen Zusammenlebens eine gewaltsame Lösung gibt.“ Den Arabern könne man ja mal zeigen, was ein richtiger Mann sei. Nach ihrer Entlassung aus der Armee würden diese ehemaligen Soldaten es dann ebenjenen Mitbürgern zeigen, die den gleichen Parkplatz wollten oder es auf den bequemeren Liegestuhl am Strand abgesehen hätten.

„So ist das in einem Besatzungsregime: Es macht aus guten Menschen erheblich weniger gute“, schrieb Pas-Melamed in einem ihrer Artikel. Es werde Zeit, dass die Armee sich dieser Probleme annehme, sonst müsse die israelische Gesellschaft sich bald vor sich selbst fürchten, prophezeite sie düster.

Für den Schriftsteller Etgar Keret und seine Frau Schira Geffen hat der Krieg im Gazastreifen der israelischen Gesellschaft diese Gefahr wieder einmal vor Augen geführt – nur leider wolle niemand sie wahrnehmen. In einem Kommentar machten die Eltern eines dreijährigen Sohnes Ministerpräsident Ehud Olmert einen Vorschlag – „von zwei Staatsbürgern, die ihn nicht mal gewählt haben: ,Wenn Sie auf einem Zettel alle politischen und militärischen Optionen auflisten, streichen Sie einfach diejenigen, bei denen die Gefahr besteht, Kindergärten auszuradieren. Das war's auch schon. Alle anderen Optionen können auf der Liste bleiben, sollten ernsthaft abgewogen werden, und dann entscheiden Sie sich für das, was Ihnen am besten gefällt. Aber wenn irgendwo die Möglichkeit besteht, eine zweistellige Zahl an Kindern umzubringen, dann, bitte, Herr Olmert, zücken Sie den Rotstift.'“

Die beiden sind sich ihrer scheinbaren politischen Naivität bewusst und meinen es dennoch sehr ernst. „Klar, unsere Feinde denken nicht so wir wie. Aber was soll's?“, argumentieren sie. Noch vor wenigen Jahren habe jeder Angriff, bei dem auch unschuldige Passanten ums Leben kamen, für eine Debatte in Israel gesorgt. In diesem Krieg nun würden Hunderte Zivilisten bei Angriffen der Luftwaffe getötet, und es gebe nicht den Funken eines Zweifels. „Es scheint, als ob sich die Grenzen der gesellschaftlichen Akzeptanz schrittweise verlagert hätten, sodass wir heute Dinge leichter hinnehmen, die noch vor ein paar Jahren nicht toleriert worden wären.“ Sie fürchten, die israelische Gesellschaft sei einfach „frustrierter und abgehärteter“ geworden.



Das ist empirisch schwer nachzuweisen. Niemand könne wirklich wissen, welche Auswirkungen der Militärdienst und die Besatzungspolitik auf die Gesellschaft wirklich hätten, sagt die Psychologin Nufar Jischai-Karin. Denn ist der lebensgefährliche Fahrstil der Israelis auf die Besatzung zurückzuführen? In Rom und Mexiko-Stadt werde nämlich auch nicht besser Auto gefahren – ohne Besatzung. Es spielten dabei einfach zu viele Faktoren eine Rolle. Dennoch: „Dass viele ehemalige Soldaten unter ihren Erlebnissen leiden – seien es Kriegserinnerungen oder der Dienst in den besetzten Gebieten –, das ist Fakt. Auch die Beteiligten in meinem Bericht klagten über Schlaflosigkeit, Albträume, Angstzustände und Schuldgefühle.“

Mit ihrer Abschlussarbeit in klinischer Psychologie hat die zurückhaltende junge Frau in Israel viel Staub aufgewirbelt. Im Rahmen ihres Militärdienstes wurde sie 1990 im damals noch besetzten Gazastreifen als Beraterin eingesetzt, die Soldaten bei ihren Problemen helfen sollte. Schon damals habe sie gesehen, wie willkürliche Gewalt Teil des Alltags der Soldaten wurde, erzählt sie. Noch während ihres Militärdienstes hatte sie so ihr Forschungsprojekt gefunden. Für ihre Studie führte sie lange Gespräche mit 21 Soldaten, die sie aus ihrer Militärzeit kannte. „Sie kannten mich, und deshalb vertrauten sie mir. Irgendeinem Psychologen hätten sie nichts erzählt.“

Was sie ihr erzählten, war furchtbar: „Das Wichtigste ist, wie die Last des Gesetzes von dir abfällt“, zitiert sie einen Soldaten. „Du hast das Gefühl, du seist das Gesetz. Du bist das Gesetz. Du entscheidest. Du bist Gott.“

Ihr Bericht gleicht einem Horrorroman: Da gibt ein Soldat an, einer Frau mit einem Fußtritt in den Unterleib bleibende Schäden zugefügt zu haben und einer anderen Frau mit dem Gewehrkolben sämtliche Zähne ausgeschlagen zu haben, nachdem sie ihn angespuckt hatte. Einem harmlosen Palästinenser soll auf der Straße in den Bauch geschossen worden sein, ein gefesselter und geknebelter Gefangener wurde drei Tage lang in einer zur Einzelhaftzelle umfunktionierten Dusche vergessen. Jischai-Karin kam in ihrem Bericht zu einem schrecklichen Schluss: „An einem bestimmten Punkt ihres Militärdienstes hat die Mehrheit der Befragten es genossen, anderen Gewalt zuzufügen.“

Die Gründe dafür folgten durchaus normalen psychologischen Verhaltensmustern: „Gewalttätiges Verhalten war eine Möglichkeit, aus der Routine auszubrechen. Außerdem hatte die Armee die Truppen einfach sich selbst überlassen, sie waren viel zu lange ohne Training im Einsatz. Die Situation ermöglichte, ja provozierte solches Verhalten.“ An dem Verhalten der Soldaten sei deshalb an sich nichts Überraschendes. „Sie haben weder von vornherein ein höheres Gewaltpotenzial als andere Menschen, noch sind sie psychologisch resistenter gegen diese traumatischen Ereignisse, selbst wenn sie Täter sind.“

Solche Erkenntnisse schrecken die israelische Gesellschaft nicht zuletzt deshalb auf, weil die Zahal eine wahre Volksarmee ist. Männer leisten einen obligatorischen Militärdienst von drei Jahren, Frauen sind zu zwei Jahren verpflichtet. Bis zum 40.Lebensjahr müssen Männer der Armee alljährlich einen Monat Reservedienst opfern. Kritik an der Armee fällt vielen Israelis auch deshalb so schwer, weil sie und ihre Kinder selbst der Armee angehören. Für seine Mutter ist natürlich jeder Wehrpflichtige ein rücksichtsvoller Mustersoldat, welcher Vater möchte sich schon vorstellen, dass ausgerechnet sein Zögling an Checkpoints zum Spaß Araber quält?


Auch die Eltern von JonathanW. wissen nichts von dem, was er in seiner Armeezeit getan und gesehen hat. Sie wissen auch nicht, dass er sich irgendwann, ein Jahr nach seiner Entlassung aus dem Militärdienst, an die Organisation Schowrim Schtika (Das Schweigen brechen) gewendet hat, um das Erlebte zu Protokoll zu geben. Mehr als 500 Zeugnisse von Soldaten hat Schowrim Schtika mittlerweile gesammelt. Es sind fürchterliche Geschichten darunter. „Immerhin war ich nicht gewalttätig“, versichert Jonathan, der heute an einer Dissertation über den amerikanischen Transzendentalismus arbeitet. „Aber ich habe es nicht gemeldet, als ein Kamerad auf dem Wachposten aus Langeweile mit scharfer Munition versuchte, den Fußball spielender Kinder zu zerschießen, und dabei ein Bein traf. Und ich habe mitgemacht, als mein Kommandant am Checkpoint einige alte Männer zwang, in eine Grube zu steigen und dort mehrere Stunden in der prallen Sonne zu stehen.“

Doch nicht aus dem Sinn gehen ihm die Augen eines kleinen Mädchens, dass eines Tages mit seiner Puppe den Checkpoint durchqueren wollte: „Ich kann nicht erklären, was mit mir passierte. Ich musste die Puppe natürlich auf Sprengstoff kontrollieren, das ist notwendig. Aber die Puppe war aus Stoff und ganz weich, und es war deutlich, dass da nichts drin war, und da habe ich trotzdem ein Messer genommen und ihr den Kopf abgeschnitten.“

Er schweigt. „Ich war 19 oder so und war von mir selbst schockiert. Seitdem weiß ich, dass hier nichts so eindeutig ist, wie man denkt. Ich bin ein Zweifler.“ Zweifler aber seien in Kriegszeiten nicht sehr gefragt. „Alle wissen es immer ganz genau: Der Krieg ist gerecht, für die zivilen Opfer ist die Hamas verantwortlich, die Welt ist gegen uns, und wir haben keine Wahl.“ Und das möge ja alles stimmen. Aber könnte es nicht auch ein bisschen falsch sein?

Dass heute kaum jemand in Israel diese Frage stelle, ja, dass sie den meisten Israelis illegitim erscheine, das mache ihm Sorgen. „Weißt du, was Ralph Waldo Emerson über den Patriotismus gesagt hat?“, fragt Jonathan dann. „Wenn eine ganze Nation aus vollem Halse Patriotismus brüllt, bin ich geneigt, die Reinheit ihrer Hände und Herzen infrage zu stellen.“

arabische Bürger in Israel werden ausgegrenzt, die Parteien ausgeschlossen und verboten...

http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2009/01/arabische-parteien-von-israelischer.html

Arabische Parteien von israelischer Parlamentswahl ausgeschlossen


Wie ynetnews berichtet, hat das israelische zentrale Wahlkomitee entschieden, die arabische Balad Partei, sowie die United Arab Lits-Ta’al Partei von der bevorstehenden Wahl am 10. Februar in Israel auszuschliessen. Dieser Ausschluss wird die Hälfte der arabischen Mitglieder des israelischen Parlaments Knesset daran hindern, für die Wiederwahl zu kandidieren.

Die arabischen Parteien sind von den Falken und rechten Elementen in der israelischen Regierung damit bestraft worden, weil sie sich gegen den Gazakrieg ausgesprochen haben.

Arabischer Knessetabgeordneter Ahmad Tibi

Die Balad Partei hat sich zusätzlich viele Feinde gemacht, weil sie sich explizit für die gleichen Rechte aller israelischen Staatsbürger ausgesprochen hat, egal aus welcher ethnischen Herkunft sie stammen oder Religion sie ausüben.

Die regierende Kadima Partei sagte aber dazu, dies würde die “Identität Israels als jüdischen Staat untergraben”.

Eine Handvoll Araber werden auf den Wahlzetteln der anderen Parteien übrigbleiben, aber es sehr schwer haben gewählt zu werden, weil der generelle Konsens in der israelischen jüdischen Bevölkerung lautet, israelische Araber sind Verräter, nur weil sie ethnisch und religiös anders sind.

Viele desillusionierte Araber werden deshalb gar nicht erst zur Wahl gehen, jetzt wo die grössten arabischen Parteien ausgeschlossen sind.

Während der Diskussion über den Ausschluss, hat der Vorsitzende der Balad Partei, Jamal Zahaika, die Verbannung seiner Partei als “Test der israelischen Demokratie” bezeichnet und Avigor Lieberman gefragt, welcher die treibende Kraft hinter dem Ausschluss ist, “Warum haben sie Angst vor der Demokratie?” Lieberman bezeichnete die Balad Partei als eine “terroristische Organisation” und sagte, “wer immer Leben schätzt” würde die Notwendigkeit der Verbannung verstehen.

Israelische Araber machen mehr als 20 Prozent der Bevölkerung Israels aus. Während die Mehrheit der jüdischen Israelis die Angriffe auf Gaza lautstark applaudieren, haben die Araber sich gegen den Krieg ausgesprochen und deshalb sich Feindseligkeit und Hass eingehandelt, werden als nicht vertrauenswürdige Staatsbürger angesehen.

Ihre beschränkte Vertretung im israelischen Parlament wird jetzt noch mehr beschnitten. Die rechtsradikalen Kriegshetzer in der Knesset, wie Benjamin Netanyahu und Avigor Lieberman, beschimpften die arabischen Parlamentarier als “Verräter”.

Der erste arabisch muslimische Minister in einer israelischen Regierung überhaupt in 60 Jahren, Wissenschaftsminister Raleb Majadele, wurde von Ehud Barak in aller Öffentlichkeit beschimpft, und wurde “bestraft”, weil er aus Protest gegen den Gazakrieg sich weigerte, an einer Kabinettssitzung teilzunehmen.

Der arabischen Bevölkerung in Israel bleiben nur Demonstrationen übrig, um ihre Ablehnung des Krieges gegen Gaza auszudrücken. Aber sogar das wird ihnen verwehrt, denn die Polizei greift immer wieder ein und hat Dutzende verhaftet.

Aus der jüdisch israelischen Sicht, sind die arabischen Israelis ein Sicherheitsrisiko, und jede Opposition zum Krieg gegen Gaza wird aus Gründen der “Staatssicherheit” unterdrückt.

Während der Sitzung im Wahlkomitee, rief der Parlamentarier Ahmad Tibi der UAL-Ta'al den gegnerischen Kollegen zu und kommentierte die Kriegsoperationen in Gaza mit den Worten, "Wir widersprechen der Tötung von Zivilisten und sie begehen Genozid in Gaza. Sie ermorden Kinder."

Tibi erzählte später der Presse in einer Reaktion auf die Entscheidung, "Dies ist ein rassistischess Land. Wir sind diese Art von Kämpfe aber gewöhnt und wir werden siegen." Tibi hatte mit der Unterstützung der acht Kadima Mitglieder im Komitee gerechnet.

Er fügte hinzu, "Diese Entscheidung zielt auf eine Knesset ohne Araber hin, welche die Solidarität zwischen der arabischen Bevölkerung und ihren politischen Führern nur verstärken wird."

Auf der anderen Seite sagte Avigdor Lieberman, Vorsitzender der rechtsradikalen Yisrael Beiteinu Partei, "Jetzt wo entschieden wurde, dass die Balad nicht antreten kann, ist die erste Schlacht vorbei."

Lieberman fügte hinzu, "Die nächste Schlacht ist die Balad Partei zu verbieten, weil sie eine terroristische Organisation ist, dessen Absicht es ist, den Staat Israel zu schädigen".

Das israelische Obergericht hat in der Vergangenheit, die Disqualifikation der Balad Partei von den Nationalwahlen, aus Gründen sie wäre antiisraelisch, bisher abgelehnt. Ob eine Klage eingereicht wird und ein Urteil rechtzeitig vor dem Abstimmungstag am 10. Februar erfolgt, ist offen.

Wenn die Balad Partei am Schluss doch ausgeschlossen bleibt, dann wird es einen tiefen Graben zwischen dem israelischen Staat und der arabischen Bevölkerung auftun, sagte ein Parteioffizieller.

Kommentar: Über diese politischen Vorgänge und Zustände innerhalb Israels, wird in unseren Medien kaum oder gar nicht berichtet. Dabei zeigen sie eine Welt auf, die wir uns so für eine Demokratie nicht vorstellen können. Speziell wo uns doch immer und immer wieder erzählt wird, Israel ist die einzige Demokratie im Nahen Osten.

Diese Behauptung stellt sich ja wohl als völlig falsch heraus.

Das soll eine Demokratie sein, wo die jüdischen Staatsbürger mehr Rechte haben als die muslemisch arabischen? Wo nach Rasse und Religion unterschieden wird? Wo man den arabischen Staatsbürgern nicht die gleichen Recht einräumt, weil sonst die jüdische Identität Israels verloren geht? Wo man jetzt die arabischen Parteien aus der Wahl ausschliesst, nur weil sie berechtigterweise gegen den Gazakrieg sind, natürlich auch aus wahltaktischen Gründen?

Man stelle sich vor, in Deutschland würden türkischstämmige Deutsche Staatsbürger weniger Rechte haben als "aarische" Deutsche. Oder man würde eine Beschneidung der Rechte auch mit dem Argument begründen, damit die christliche Identität Deutschlands nicht verloren geht. Das wäre undenkbar! Und das Geschrei, gerade von denen, die immer so für Integration, Tolleranz und selbstverständlich für Israel sind, wäre unbeschreiblich. Dabei sind ja die Araber, die in Israel leben, die wirklichen Einheimischen, von den Vorfahren her immer schon dort gewesen, und die Mehrheit der jüdischen Israelis nur Einwanderer. Eine völlig verkehrte Welt.

Ausserdem, wo bleibt da die freie Meinungsäusserung und die Wahl einer repräsentativen Volksvertretung für die israelischen Araber? Wenn man kein Kriegsbefürworter ist, dann wird man gleich als Verräter, ja sogar als Terrorist abgestempelt und man versucht die ganze Partei zu verbieten. Diese Vorgänge ähneln eher einer totalitären, rassistischen Diktatur. Damit wird die schöne, mit PR verkaufte Fassade endlich abgerissen und die intollerante rechte Fratze kommt zum vorschein.

Posted by Freeman um 20:44

Annie Lennox

Bush warnt zum Abschied Obama...

Bevor George W. Bush vollends aus dem Amt des US-Präsidenten ausscheidet, warnte er seinen Nachfolger Barack Obama davor, dass es ein neuerliches Desaster wie den 11. September 2001 geben kann, und dass Obama vor der größten Herausforderung stehen wird, kurz nachdem er im Amt sein wird.

Er prophezeite dies sogar schon für die Zeit 8 Tage nach Obamas Einsetzung als Präsidenten der USA. Dies deckt sich mit den Aussagen anderer, die auch schon derartige Vorhersagen in letzter Zeit abgaben.

Der Originalartikel hierzu in englischer Sprache ist hier zu finden:

http://www.presstv.ir/detail.aspx?id=81960&sectionid=3510203

Kurznachrichten

http://german.irib.ir/

Dienstag, 13. Januar 2009



Menschenrechtsrat der UNO verurteilt Verbrechen des zionistischen Regimes


New York (IRIB) - Der Menschenrechtsrat der UNO hat eine Resolution zur Verurteilung der israelischen Angriffe auf den Gazastreifen verabschiedet und dem zionistischen Regime vorgeworfen, die Rechte der Palästinenser ernsthaft verletzt zu haben. Laut Bericht der AFP wurde diese Resolution, die die Grundlage für eine Ermittlungsauftrag zur Untersuchung der Übertretungen des zionistischen Regime gegen die palästinensischen Bürger bereitet, nach den Differenzen zwischen den westlichen und anderen Ländern über den Wortlaut verabschiedet.
33 lateinamerikanische, afrikanische und asiatische Länder bestehend aus arabischen Ländern gaben positive Stimmen und 13 europäische Staaten enthielten sich der Stimme. Kanada stimmte negativ gegen diese Resolution.


USA liefern Phophorbomben nach Israel Drucken
Montag, 12. Januar 2009 um 23:23
Tel Aviv (IRIB) - Die US-Armee liefert auf Forderung der israelischen Verantwortlichen zum Erhalt von Waffen ihre Phosphorbomben aus den irakischen Stütztpunkten in die besetzten Gebiete. Laut der Webseite Nahrain Net unter Berufung auf europäische Quellen, ergriffen die USA und drei europäische Staaten darunter Norwegen, nach der Forderung Israels an die westlichen Länder nach zerstörenden Waffen, Maßnahmen zur Entsendung von Phosphorbomben und intellgenten Laserrakten.




Mittwoch, 7. Januar 2009

http://de.news.yahoo.com/2/20090107/tpl-israel-kuendigt-luftangriffe-auf-gre-ee974b3.html

Israel kündigt Luftangriffe auf Grenzgebiet zu Ägypten an


Israel hat neue Luftangriffe auf das Grenzgebiet zu Ägypten angekündigt. Die israelische Luftwaffe warf in der Gegend von Rafah Flugblätter ab, in denen die Palästinenser aufgefordert wurden, das Gebiet umgehend zu verlassen. Das israelische Sicherheitskabinett stimmte einer Ausdehnung der Offensive im Gazastreifen zu. Zuvor hatten die israelische Armee und die Hamas erstmals seit Beginn der Kämpfe im Gazastreifen vorübergehend das Feuer eingestellt.

weiterlesen? --- siehe Link oben.

UNO zu israelischer Stellungnahme

Play/Pause Video

Gaza-Krise UNO verwahrt sich gegen israelische Stellungnahme 07/01 18:10 CET

welt

In Jebaliya sind am Mittwoch unter großer Anteilnahme der Bevölkerung die Opfer des israelischen Angriffs auf eine Schule der Vereinten Nationen beigesetzt worden. Die Vereinten Nationen sind empört über den Angriff auf ihre Schule. Sie hatten den israelischen Streitkräften genaue Koordinaten ihrer Einrichtungen mitgeteilt, um einen Beschuß zu verhindern.

Israel hatte erklärt, Hamas-Kämpfer hätten vom Schulgelände aus operiert. Dagegen verwahrt sich Christopher Gunness vom UNRWA: “Wir sind dem nachgegangen. Zu 99,9 Prozent sind wir sicher, dass keine Militanten auf dem Schulgelände waren”, erklärte Guness und forderte Israel auf, seine Erkenntnisse zu veröffentlichen, damit man auch “die verbliebenen 0,1 Prozent Zweifel ausschließen” könne.

Mindestens 39 Menschen wurden nach UN-Angaben bei dem bislang blutigsten Einzelangriff seit Beginn der israelischen Militäraktion im Gazastreifen getötet. Rund 1.300 Menschen hatten vor dem israelischen Beschuß Zuflucht auf dem Schulgelände gesucht.


http://www.euronews.net/de/article/07/01/2009/funerals-for-victims-of-school-shelling/

Mittwoch, 7. Januar 2009

CNN: Israel brach die Waffenruhe

unkommentierte Info:

Sich einmischen !

http://www.zeit.de/online/2009/02/barenboim-interview

Gaza-Konflikt

"Das kann tausend Jahre dauern"

Der Dirigent Daniel Barenboim spricht im Interview über sein Nahost-Orchester und die Pflicht zur Einmischung


Maestro, es herrscht Krieg im Nahen Osten. Ermüdet es Sie, immer wieder dieselben Fragen gestellt zu bekommen und dieselben Antworten geben zu müssen?

Ich werde so lange meine Meinung zum Konflikt zwischen Israel und Palästina äußern, so lange man mich darum bittet. Und so lange ich das Gefühl habe, dass Menschen, die Macht und Einfluss haben, hören, was ich sage, und sich vielleicht ein paar Fragen stellen – auch wenn sie am Ende anders denken als ich.

Haben Sie keinen Einfluss? Ich bin kein Politiker. Mein Engagement war nie ein politisches, sondern immer ein menschliches. Ich habe keine Lösungen anzubieten.

Das West-Eastern Divan Orchestra wird 2009 zehn Jahre alt. Feiern Sie?

Natürlich: Dass es uns gibt! Und dass wir spielen. Wir haben während der letzten Libanon-Krise vor zwei Jahren gespielt und wir werden es auch jetzt tun. Ich habe die Tage seit der israelischen Bodenoffensive damit verbracht, mit den einzelnen Orchestermusikern zu sprechen. Natürlich gibt es keine einheitliche Haltung zu diesem Krieg. Und natürlich ist die Lage hoch komplex – emotional, mental und auch politisch. Da kommen junge Menschen zusammen, deren Völker Krieg gegeneinander führen. Der eine lebt in Israels Süden und wird seit Jahren von den Raketen der Hamas bedroht. Der andere hat Angehörige in Gaza. Und der dritte, der aus Ägypten oder aus Syrien stammt, wird von seiner Familie unter Druck gesetzt. Alle aber haben mir gesagt: Wir müssen spielen und wir wollen spielen. Weil wir nicht an eine militärische Lösung des Konflikts glauben. Davor habe ich großen Respekt.

Was sagen Sinfonien von Brahms oder Beethoven in einer solchen Situation?

Was sollen sie sagen? Das, was sie immer sagen oder nie. Es wäre fatal, die Musik zu instrumentalisieren. Es geht darum, dass das Orchester sich positioniert. Das tut es, indem es der Welt zeigt: Sogar im Krieg ist es möglich, dass man miteinander kommuniziert. Außerdem werden wir in einer Erklärung offen legen, dass unter den Musikern höchst unterschiedliche Ansichten darüber existieren, wer die Verantwortung und die Schuld für das trägt, was im Gaza-Streifen gerade geschieht. Diese Differenzen, die sehr heftig sind und weit zurückreichen, werden wir nicht kaschieren. In Zeiten, in denen es um Leben und Tod geht, ist jede Schönrednerei fehl am Platz.

Wie hat die Politik das West-Eastern Divan Orchestra verändert, welche Auswirkungen hat umgekehrt das, was das Orchester tut, politisch?

Innerhalb der letzten zehn Jahre hat sich die politische Lage im Nahen Osten beständig verschlechtert. Was hat Israel aus der Libanon-Krise gelernt, frage ich mich? Nichts! Die Hisbollah existierte nicht, bevor Israel 1982 in den Libanon einmarschierte, sie war eine direkte Reaktion darauf. Die Hamas war eine kleine, unwichtige Bewegung, die von Israel mit finanziert wurde, um Arafat zu schwächen. Und was macht man jetzt? Wo ist die Lehre? Das verstehe ich nicht. Vor den Kameras wird nur gelogen. Und aus all dem soll ich folgern, dass unsere Orchesterarbeit sinnlos gewesen sei? Nein! Wir sind nur wenige, aber wir sind die einzige Gruppe dieser Art überhaupt! Stellen sie sich vor, dass das, was wir tun, für viele gelten würde. Die Welt sähe anders aus. Das ist die Utopie.

Sie haben stets die historische Komplexität der Lage in Nahost betont. Welche Chancen haben solche Argumente aktuell?

Keine. Der Krieg muss jetzt schnell beendet werden, das ist keine Frage. Und dann müsste sofort jemand kommen, der all diesen Zusammenhängen Rechnung trägt. Aber da gibt es nichts und niemanden, auf keiner Seite. Wen sollte ich als israelischer Staatsbürger in Israel derzeit wählen? Ich weiß es nicht. So ernst und schrecklich dieser Krieg ist: Er hat das Niveau eines Kinderspiels. Du hast angefangen! Nein, du! Nein, du!

Welche Hoffnungen setzen Sie in den neuen amerikanischen Präsidenten?

Barack Obama müsste jeweils eine breite nationale Delegation aus Israel und eine aus Palästina an einen Tisch bringen und zwingen, mit allen Extremisten und allen Splitterparteien. Die Differenzen offen legen, vielleicht sogar ein Stück weit austragen – und sich dann dem Projekt, dem Frieden widmen. Das ist die Arbeit. Etwas anderes machen wir im Orchester auch nicht. Damit meine ich nicht, dass sich an das Kriegsende ein endloser Verhandlungsmarathon anschließen soll, mit Kommissionen hier und da, wie gehabt. Ganz im Gegenteil: Im Nahen Osten gibt es keine Evolution, nur Revolution. Und die kann tausend Jahre dauern.

Für viele Israelis gelten Sie als „Linksintellektueller“ . . .

. . . seit wann bin ich ein Intellektueller?

Man bezeichnet Sie, der Sie nicht in Israel leben, gerne als ignorant und arrogant.

Ich bin viel gewöhnt. Außerdem: Wo sind Ignoranz und Arroganz zuhause, wenn nicht dort? Der Weg vom Flughafen Tel Aviv nach Ramallah ist kürzer als der nach Jerusalem oder in die Stadt von Tel Aviv. Die jüdische Bevölkerung aber lebt in dem Bewusstsein, Ramallah liege mindestens auf dem Mond. Die Palästinenser existieren schlichtweg nicht. Wie würden Sie das nennen? Neugierig? Interessiert?

Haben Sie manchmal Angst, dass Ihnen Ihre Offenheit gefährlich werden könnte?

Suchen Sie einen Job als Bodyguard?

Vielen Dank. . . Glauben Sie, dass Europa genug tut im Nahost-Konflikt? Tut Deutschland genug?

Nein. Ich habe die Art und Weise, wie die Deutschen sich mit ihrer Geschichte auseinandergesetzt haben, immer bewundert. Deswegen glaube ich, gerade sie könnten Israel sehr viel mehr helfen. Es hilft nichts, sich zurückzuziehen und zu sagen, wir haben leider nicht das Recht, uns einzumischen. Es hilft nichts, zu sagen, wir Deutschen mit unserer Vergangenheit stehen bis in alle Ewigkeit hinter euch Juden, ganz egal, was ihr macht. Das ist bloß Scheinsolidarität.

Wäre Israel 2009 denn reif für Ratschläge ausgerechnet von deutscher Seite?

Israel hört auf niemanden, insofern stellt sich die Frage nicht. Aber wenn es überhaupt eine Wiedergutmachung geben sollte für das, was zwischen 1933 und 1945 mit den Juden in Europa passiert ist, dann kann sich das nicht in Gleichgültigkeit erschöpfen. Der Staat Israel war eine jüdisch-europäische Idee – und insofern ist es das palästinensische Problem in Teilen auch. Ich wäre dafür, dass die beiden Nationen, die den Juden in der Geschichte am meisten geschadet haben, deutlich mehr tun: Spanien wegen der Inquisition und Deutschland wegen der Nazis. Das ist keine Kritik an Frau Merkel oder Herrn Steinmeier, darüber habe ich schon mit Helmut Kohl gesprochen. Die Zeit der Hemmungen, des Zauderns und Zögerns muss endlich vorbei sein.

Das Gespräch führte Christine Lemke-Matwey

Am 12. Januar gastiert das West-Eastern Divan Orchestra unter Leitung von Daniel Barenboim in der Berliner Staatsoper Unter den Linden. Auf dem Programm: Werke von Beethoven und Brahms. (Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 07.01.2009)

Plattenrezensionen, Künstlerporträts und Netzradio rund um die Uhr gibt's auf zeit.de/musik » Sie wollen auf dem Laufenden bleiben? Klicken Sie hier, und unser RSS-Newsletter bringt Ihnen die Musik direkt auf den Schirm.
The story of Isreal-Palestine crisis. The Musl...
The story of Isreal-Palestine crisis.

The Muslim worlds and the Jews and Christian will never be in peace as long as the Palestine-Israel issue never come to an end.

Ya, it's stated in Bible that Jews was born in *that* land, Y didnt they bring Bible to court? Coz history will be juz history. Does it means that China has the right to attact and killed all the Taiwanese, Mongolian, Tibetian? Coz China do claimed that these 3 territories are belong to them since thousand years ago. The answer is NO.

Following the defeat of the Ottoman Empire in World War I, the British assumed control of Palestine. In November 1917, the British government issued the Balfour Declaration, announcing its intention to facilitate the "establishment in Palestine of a national home for the Jewish people." In 1922, the League of Nations granted Britain a mandate over Palestine which included, among other things, provisions calling for the establishment of a Jewish homeland, facilitating Jewish immigration and encouraging Jewish settlement on the land. (Because British never wanted Jews growing in their land, as they have started to grew there)

The Arabs were opposed to Jewish immigration to Palestine and stepped up their attacks against the Jews. Following an increase in Arab attacks, the British appointed a royal commission in 1936 to investigate the Palestine situation. The Peel Commission recommended the partition of the country between Arabs and Jews. The Arabs rejected the idea while the Jews accepted the principle of partition. United Nations approved a partition plan which divided the land between a Jewish State and an Arab State in 1947. The vote was 33 for, 13 against and 10 abstentions. (Many delegates had approved the plan, the creation of Israel coz nobody wants Jews in their land, and England and U.S was lobbying for that)

In 1916 only 5% of Palestine was jewish and even they admit they had to slaughter all the original inhabitants in biblical times to get the land that their sky god is alleged to have promised them.

At the end of World War II, the British persisted in their immigration restrictions and Jewish survivors of the Holocaust were violently turned away from the shores of Palestine. The Jewish Agency and the Haganah continued to smuggle Jews into Palestine. Underground cells of Jews, most notably the Irgun and Lehi, engaged in open warfare against the British and their installations.
The British concluded that they could no longer manage Palestine and handed the issue over to the United Nations. On November 29, 1947, after much debate and discussion, the UN recommended the partition of Palestine into two states ¬ one Jewish and one Arab. The Jews accepted the UN resolution while the Arabs rejected it.
Meanwhile, since the time of the British Mandate, the Jewish community in Palestine had been forming political, social and economic institutions that governed daily life in Palestine and served as a pre-state infrastructure. Zionist leader David Ben-Gurion (1886-1973) served as head of the pre-state government.
The fledgling State of Israel was faced with many challenges. While fighting a war of survival with the Arab states who immediately invaded the new nation, Israel had to also absorb the shiploads of immigrants coming in daily to the Jewish homeland. Many were penniless refugees from Europe broken in body and in spirit. They needed immediate health and social services in addition to acculturation to their new home.
The land dispute has increasingly focused on Israel's occupation of the remaining territories -- the West Bank, Gaza Strip and East Jerusalem.

UN Resolutions 242 and 338 stipulate that Israel must withdraw completely from these territories. Israel withdrew from the Gaza Strip on 12 September 2005, but continues to build many Jewish settlements in the other territories, actions deemed illegal by virtually all other states.

Since 2002, the Israeli government has been building a "security fence" that winds deep into Palestinian territory, claiming the barrier would keep Palestinian suicide bombers from striking Israeli citizens. But this separation wall is a major de facto annexation of Palestinian territories. By building the wall and increasing settlement expansion, Israel retains control over important Palestinian economic areas, agricultural grounds and natural resources like water. The International Court of Justice has ruled that Israel's West Bank barrier violates international law, but the unequal struggle over the land of Palestine continues.

Reference
http://www.globalpolicy.org/security/...
http://www.adl.org/ISRAEL/record/crea...






Sound and lights of death

Lebensfeindlichkeit...

Dienstag, 6. Januar 2009

Islam Press zu den Vorgängen um Gaza:

http://www.blogger.com/post-create.g?blogID=156182673273957061


Blutbad in Gaza

06.01.2009 von Salim Spohr







DIE ABSCHLACHTUNG GAZAS

Der Staat «Israel», der von Großkriminellen und Terroristen gegründet wurde, von denen sich schon Albert Einstein angewidert distanziert hatte, und in seiner Geschichte bis in die Gegenwart hinein von einer Ansammlung von Betrügern, Vergewaltigern und Massenmördern regiert wurde und wird, gehört neben den USA zu den wirklichen Terroristen auf diesem Planeten.

Gegen jedes Völkerrecht und zig Auflagen der Uno verstoßend, haben zionistische Schergen andere Völker überfallen und Tausende und aber Tausende unschuldiger Menschen ermordet, erniedrigt, gequält und unterdrückt, und sie tun das, ohne ernsthaft behindert zu werden, hier und heute mit einer unglaublichen Dreistigkeit und einem Gestus von Anmaßung und Selbstgerechtigkeit, der die Grenze zum Wahnsinn längst überschritten hat.

Menschenverachtung und Kaltschnäuzigkeit zionistischer Verbrecher erreichen gerade jetzt einen einsamen Höhepunkt, da diese Gangster ein zuvor jahrzehntelang terrorisiertes, beraubtes, geknechtetes, drangsaliertes und in den Hungertod getriebenes Volk im Gaza Streifen nach allen Regeln einer perversen und außer Rand und Band geratenen Kriegsmaschinerie vor den Augen der Weltöffentlichkeit einfach abschlachten.

Die vom Propagandaministerium der Zionisten weltweit verbreitete Begründung für das in Gaza angerichtete Blutbad lautet, man müsse sich vor den Raketen der Hamas schützen und nehme nur das Recht auf Selbstverteidigung wahr. Das zu sagen ist nicht nur eine freche Lüge, es stellt den Sachverhalt geradewegs auf den Kopf. Die zionistischen Schlächter waren es, die den von der Hamas eingehaltenen Waffenstillstand nicht nur mehrfach durch rüde Überfälle unterbrochen hatten, der ganze Zustand Gazas, die Abschottung der See- und Landwege, gilt in sich selbst völkerrechtlich schon als eine einzige Kriegserklärung. Und die paar Raketen der Marke Eigenbau haben für die vielbeschworene Sicherheit Israels in etwa die Bedeutung einer Steinschleuder für Hightech-Panzer.

Die Frage lautet, was denn der wirkliche Grund für jenen nachgerade Ekel erregenden jüdischen Blutrausch ist. Klar erkennbar liegt der Anlaß dieses Massakers darin, daß dem Apartheitsregime jetzt Wahlen ins Haus stehen und die Präsentation palästinensischer Leichenberge sich als ein erschütternd-irrwitziges, doch erfolgreiches Wahlkampfmittel schon insofern erwiesen hat, als die Statistik der Wahlforscher pro achtzig ermordeter Palästinenser immerhin rund einen Knessetsitz ausweist. Dennoch bestehen Zweifel daran, daß das gierige Verlangen der drei Hauptverbrecher nach der Macht im Staate Zions als Erklärungsgrund für die mönströse Ungeheuerlichkeit der angerichteten Blutbäder wirklich ausreicht.

















Die Behauptung der israelische Propaganda, sie würden nur die Hamas bombardieren und die Zivilisten verschonen, würden vor einem Angriff die Menschen warnen, ist eine glatte Lüge, es werden viele unschuldige Zivilisten getroffen. Die Aufnahmen zeigen einen Horror, den man nicht in Worte fassen kann. Überall Blut, Leichen, Körperteile und Verletzte.

Die Welt steht nicht bloß fassungslos vor so etwas wie der Wahnsinnstat tollwütiger Hunde, als fast noch bedrückender muß empfunden werden, daß es den Bewohnern «Israels» angesichts dessen, daß im Gaza-Gefängnis gerade ein ganzes Volk plattgemacht wird, gelingt, sich der Weltöffentlichkeit als verfolgte und bedrohte Unschuld nicht nur zu präsentieren, sondern sich nachgerade auch noch so zu fühlen.

Was stimmt da nicht mit dieser Sichtweise, durch deren Teilhabe die Regierungen Europas und Arabiens selbst zu Komplizen von Mörderbanden wurden und werden? Das wahrhaft Erstaunliche scheint zu sein, daß die im Blute ihrer Opfer watenden Schlächter sich tatsächlich benachteiligt, unterdrückt und verfolgt fühlen. Ein Blick in das Seelchen des Schlächters in ihrer hypersensiblen Empfindsamkeit läßt den Betrachter erschauern.

Mit anderen Worten, die Bevölkerung Zions, eines Landes, das sie selbst «Israel» nennt, ist in einer grundsätzlichen und gemeingefährlicher Weise geistesgestört. Sie leben dort in dem Wahn, es wäre ihnen alles erlaubt, sie seien Herr über Leben und Tod und den anderen wäre alles verboten. So welche gehören einfach nicht in eine zivilisierte Gesellschaft, sondern hinter Schloß und Riegel, sei es des Zucht- oder des Irrenhauses. Die Weltgemeinschaft darf es nicht erlauben, daß Massenmörder und gemeingefährliche Irre einfach frei herumlaufen.


DIE MÖRDER








Der Kriegsminister Ehud Barak, die Außenministerin Zipi Livni und Israels Premier Ehud Olmert verdienen es, wegen Massenmordes vor ein Gericht gestellt zu werden.


IHRE KOMPLIZEN
















Der ägyptische Präsident Mubarak, der das Schlachthaus Gaza geschlossen hält, um den Zionisten die reibungslose Abschlachtung zu ermöglichen, Amerikas Präsident Bush, der die UN-Initiative abgeblockt hatte, und die deutschen Angela Merkel und Frank Steinmeier, die deutlich gemacht habent, daß sie für das Blutbad in Gaza Verständnis haben, es solle nur «nicht unverhältnismäßig» sein, so das heuchlerische Statement des Bundesaußenministers, sie alle verdienen es, wegen Beihilfe zum Massenmord bzw. unterlassener Hilfeleistung vor ein Gericht gestellt zu werden.


DIE FEHLER PALÄSTINAS

Das erlittene Unrecht Palästinas sollte andererseits aber auch nicht darüber hinwegtäuschen, daß ihre Führer große Fehler gemacht haben.

Die erste Intifada war ein Fehler gewesen, wie es auch dumm und unehrenhaft war, Kinder an die Front zu schicken, auf daß sie ein bißchen Sand ins Getriebe der zionistischen Aggressionsmaschinerie streuen möchten. Das war unehrenhaft und hat sich auch nicht mit dem islamischen Glauben vertragen. Der hätte es verlangt, daß sich der Mufti von Aleppo, der Mufti von Hebron, der Mufti von Jerusalem usw. getroffen und einen Beschluß gefaßt hätten, in einen (von Männern geführten) Krieg einzutreten. Die Führer Palästinas aber waren und sind gewöhnliche Politiker ohne Sinn für die Kraft der Religion und die Macht des Spirituellen. Sie folgen nicht der Sunna des Propheten – Allah schicke Segen auf ihn und seine Leute und Frieden -, sondern setzen ihr Heil in die Mechanismen von PR-Maßnahmen und westlicher Werbepsychologie. Die von jüdischen Gummigeschossen getroffenen Jungen Palästinas waren, in Großaufnahme gefilmt, als gelungene Werbemaßnahme betrachtet worden.

Die zweite Intifada mit der Entsendung von Selbstmordattentätern war ein noch größerer Fehler, ein Unrecht und stand in völligem Widerspruch zu ihrem Glauben.

Schließlich ist es ein ganz leicht einzusehender Fehler, einen Krieg aufzunehmen, ohne die richtigen Waffen zu haben. Das ist Irrsinn. Solcher Irrsinn indes kann keinerlei Rechtfertigung für das ihnen von jüdischer Seite geschehene Unrecht sein.

Gemeinsam empört

Nicht in unserem Namen, Frau Merkel und Regierende !


So, so. Wir sind also - als heutiges Deutschland - die unmittelbare Rechtsnachfolge des Deutschen Reiches !

Dagegen protestieren wir. Bürger irgendeines, wie auch immer gearteten Reiches als Nachfolge dessen, was Adolf Hitler damals unseren Grosseltern und Eltern beschert hatte, wollen wir nicht sein.

Wenn sich Frau Merkel in diesen Dingen mit dem italienischen Regierungschef einig weiss, und gemeinsame Sache macht, ist das eine Schande. Weit haben wir es gebracht mit dieser Frau, und ihren sonstigen Komparsen.

Dass Frau Merkel und Herr Berlusconi gegen alles immun ist, was das Volk betrifft, das ist uns schon klar geworden.

Pfui Deibel! - Schande über Sie !


Um was es geht:

http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/57435?PHPSESSID=0v0fuk43s0724dkepj3ka71p66



Neue Achse
06.01.2009
BERLIN/CIVITELLA IN VAL DI CHIANA
(Eigener Bericht) - NS-Massenverbrechen mit hunderttausenden Ziviltoten sollen ungesühnt bleiben und durch einen "Rechtsfrieden" zugunsten des deutschen Staates belohnt werden. Dies ist der Tenor einer offiziellen Klageerhebung der Bundesrepublik Deutschland vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag. Die Klage reichte Berlin in den letzten Dezembertagen ein, um sich jedweder Strafverfolgung wegen der Verbrechen seiner Vorgängerregierungen ("Deutsches Reich") zu entziehen. Ansprüche der Opfer und ihrer Nachkommen sollen endgültig unmöglich gemacht werden. In dem Klageverfahren beansprucht die BRD "Immunität" und rechnet die kriminellen Akte des Deutschen Reiches ihren regulären Hoheitsrechten zu. Wiedergutmachungsurteile zugunsten der Opfer dürften nicht vollstreckt werden, da sie "Deutschlands hoheitliche Immunität verletzen", heißt es in der Berliner Klageerhebung wörtlich. Die BRD betrachtet sich als unmittelbare Rechtsnachfolgerin des Deutschen Reiches, dessen Erbe sie 1949 angetreten hat, leugnet aber ihre entsprechenden Verpflichtungen. Die jetzt geltend gemachte "hoheitliche Immunität" war in den Nürnberger Prozessen mit der Feststellung erledigt worden, dass das Deutsche Reich unvorstellbare Verbrechen gegen die Menschheit (crimes against humanity) begangen habe. Wesentliche Teile seiner staatlichen Organe handelten als kriminelle Vereinigungen, die Europa mit Mord und Terror überzogen.
Das Berliner Klageverfahren richtet sich gegen die Überlebenden und Opfernachkommen mehrerer Massaker, die von der Wehrmacht und den ihr zuarbeitenden Militärverbänden im Zweiten Weltkrieg verübt wurden. Eines dieser Massaker fand am 29. Juni 1944 in dem italienischen Bergdorf Civitella in Val di Chiana (Arezzo) statt. Wie aus einer britischen Untersuchung hervorgeht, haben deutsche Soldaten in Civitella und den Nachbargemeinden etwa 250 Zivilisten ermordet - aus Rache für den Tod von zwei betrunkenen Wehrmachtsangehörigen, die in einen Hinterhalt geraten waren. Über das Mordgeschehen berichtet Dino Tiezzi, einer der wenigen Überlebenden, die Deutschen hätten sämtliche Einwohner auf dem Kirchenvorplatz zusammengetrieben und selektiert. "Die Männer wurden sofort erschossen". Bürgermeister Gilberto Dindalini ergänzt, dass die Wehrmachts-"Täter selbst nach 50 Jahren nicht zur Verantwortung gezogen wurden. Civitella ist nie Gerechtigkeit widerfahren."[1]
Mordeinheit
Die Mordeinheit gehörte der Fallschirm-Panzer-Division 1 "Hermann Göring" an. Sie war formal der Luftwaffe unterstellt, wurde aber in Heeresverbänden eingesetzt. Zahlreiche kriminelle Akte verübte die Division, die von dem Kriegsverbrecher Göring gegründet worden war, in Nordafrika und in den besetzten Ostgebieten, wo sie Platz für die Konzentrations- und Vernichtungslager erkämpfte. Teile der Division waren unter anderem an der Zerschlagung des Warschauer Aufstands beteiligt und sind für den Tod von rund 200.000 polnischen Zivilisten mitverantwortlich.
Rechtsfrieden
Gegen Forderungen der Mordopfer dieser Division sei die Bundesrepublik Deutschland "immun", behauptet jetzt die Berliner Regierung, die sich als Rechtsnachfolgerin des NS-Staates versteht. Die Behauptung soll Pfändungen deutschen Staatseigentums in Italien abweisen, das durch italienische Gerichtsbeschlüsse den Überlebenden zugesprochen wurde.[2] Nach Berliner Auffassung ist der "internationale Rechtsfrieden" nur durch die Löschung jedweden Opferanspruches herzustellen, da sich die Bundesrepublik ansonsten Milliardenklagen stellen müsste. Dies sei nicht hinnehmbar. Mit ähnlichen Schutzbehauptungen war die deutsche Diplomatie bereits gegen griechische Überlebende der NS-Okkupationsmassaker vorgegangen.[3] In der Logik dieser Vorbringungen müssen Verbrechen eines Unrechtsstaates nur genügend umfangreich sein, um Kompensationen an die Opfer zu vereiteln. Je unmenschlicher, brutaler und allgegenwärtiger ein Okkupant gegen die Zivilbevölkerung möglichst dicht besiedelter Gebiete vorgeht, desto sicherer soll er vor Strafverfolgung sein.
Gemeinsame Interessen
Die Berliner Anmaßungen, die eine implizite Aufforderung zu staatlichen Gewalttaten großen Ausmaßes darstellen oder solche Gewalttaten post festum belohnen, werden von der römischen Regierung mit Wohlwollen zur Kenntnis genommen. Auf einem kürzlichen Treffen zwischen der deutschen Bundeskanzlerin Merkel und dem italienischen Premier Berlusconi kamen beide Seiten überein, dass die Klage in Den Haag im gemeinsamen Interesse liege.[4] Italien hofft, wegen der unter dem Mussolini-Regime begangenen Kriegsverbrechen in Griechenland, Libyen und Äthopien ebenfalls auf "Immunität" plädieren zu können, sollte der Gerichtshof die deutschen Verbrechen freistellen. Die Übereinstimmung zwischen Berlin und Rom gilt den Folgen eines Bündnisses ("Achse"), das Europa und die Welt in eine nie gesehene Katastrophe stürzte. Dabei starben über 50 Millionen Menschen. Gegen Forderungen der Opfer seien sie "immun", erklären die Nachfahren der Täter im siebzigsten Jahr nach Kriegsbeginn.
[1] Hans-Rüdiger Minow: Herrenpartie. Eine italienische Reise, WDR. die story 2001
[2] s. dazu Ein immuner Staat und Totalabwehr
[3] s. dazu Berlin: Keine Reparationen und Berlin: Keine materielle Entschädigungspflicht für NS-Verbrechen
[4] Streit um Wehrmacht-Massaker vor dem Weltgericht; tz-online.de 28.12.2008





Israel, und das was dort Krieg genannt wird:

http://scusi.twoday.net/stories/5427190/

Dienstag, 6. Januar 2009

Israels letzter Krieg ?

rhbl

Wer heute die TV-Bilder gesehen hat, (wie am laufenden Band blutüberströmte, verstümmelte und tote Kinder vor dem Eingang des Shifa-Krankenhauses in Gaza-City angeliefert wurden, d.Verf.) hat die Wurzeln des Terrors von morgen gesehen“ (Marwan Bishara am 05. Januar 2009 im Interview mit Al Jazeera). Bei den israelischen Angriffen am Montag kamen mindestens 20 Kinder ums Leben, wie Moaiya Hassanain vom Gesundheitsministerium in Gaza mitteilte (Kindermörder Israel).

Am vierten Tag der israelischen Bodenoffensive im Gazastreifen ist es zu heftigen Straßenkämpfen am Rand der Stadt Gaza gekommen. In der Siedlung Schadschaijeh lieferten sich israelische Soldaten und Hamas-Kämpfer heftige Gefechte. Bis zum Dienstag-Morgen kamen nach Angaben von Ärzten mindestens 18 Palästinenser ums Leben. Von ihnen gehörten lediglich zwei zu den Kämpfern der Hamas, denen die israelische Offensive gilt.

Beim Einschlag von IDF-Panzergranaten in zwei von der UNRWA als Schutzraum provisorisch hergerichtete Schulen, in denen hunderte von Palästinensern untergekrochen waren, wurden 40 Palästinenser getötet. Die UN-Hilfsorganisation hatte zuvor der IDF die Koordinaten eines der "Schutzräume" mitgeteilt, damit die Schule nicht angegriffen wird. Die Vorfälle, als gezieltes Töten von Zivilisten wären es weitere israelische Kriegsverbrechen, würden "untersucht", hieß es. Über 640 Menschen sind schon von der IDF brutal abgeschlachtet worden, über 2500 sind verwundet.

Die israelischen Angreifer halten sich einfach nicht an das geltende humanitäre Kriegsvölkerrecht. Gaza braucht dringendst humanitäre Hilfe.

Israel sollte sein Gemetzel in Gaza sofort beenden, die Truppen zurückziehen und die Grenzübergänge zum Gazastreifen öffnen. Militärisch ist die Hamas nicht zu schlagen. Die Operation "Bleigießen" stand von Anfang an unter keinem guten Stern und ist militärisch zum Scheitern verurteilt. Meine prominenstesten Vor- und Ausbilder bei der Bundeswehr, die Generäle Uhle-Wettler und Altenburg, würden sich beim Zuschauen die Haare ausreißen, wenn sie als NATO-Beobachter dabei sein könnten.

Nicht nur, dass der israelische Angriffsplan für die Bodenoffensive zuvor verraten wurde. Wie sonst hätte auch Scusi die Lokalitäten für den Angriff der Merkawa-Panzer und den Tag des Beginns der Bodenoffensive voraussagen können? Auch der Verlauf der Bodenoffensive entwickelt sich von Stunde zu Stunde mehr für die Israelis zu dem schon von Peter Scholl-Latour vorhergesagten, verlustreichen Desaster.

Der unverhältnismäßige IDF-Waffeneinsatz gegen Zivilisten und der massive Einsatz geächteter Waffensysteme durch die IDF (Phosphor-Rauch-/Streubomben*, Flechettemunition) stößt in der Weltöffentlichkeit auf Abscheu und Entsetzen.


streu2



Eine Million Palästinenser im Gazastreifen haben bei bitterer Kälte keinen Strom. Trinkwasser und Nahrungsmittel gehen zur Neige. Die Ärzte und Krankenschwestern sind nach zehn Tagen Einsatz rund um die Uhr in den Operationsräumen völlig erschöpft. Operationsbestecke, Medikamente und Verbandszeug fehlen. Der Diesel für die Generatoren der Krankenhäuser geht zur Neige. Verletzte können nach Beginn des Häuserkampfs in Gaza-Stadt, Beit Lahia, Dschabaljah und Khan Younis nicht mehr geborgen und versorgt werden. Die Palästinenser verbluten unter den Trümmern ihrer zerbombten und zerschossenen Hütten. 13.000 aus ihren zerbombten Wohnungen und Häusern Vertriebene irren im Flechette-Feuer der Merkawa - Panzer, zwischen Bomben und Raketen der israelischen Apache –Kampfhubschrauber und F – 16 Kampfjets auf der Suche nach einer Bleibe durch die Gegend. Schutzräume gibt es im Gazastreifen nicht. Leichen bleiben in den Straßen liegen und können wegen der anhaltenden Kämpfe nicht geborgen werden.

"Huntingtons „Clash of Civilisations“ scheint eine „self-fulfilling prophecy” zu sein", sagt Marwan Bishara. Er muss es wissen. Der in Nazareth geborene Palästinenser mit israelischem Pass Marwan Bishara war bis 2003 Professor für Internationale Beziehungen an der Amerikanischen Universität in Paris und ist heute Washington-Korrespondent von Al Jazeera. Er sagt, dass sich hinter dem offiziellen Kriegsziel der israelischen Militärjunta, "die IDF soll die Abschussstellungen für die Kassam-Raketen in Beschlag nehmen", die wahren Kriegsziele Tel Avivs verbergen:

- die Hamas abzumurksen, zu vernichten, fertig zu machen (to finish off)
- die Palästinenser dafür zu bestrafen, dass sie Hamas gewählt haben
- alle anderen Muslime von jedem Widerstand gegen Israel abzuschrecken


Israel verfolgt diese Ziele mit einem Einsatz von derartig unverhältnismäßiger Gewalt, dass die eigenen Soldaten daran zugrundegehen. Drei IDF-Soldaten wurden heute Nacht getötet und 24 verletzt, als eine Panzergranate irrtümlich ein Haus nahe Beit Hanun traf, in dem sich israelische Soldaten im Häuserkampf versteckt hielten.

Bruce Anderson schrieb gestern im Independent in einem Artikel, dass Israel in Gefahr ist, seinen letzten Krieg auszufechten (Israel is in danger of fighting the last war, not the next one).

Er begründet das damit, dass das Verhältnis der Israel umgebenden arabischen Staaten zu Israel wie das eines Körpers sei, dessen intaktes Immunsystem ein eingepflanztes fremdes Organ eben immer abstoße. Nun, heutzutage gibt es Arzneimittel, um diese Abstoßungsreaktion zu unterdrücken. Doch hängt die Wirkung der Arznei von der Dosis ab. Wie es aussieht, wurde im Fall Israel zu hoch dosiert.

Anderson schreibt auch, dass die Weiterentwicklung und Verbreitung von Atombomben in den letzten Jahrzehnten gegen alle Bemühungen zur Nonproliferation große „Fortschritte“ gemacht habe.

Warum sollte sich ein technologisch versierter Selbstmordattentäter des 21. Jahrhunderts mit der Liquidierung einer Warteschlange an einem Tel Aviver Busbahnhof abgeben, wenn er mit einem Nuklearsprengkörper in Gestalt einer Kofferbombe die ganze Stadt, ja den ganzen Staat auslöschen kann?

George W. Bush und Ehud Barak glaubten im sogenannten „Krieg gegen den Terror“ die Wurzeln des Bösen militärisch ausreißen zu können. Sie sind gescheitert. Sie haben stattdessen nur neue Wurzeln gepflanzt, tun es noch, und die Welt schaut zu. Unsere Kinder und Enkel werden das Versagen dieser unfähigen Politikergeneration, zu der auch das opportunistische Memmenspektakel im Berliner Kanzleramt gehört, ausbaden müssen.

Wir Europäer, zumal wir Deutsche tragen ein gerüttelt Maß an Mitschuld an den herrschenden Zuständen. Weil wir den falschen Entscheidungen in Berlin nicht früh genug widersprochen haben. Weil wir es zugelassen haben, dass unsere Medien in den Schlüsselpositionen vollständig mit israelhörigem Personal durchsetzt wurden, das uns seit Jahren/Jahrzehnten über die Fakten und Zusammenhänge in der Welt unvollständig und/oder falsch unterrichtet. Seit Jahren berichten z.B. Karin Storch und C. Schneider als TV-Korrespondenten im öff. rechtl. Fernsehen aus Israel. Jetzt fungieren sie als Kriegsberichterstatter. Wie können sie objektiv berichten, wenn beide mit Leib und Seele "Juden" sind?

Am Montag moderierte die proisraelische Elke Durak die sogenannten "Informationen am Mittag" im Deutschlandfunk der Krummnase Elitz. Da durfte Torsten Teichmann (Steckbrief) noch einen widerlichen J u b e l kommentar über den erfolgreichen "Antiterrorkampf der IDF" über den Sender nudeln, als schon klar war, dass die IDF in Gaza in Wahrheit Ströme von Kinderblut vergoss. Man musste nur parallel - stumm - das Programm von Al Jazeera auf dem Fernseher laufen lassen.

In den deutschen Teppichetagen, nicht nur von Finanzen, Wirtschaft und Politik sondern leider auch von Presse, Rundfunk und Fernsehen, auf den fett besoldeten Direktoren- und Intendantenstühlen, sitzen ebenfalls fast nur noch - vorsichtig formuliert - Proisraelis. So wird seit 1989 ein völlig falsches Bild der Welt nach und aus Deutschland geliefert und verfestigt!

Weil unsere falsch informierten Bundestagsabgeordneten es deshalb zulassen, dass die Bundeswehr heute noch in Afghanistan bei diesem militaristischen "NATO"-Unsinn mitmacht, wo sie doch dort überhaupt nichts verloren hat. Selbst in Tschechien hat das Parlament die Armee von sogenannten "Auslandseinsätzen" längst zurückgepfiffen.

Das kollektive Gedächtnis der Muslime wird das, was jetzt in Gaza oder Afghanistan an Greueltaten verübt wird, nicht vergessen. Nicht nur finanziell oder wirtschaftlich ist der verschwendungssüchtige westliche Kapitalismus am Ende, auch demographisch.

Es kommt der Tag, da will die Säge sägen.

_____________________________________________________________

* Der geächtete weiße Phosphor wurde von den Briten 1945 in Dresden, von der US-Armee zuletzt in Falluja/Irak und von der IAF im Libanon-Krieg eingesetzt. Er soll angeblich nur Rauchschleier zur Tarnung eigener Kräfte erzeugen, brennt sich aber auf der Haut tief ein und ist kaum zu löschen.

Ich hatte nach dem Studium von Fotos in der Times und Le Monde, sowie nach der Analyse von Al Jazeera-Filmaufnahmen, die das Ausstoßen und Explodieren der Bomblets in der Fläche bei Gaza zeigten, bereits am Montag kurzzeitig zum Einsatz dieser "Streubomben-Spezies" berichtet. Nachdem sich kein Vollprofi des Themas annahm (ich habe keinen Rechercheapparat wie etwa Der Spiegel), habe ich nach zwei Stunden den Artikel wieder gelöscht, weil die Times plötzlich ihr Foto mit "Rauchbomben" untertitelte und mir so Zweifel an der Sprengkraft der Bomblets kamen. In den anderen Zeitungen gab es (Selbst-/Zensur?)weiterhin keine Bildunterschriften.

Inzwischen ist Markus Becker vom Spiegel der Sache etwas auf den Grund gegangen:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,599555,00.html

Berücksichtigt man die eingeschlossenen Flüchtlingsströme mit Frauen und Kindern in Gaza, die im Kreis umher irren, dann soll der massive, flächendeckende IDF-Einsatz von Phosphor-Streubomben gegen Menschen in Wohngebieten Furcht, Angst und Schrecken auslösen. Das ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
.

Samstag, 3. Januar 2009

Gemeinsames Posting: Schluss mit Krieg

Schluss mit Krieg


fordern die bloggerinnen von Am Kaminfeuer und Kriegspostille...

Wir beide ächten alle Kriege, nicht nur den von Israel gegen die Palästinser in Gaza. Allerdings haben uns die Angriffe Israels und deren Folgen aufgeschreckt, durch deren Härte und Grausamkeit. Auch alles schon Voraufgegangene, die Blockade, und vieles mehr machte bewußt, wie Menschen mit Menschen umgehen können.

Schluss damit !

Wir fordern die Regierenden auf, ihren Worten über den Fortschritt der heutigen Zeiten nicht nur den Fortschritt der Waffen sprechen zu lassen, sondern etwas dafür zu tun, dass Menschen in Frieden, und der Lebendigkeit und den Menschenrechten gemäss leben können. Es ist eine Schande, wie sehr die Diskrepanzen zwischen Politiken und Politikern, und den Bürgern vorhanden sind - wie gross die Kluft dazwischen ist - und wie wenig dafür getan wird, sich anzunähern und menschengemäss, lebensbejahend und verträglich zu handeln.

Wir wollen nicht nur abgehobenes und abstraktes Gelaber hören, sondern eine Politik für die Menschen sehen. Wer sich uns und diesen Forderungen anschliessen will, kann dies gerne tun. Schreiben an die Politiker, an die UNO, in dieser Form, damit sie wissen, was wir wollen.

Sie sollen nicht sagen können: Wir haben es nicht gewußt !

Die Politik, welche gerade weltweit, und leider auch bei uns von Frau Merkel aus, stattfindet, ist nicht in unserem Namen.

Freitag, 2. Januar 2009

Überall ringsum ist Tod...

http://tabulagaza.blogspot.com/2008/12/all-around-us-is-death-type-up-of-skype.html


Tuesday, December 30, 2008

"All Around Us is Death": Type-up of a Skype call to Gaza

All around us is death, death, no one is driving, in my life I have never seen anything lie this. I could not have imagined anything like this

The media can only cover 10 or 15 locations, but its everywhere, while you are sleeping the ground is shaking like in an earthquake.

everything has finished in the country..we have enough flour for 4 or 5 days.. others don't have any

you can wait 8 or 9 hours to get one bag of bread at the bakery.. when they do open

Gaza doesnt have anything in it, only death, that is the only thing that is left, any moment you await death, they started calling people , if they target your neighbors, a car passes by you, you are gone, its a war.

last time I left the house was last wednesday

sleep? no, sleep is impossible, my siblings stay awake to ask what happened. at times
some houses nearby have been hit, but none in our neighborhood yet.

the youngest brother (5) says he is not afraid... his sister says this is just a show.. he hasn't been sleeping at night or during day.

i hear attacks in the background

half of our neighborhood is funerals

we have forgotten what cooking gas is in ghaza, now we use kerosene to make tea and for lighting.

a bag of flour is 220NIS ($50), my brother waited 3-4 hours to get one bag of bread from the bakery; shops are closed

we had flour for 10 days when attacks happened, so we don't starve, can buy a few kilos of rice,

on radio Israeli army chief Ashkenazi said what happened the past days was nothing, what is coming is much harder

Israelis said Barak should enter gaza and not leave a stone on top of another.

death will reach everyone, you won't find a house where death has not entered in gaza

till now they have not killed hamas leaders, or military,

maybe this is the last time we talk, you may find us dead next time, it is likely in 5 minutes the electricity will cut.

Komm, und siehe ! - Die vollkommene Humanität...

...frei nach Tzipi Livni und Condolezza Rice - und auch nach Frau Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Zynismus ein:

Gerade, wenn viele Menschen denken, dass das mit den Palästinensern nun mal genug sein könnte, und die Weltenpolitiker könnten sich zusammen setzen, und sich etwas einfallen lassen dazu, kann man sich auf Israel verlassen.

Der Frühling schleicht sich zögerlich heran in Gaza. Komm, und siehe wie erschöpft und ausgehungert die Menschen sind von der langen Belagerung. Schau hin, wie die Überlebenden, die nicht am Mangel an medizinischer Versorgung draufgegangen sind, frierend noch, versuchen weiter zu leben. Und gerade eben ist in den westlichen Ländern jener Tag vorüber, den sie den "Heiligen Abend" zu nennen pflegen, jener Abend der Weihnacht.

Es kommt der Morgen des ersten Weihnachtsfeiertages, und die Menschen erfahren die Nachricht: Es ist dort Krieg, in diesem Gaza - Israel bombardiert.

Welches einmalige Timing, und die Plätze im Leichenhaus sind rar geworden. Das ist die Super-Überraschung zu Weihnachten, und auch gleich für den Beginn des neuen Jahres - ein ungeheuerlicher Bombenregen auf ein schmales, geschundenes Land, mit sowieso kaputtgemachten Menschen.

Dort ist nichts zu erleben von Weihnachtsfrieden, nichts von Liebe und Vergebung, sondern von Hölle nur, Tod und Entsetzlichem. Es ist so grässlich, wie wir uns das in den schlimmsten Alpträumen nicht ausmalen können.

Viele, die nach ihren toten Verwandten suchen, müssen sie aus Einzelteilen zusammen setzen. Viele Kinder sind darunter. Aber, auch für jene, die es noch nicht getroffen hat, ist es ein irrer Höllentrip: Die Strassen versinken nicht nur unter Trümmern, sondern sind auch übersät mit Körperteilen von Menschen, mit einzelnen Füssen, ohne und mit Schuhen dran - mit Armen und Händen, Köpfen und Torsos...

Weihnachten - und sie gehen durch die reale Hölle. Es ist das vollkommenste Weihnachtsgeschenk einer entmenschten Welt - und es gibt noch eines drauf dazu: Die Reden und Aussagen der Politiker. Das Schweigen einer Welt, der alles egal ist, Hauptsache es trifft nur die anderen.

Tod und Zerstörung für ein kleines, schon lange gequältes Land in einem Ausmass, das wir uns nicht vorstellen können. Überall herrscht der Eindruck vor, dass man sich in einem irren Schlachthaus befindet - besonders auch in den Krankenhäusern, in denen es dazuhin an allem fehlt. Welcher perfekte, unmenschlich vernichtende Gruss einer kriegstreibenden Politikerkaste an die Bürger dieses Globus, dieser Welt.

Israel versichert natürlich der Welt, dass alle diese Opfer "Hamas Terroristen" waren und sie verdienten zu sterben. Sogar die kleinen Kinder und Säuglinge, die in den Armen ihrer Eltern sterben, waren eine klare und gegenwärtige Gefahr für Israel.

Es starben unschuldige Mädchen, aber das war notwendig für die Sicherheit von Israel. Denn immer sind es die Raketen der Hamas, die es notwendig machen, dass das palästinensische Volk derlei Höllengeschenke bekommt. Keiner der Schenkenden aus Israel will noch daran denken, wem sie ihr Land verdanken...

Die Opfer sind selber schuld. Warum kriechen sie auch immer aus ihren Löchern? Warum unterwerfen sie sich nicht einfach, oder geben sich zufrieden mit dem Status der Vertreibungen? Und alle, alle in der Welt sehen sie heftig weg...

In diesem Weihnachts- und Neujahrsfest wird so getan, als ginge es nicht um Menschen aus Fleisch und Blut. Alle humanitäre Not wird bestritten, es ist alles bestens, sagen die anderen - und tun so, als spielten sie Krieg an der Playstation.

Vielleicht glauben sie ja auch noch wirklich daran, dass es abgeht, wie in der Playstation - aber dem ist nicht so. Das sind echte Menschen, die es trifft, und die sind leicht verderblich. Das ganze Geld der Welt kann ihre Leiden nicht lindern, kann die Ermordeten nicht mehr lebendig machen, kann ihnen nicht helfen. Das was menschlich genannt wurde, Menschenrecht, Lebensrecht, das wurde in allen fast kaputt gemacht. Nur wenige schreien auf. Ist es die heimliche Sensationsgier? Oder was?

Zynismus aus:

Es gibt noch mehr Töten in der Welt, noch mehr Massaker, es gäbe genug, um endlich zu fordern, dass eine Politik des Lebens überall etabliert würde, des Friedens, und dass sich die Regierenden endlich dafür einsetzen sollen, statt irgendwo herum zu eiern, und das Geld der Bürger zu verbraten, und den Reichen hinterher zu werfen.

Komm, sieh hin, schrei auf ! --- Schweige nicht, sonst machst Du Dich mitschuldig.

Uri Avnery - Geschmolzenes Blei

http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/005450.html

Uri Avnery: “Geschmolzenes Blei”

Von Uri Avnery, 03.01.2009

KURZ NACH MITTERNACHT berichtete der arabisch sprechende Aljazeera-Sender über das, was gerade im Gazastreifen geschieht. Plötzlich wurde die Kamera zum dunklen Himmel gedreht. Er war pechschwarz. Man konnte nichts sehen, doch ein Geräusch hören: das Geräusch von Flugzeugen, ein erschreckendes, entsetzliches Dröhnen.

Es war unmöglich, nicht an die zehntausende Kinder im Gazastreifen zu denken, die dieses Geräusch in diesem Augenblick auch hören und die vor Angst schaudern, vor Furcht gelähmt sind und auf das Fallen der Bomben warten.

"ISRAEL MUSS sich gegen die Raketen verteidigen, die unsere südlichen Städte terrorisieren", erklärten israelische Sprecher. "Die Palästinenser müssen auf das Töten unserer Kämpfer innerhalb des Gazastreifens reagieren", gaben Hamas-Sprecher bekannt.

Was den Zusammenbruch der Feuerpause betrifft, so gab es nie eine wirkliche Feuerpause. Das Wichtigste an der Feuerpause im Gazastreifen hätte die Öffnung der Grenzübergänge sein müssen. Ohne den ständigen Versorgungsfluss kann es im Gazastreifen kein Leben geben. Aber die Grenzübergänge waren - abgesehen von wenigen Stunden hin und wieder - nicht geöffnet. Die Blockade des Landes vom Meer her und des Luftraumes gegenüber einer anderthalb Millionenbevölkerung ist ein Kriegsakt, genau so wie wenn Bomben fallen und Raketen abgefeuert werden. Sie lähmt das Leben im Gazastreifen: sie zerstört die Verdienstmöglichkeiten und bringt Hunderttausende an den Rand des Hungers; Krankenhäuser hören auf zu funktionieren; Strom und Wasserzufuhr sind unterbrochen.

Diejenigen, die die Schließung - egal unter welchem Vorwand - entschieden haben, wussten, dass es unter diesen Umständen keine wirkliche Feuerpause geben kann.

Das ist die Hauptsache. Dann kamen die kleinen Provokationen, die dafür bestimmt waren, die Hamas solle darauf reagieren. Nach mehreren Monaten, während derer kaum Qassam-Raketen abgefeuert worden waren, wurde eine (israelische) Armeeeinheit in den Gazastreifen gesandt, um "einen Tunnel zu zerstören, der nah an den Grenzzaun" herankam. Vom rein militärischen Standpunkt aus gesehen wäre es viel sinnvoller gewesen, auf der israelischen Seite des Zaunes einen Hinterhalt zu legen. Aber das Ziel war, einen Vorwand für die Beendigung der Feuerpause zu finden, und zwar in einer Weise, die es ermöglichte, den Palästinensern die Schuld dafür zu geben. Und tatsächlich, nach mehreren solcher kleinen Aktionen, bei denen Hamas-Kämpfer getötet wurden, rächte sich die Hamas mit einem massiven Granatenbeschuss, und - siehe da - die Feuerpause war beendet. Alle gaben der Hamas die Schuld.

UND WAS WAR das Ziel? Zipi Livni verkündete es offen: die Hamas-Herrschaft im Gazastreifen zu vernichten. Die Qassams dienten nur als Vorwand.

Die Hamas-Herrschaft liquidieren? Dies klingt fast wie ein Kapitel aus dem berühmten Buch von Barbara Tuchman "Der Marsch der Dummen". Schließlich ist es kein Geheimnis, dass es die israelische Regierung war, die die Hamas anfangs mit aufbaute. Als ich einmal einen früheren Shin-Bet-Chef, Yacob Peri, darüber fragte, gab er eine seltsame Antwort: "Wir haben sie nicht geschaffen, aber wir behinderten auch ihre Entstehung nicht."

Jahrelang wurde die islamische Bewegung in den besetzten Gebieten von den israelischen Behörden begünstigt. Alle anderen politischen Aktivitäten wurden rigoros unterdrückt, aber die Tätigkeiten in den Moscheen wurden erlaubt. Man kalkulierte einfach und naiv: zu jener Zeit wurde die PLO als der Hauptfeind angesehen und Yassir Arafat als der gegenwärtige Satan. Die Islamische Bewegung predigte gegen die PLO und gegen Arafat und deshalb wurde die islamische Bewegung als Verbündeter betrachtet.

Mit dem Ausbruch der 1. Intifada 1987 nahm die islamische Bewegung offiziell den Namen
Hamas an (die arabischen Anfangsbuchstaben der "islamischen Widerstandbewegung") und schloss sich dem Kampf an. Selbst dann unternahm der Shin Bet fast ein Jahr lang nichts gegen sie, während Fatah-Mitglieder massenhaft exekutiert oder verhaftet wurden. Erst nach einem Jahr wurden auch Sheik Ahmed Yassin und seine Kollegen verhaftet.

Seitdem hat sich das Rad gedreht. Nun ist die Hamas der gegenwärtige Satan, und die PLO wird von vielen in Israel fast wie ein Ableger der zionistischen Organisation angesehen. Die logische Schlussfolgerung einer israelischen Regierung, die an Frieden interessiert ist, hätte weitreichende Konzessionen an die Fatah-Führung sein müssen: Ende der Besatzung, Unterzeichnung eines Friedensvertrages, die Gründung eines palästinensischen Staates, Rückzug zu den Grenzen von 1967, eine vernünftige Lösung des Flüchtlingsproblems, Entlassung der Gefangenen. Das hätte der Hamas sicher Einhalt geboten.

Aber Logik und Politik haben wenig mit einander zu tun; denn nichts davon geschah. Im Gegenteil. Nach dem Mord an Arafat erklärte Ariel Sharon Mahmoud Abbas, der Arafats Platz einnahm, zum "gerupften Huhn". Abbas wurde nicht die geringste politische Errungenschaft zugestanden. Die Verhandlungen wurden - unter amerikanischer Schirmherrschaft - zum Witz. Der authentischste Fatah-Führer Marwan Barghouti wurde auf Lebenszeit ins Gefängnis geschickt. Und anstelle einer großzügigen Gefangenenentlassung gab es belanglose und beleidigende "Gesten".

Abbas wurde systematisch gedemütigt. Fatah sah einer leeren Hülse gleich, und Hamas gewann einen überwältigenden Sieg bei den palästinensischen Wahlen - den demokratischsten Wahlen, die je in der arabischen Welt abgehalten worden waren. Israel boykottierte die gewählte Regierung. Beim folgenden internen Kampf gewann die Hamas die Macht im Gazastreifen.

Nach alledem entschied sich jetzt die Regierung Israels, die "Hamas-Herrschaft im Gazastreifen zu liquidieren" - mit Blut, Feuer und Rauchsäulen.

DER OFFIZIELLE Name des Krieges ist "Gegossenes Blei", zwei Wörter aus einem Kinderlied über den Trendel, ein Chanukka-Spielzeug.

Ihn "Wahlkampfkrieg" zu nennen, wäre genauer.

Auch in der Vergangenheit wurden während der Wahlkampagne militärische Aktionen durchgeführt. Menachem Begin bombardierte während der 1981er Wahlkampagne den irakischen Atomreaktor. Als Shimon Peres behauptete, dies sei ein Wahltrick, schrie Begin bei einer Wahl-Ralley: "Juden, glaubt ihr wirklich, dass ich unsere tapferen Jungs in den Tod schicken würde oder schlimmer noch, sie von menschlichen Tieren zu Gefangenen nehmen ließe, nur um die Wahlen zu gewinnen?" Begin gewann.

Peres ist kein Begin. Während der 1996er-Kampagne befahl er die Invasion in den Libanon. (Die Operation "Trauben des Zorns"). Jeder war davon überzeugt, dass er dies getan hatte, um die Wahl zu gewinnen. Der Krieg war ein Fehlschlag, und Peres verlor die Wahlen und Binyamin Netayahu kam ans Ruder.

Barak und Zipi Livni nehmen nun ihre Zuflucht zu demselben alten Trick. Nach den Umfragen wuchsen Baraks vorausgesagte Wahlergebnisse innerhalb von 48 Stunden um fünf Knesset-Sitze. Also etwa 80 tote Palästinenser pro Sitz. Aber es ist schwierig, über einen Stapel von Leichen zu gehen. Der Erfolg mag sich innerhalb einer Minute in Luft auflösen, wenn der Krieg von der israelischen Öffentlichkeit als Fehlschlag angesehen werden wird. Zum Beispiel wenn die Raketen weiterhin Be’er Sheba treffen werden oder wenn die Bodenattacke zu vielen israelischen Gefallenen führt.

Der Zeitpunkt war auch aus einem anderen Blickwinkel sorgfältig ausgewählt worden. Der Krieg begann zwei Tage nach Weihnachten, wenn die amerikanisch und europäisch politischen Verantwortlichen bis über Neujahr in Ferien sind. Die Kalkulation: selbst wenn jemand gewollt und versucht hätte, den Krieg zu stoppen, keiner würde seine Ferien aufgeben. Dies sicherte dem Krieg noch ein paar Tage ohne Druck von außen.

Ein weiterer Grund für diesen Zeitpunkt: es sind die letzten Tage von George Bush im Weißen Haus. Von diesem von Blut befleckten Schwachkopf könnte sogar eine begeisterte Unterstützung des Krieges erwartet werden - und so war es denn auch. Barack Obama hat sein Amt noch nicht angetreten und hatte einen guten Vorwand, sich still zu verhalten: "Es gibt nur einen Präsidenten". Das Schweigen ist kein gutes Zeichen für die Amtszeit des Präsidenten Obama.

DIE HAUPTSACHE war, nicht dieselben Fehler zu machen wie im 2. Libanonkrieg. Dies wurde endlos in allen Nachrichtenprogrammen und Talkshows wiederholt.

Dies verändert die Fakten nicht: der Gaza-Krieg ist fast genau die Wiederholung des 2. Libanonkrieges.

Das strategische Konzept ist dasselbe: die zivile Bevölkerung durch unablässige Luftangriffe zu terrorisieren und Tod und Zerstörung zu säen. Dies stellt für die Piloten keine Gefahr dar, da die Palästinenser keinerlei Flugabwehr besitzen. Man rechnete damit: wenn die ganze lebenserhaltende Infrastruktur des Gazastreifens zum größten Teil zerstört ist und Anarchie herrscht, wird sich die Bevölkerung erheben und das Hamas-Regime stürzen. Mahmoud Abbas wird dann auf dem Rücken eines israelischen Panzers nach Gaza zurückkommen.

Im Libanon hat diese Rechnung auch nicht funktioniert. Die bombardierte Bevölkerung, einschließlich der Christen, hat sich hinter der Hisbollah zusammengeschlossen, und Hassan Nasrallah wurde der Held der arabischen Welt. Etwas Ähnliches wird auch hier geschehen. Generäle sind zwar Experten bei der Anwendung von Waffen und dem Einsatz von Streitkräften, aber keine Experten von Massenpsychologie.

Vor einiger Zeit schrieb ich, die Gaza-Blockade sei eine Art wissenschaftliches Experiment, um herauszufinden, wie weit man eine Bevölkerung aushungern lassen und ihr Leben zur Hölle machen könne, bevor sie dem Druck nachgibt. Dieses Experiment wurde mit der großzügigen Hilfe Europas und der USA durchgeführt. Bis jetzt ist das Experiment nicht gelungen. Die Hamas wurde stärker und die Reichweite der Qassams länger. Der gegenwärtige Krieg ist eine Fortsetzung des Experiments mit andern Mitteln.

Es könnte sein, dass die Armee "keine andere Alternative" haben wird, als den Gazastreifen zurückzuerobern, weil es keinen anderen Weg gibt, die Qassams zu stoppen - außer dass man mit der Hamas ein Abkommen abschließt, das im Gegensatz zur Regierungspolitik steht. Wenn die Bodeninvasion beginnt, wird alles von der Motivation und den Fähigkeiten der Hamas-Kämpfer gegenüber den israelischen Soldaten abhängen. Keiner weiß, was dann geschehen wird.

TAG FÜR TAG und Nacht für Nacht sendet der arabische Aljazeera-Kanal die grauenhaftesten Bilder: Berge von verstümmelten Leichen, weinende Verwandte, die unter den Dutzenden von Leichen, die neben einander liegen, nach ihren Lieben suchen. Eine Frau zieht unter den Trümmern ihre junge Tochter hervor, Ärzte versuchen, ohne Medikamente das Leben der Verletzten zu retten. (Der englisch-sprachige Aljazeera-Sender hat im Gegensatz zu seiner arabisch sprechenden Schwesterstation eine erstaunliche Wendung durchgemacht; er sendet nur "gereinigte" Bilder und trägt frei zur israelischen Regierungspropaganda bei. Es wäre interessant zu erfahren, was da geschehen ist).

Millionen sehen diese schrecklichen Bilder, ein Foto nach dem anderen, Tag um Tag. Diese Bilder werden sich ihnen auf immer ins Gedächtnis einprägen: schreckliches Israel, abscheuliches Israel, unmenschliches Israel. Eine ganze Generation von Hassenden wird heranwachsen. Das ist der schreckliche Preis, den wir werden zahlen müssen, wenn längst alle anderen Folgen des Krieges in Israel vergessen worden sind.

Aber da gibt es noch etwas, das sich in das Gedächtnis dieser Millionen einprägen wird, das Bild der erbärmlich korrupten, passiven arabischen Regime.

Aus arabischer Sicht wird eine Tatsache oben anstehen: die Mauer der Schande.

Für die anderthalb Millionen Araber im Gazastreifen, die so schrecklich leiden, ist die einzige Öffnung zur Welt, die nicht von Israelis beherrscht wird, die Grenze mit Ägypten. Nur von hier können lebensnotwendige Nahrungsmittel und Medikamente kommen, die das Leben der Verletzten retten können. Die Grenze blieb auch auf dem Höhepunkt des Schreckens geschlossen. Die ägyptische Armee hat den einzigen Weg für Nahrungsmittel und Medikamente geschlossen, während Chirurgen die Verwundeten ohne Betäubungsmittel operieren.

Durch die ganze arabische Welt schallen vom einen zum anderen Ende die Worte von Hassan Nasralleh: die Herrscher Ägyptens sind Komplizen des Verbrechens. Sie arbeiten mit dem "zionistischen Feind" zusammen, um den Widerstand des palästinensischen Volkes zu brechen. Ich möchte vermuten, dass sie nicht nur Mubarak meinen, sondern auch die anderen Führer, vom saudi-arabischen König bis zum palästinensischen Präsidenten. Wenn man die Demonstrationen in der ganzen arabischen Welt sieht und den Slogans zuhört, dann erhält man den Eindruck, als ob für viele Araber ihre Führer bestenfalls als solche erscheinen, die Mitleid hätten oder schlimmstenfalls als erbärmliche Kollaborateure agierten.

Dies wird historische Konsequenzen haben. Eine ganze Generation arabischer Führer, eine Generation, die von der Ideologie des säkularen arabischen Nationalismus erfüllt war, die Nachfolger von Gamal Abd-al-Nasser, Hafez al-Assad und Yasser Arafat, mögen von der historischen Bühne weggefegt worden sein. Im arabischen Raum besteht aber nur eine einzige Alternative: die des islamischen Fundamentalismus.

Dieser Krieg ist wie die Schrift an der Wand: Israel versäumt die historische Chance, mit dem säkularen arabischen Nationalismus Frieden zu machen. Morgen wird es mit einer einförmigen fundamentalistischen arabischen Welt konfrontiert sein, mit Hamas hoch zehn.

EIN TAXIFAHRER in Tel Aviv, in dessen Taxi ich fuhr, dachte laut: Warum sollten nicht die Söhne der Minister und der Knesset-Mitglieder in eine Kampfeinheit einberufen und fortgesandt werden, damit sie bei der kommenden Bodeninvasion in Gaza den andern vorausgehen?

Aus dem Englischen: Ellen Rohlfs, vom Verfasser autorisiert.

Weblinks:

Kriegsfolgen...

Die Mutter des Pflegesohnes meiner Schwägerin lebte als Kind in Berlin - erlebte die Bombennächte. Als endlich wirklich Frieden war, das Grundgesetz aus der Taufe gehoben wurde, die sogenannte Normalität endlich Einzug hielt in Deutschland, wurde sie 13 Jahre alt, kam in die Pubertät, war verrückt geworden - und kam da nie wieder heraus.

Zum Tragen kam diese Verrücktheit aber erst, als sie selber heiratete und Kinder hatte. Wenn die Angst über sie kam, rannte sie einfach davon. Sie liess ihren kleinen Sohn alleine in seinem Bettchen liegen, als seine etwas ältere Schwester ihn fand, war der Kleine völlig verstummt, schrie nicht mehr, lag nur apathisch da - völlig eingedreckt, durstig und hungrig.

Auch er wurde nicht normal, durch diese Erlebnisse, und wurde später als schwierig in Pflegestellen herumgereicht.

Es trifft nicht nur eine Generation, was Krieg anrichtet - auch nicht nur die Generationen, die es direkt erlebt haben. Die Folgen werden weiter gegeben. Es wird auch den künftigen Generationen angetan, nicht nur denen, die schon am Leben sind.

Vielleicht merken es manche nicht mehr, heute. Die Enkel und Urenkel sind schon anders drauf. Doch wieder haben wir Politiker, die der Meinung sind, dass es uns nun eben zu gut gehe - oder, dass wir das nicht zu schätzen wüßten, oder, dass es so nicht weiter gehe - so auf diese friedliche Weise, in der die Leute dann gleichgültiger und übermütiger werden. Also, müssen wir weltweit mitmachen, und wieder an Kriegen teilnehmen.

Krieg ist ein Geschäft, und das läuft immer - also, müssen auch wieder Kriege geführt werden, und sei es gegen Piraten, irgendwo da in der Welt. Ausserdem, wer weiss, vielleicht springen einige Rohstoffe dabei heraus, schliesslich geht es in den betroffenen Ländern sowieso drunter und drüber.

Überall Unfrieden wieder, warum? Wenn wir doch so klug sein wollen, warum kann das nicht vermittelt werden? Offenbar ist Frieden und gutes Miteinander der Menschen nicht immer erwünscht.

Was damit wiederum den Generationen von Menschen angetan wird, heutigen und künftigen, wird billigend in Kauf genommen. Der Horror wird weitergegeben...

Harte Äusserungen...

Es gibt Blogs, die noch härter ins Gericht gehen mit Israel als ich. Nicht alle Meinungen stimmen mit den Meinigen überein, auch nicht jene, die ich trotzdem verlinke. Es ist auch legitim, dass Menschen verschiedener Meinung sind.

Allerdings fühle auch ich Zorn, wenn Frau Livni, die Aussenministerin Israels, in Frankreich äußert, es gäbe keine humanitäre Katastrophe in Gaza. Da rollen sich mir noch im Schlaf die Fussnägel auf.

Okay, Politiker sehen alles anders, werden abgebrüht durch ihre abstrakten Entscheidungen, weit weg und abgehoben vom allgemeinen Volk. Sonst wüssten sie, dass ein Krieg an sich schon eine humanitäre Katastrophe darstellt. Wo das Töten - das Zertören und Vernichten an die Stelle von Verhandlungen und Argumentationen getreten ist, da verabschiedet sich nun mal das Zivile - und damit eben auch das, was so allgemein als humantär verstanden ist.

Wenn dann noch nur eines sicher ist, und zwar der Mangel - durch Mauer, Isolation, Einknastung und Absperrung von Menschen - wie in Gaza in einer Art Freiluft-Knast, und wenn diese Menschen dann mit Bomben überzogen werden, dann ist das also für Politiker human - für mich aber nicht, und für viele andere Menschen auch nicht.

Es ist für mich, und jene mit denen ich rede, die ähnlich denken, auch völlig egal, ob der Staat der das abzieht Israel heisst, oder anders. Es könnte auch ein anderer Staat sein, dann würde es uns genauso aufregen. Auch die Massaker anderswo sind eine Schande für unsere Weltgesellschaft. Alle Kriege und Morde an Menschen sind es. Und, alles was Menschen quält, eine Zumutung ist, ihr Leben stiehlt, die Grundlagen dazu vorenthält und vernichtet, ist es genauso.

Das ist der Grund, warum ich mich aufrege. Irgendwelche rassistischen Fragen, religiöse Animositäten sind mir dabei fremd.

Gaza - Frau Merkel - und die Hintergründe:

http://scusi.twoday.net/stories/5413457/


Montag, 29. Dezember 2008

Angela Merkel rechtfertigt und begrüßt indirekt israelisches Massaker in Gaza

rhbl

Frau Merkel hat in einer offiziellen Erklärung der Bundesregierung versucht, allein und "ausschließlich" der Hamas die Schuld für das Gemetzel zuzuschieben, das die israelischen Militaristen derzeit unter palästinensischen Zivilisten anrichten. Liest man den Text ihrer Erklärung, fasst man sich weinend an den Kopf.

Frau Merkel, Herr de Maizière oder ihr Außenminister Steinmeier hätten vielleicht vorher einen Blick in das in Sarkozy-Communiqué zur gleichen Problematik werfen sollen, das in Le Monde Diplomatique (franz.) veröffentlicht ist.

Sarkozys Erklärung (hier meine Roh-Übersetzung, Klammer-Zusätze von mir) lautet:

„Der Präsident der Republik (Frankreich) drückt seine lebhafte Besorgnis über die Eskalation der Gewalt im Süden Israels und im Gazastreifen aus. Er verurteilt nachdrücklich die unverantwortölichen Provokationen, die zu dieser Situation geführt haben, wie auch den unverhältnismäßigen Einsatz von Gewalt. Der Präsident der Republ